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Schlagwort: Heimat (Seite 1 von 5)

Jan Böttcher –
Das Kaff

Micha Schürtz kehrt als Bauleiter eines bescheidenen Bauträgerprojektes in sein altes kleines Heimatdorf zurück. Als Untermieter zieht er bei seinem alten Schulfreund Greg in dessen Kleinstadthaus und bereut es sofort. Aus Langeweile treibt es ihn abends auf den örtlichen Fußballplatz und dort in die Arme seines ehemaligen Mitspielers, der ihn gleich als Jugendtrainer verpflichtet.

Misstrauen legt sich über das Dorf, das Bauprojekt gestaltet sich als schwierig und Micha selbst macht es seinem Gegenüber auch nicht gerade leicht. Sein Bruder gibt sich ihm als Dorfchronist überlegen und seine Schwester wirft ihm die lange Abwesenheit und die Ferne Berlins vor.

In der Vergangenheit hängen geblieben, trifft er auf Carla, die eine seiner geplanten Wohnungen bezieht und erstmals sieht er in Tobi, Carlas Sohn, die Lösung seines Problems. Dieser bringt ihn erst auf die Palme, dann auf die entscheidende Probe.

Jan Böttcher hat mit „Das Kaff“ einen verblüffenden Roman geschaffen, in dem man sich öfters wiederfindet als einem lieb ist.

Was rückständig, langweilig und öde als Kaff daher kommt, entpuppt sich als die Heimat und scheinbare Geborgenheit, die man vielleicht auch nach jahrelanger Suche nicht gefunden hat.

Eine Rückkehr zum eigenen Ich scheint in uns Menschen doch so tief verwurzelt zu sein, dass man sich nur schwer dagegen wehren kann.

Vielen Dank an den Aufbau-Verlag für das Rezensionsexemplar!

 

 

Alexander Oetker –
Château Mort

Alles könnte so beschaulich sein. Erstklassiger Wein, ausgezeichnete Lagen und alte ehrwürdige Gemäuer in Familienbesitz. Doch der Kampf um gut erzeugten und besonders hochklassigen Wein ist hart.

Lucs Freund Richard bekommt das am eigenen Leib zu spüren. Er muss erweitern um an bessere Lagen zu kommen, aber geht man dafür über Leichen?

In Aquitaine, geplagt von einer fast schon unmenschlichen Hitzewelle, steht er alljährliche Marathon durch die Gärten der schönsten Châteaus bevor und Luc, Pariser Kommissar auf Heimaturlaub hat es gleich mit zwei vergifteten Läufern zu tun. Während der Präfekt gerettet werden kann, stirbt sein tags zuvor neu gewonnener Freund und Verkäufer eines altehrwürdigen Châteaus.

Die Ermittlungen sind mühsam. Den Einblick hinter die Fassade der scheinbar Schönen und Reichen, der wahren Verhältnisse in den Châteaus und die vermeintliche Beziehung zu Anouk, der hübschen Kollegin macht es Luc nicht leicht.

Mit Château Mort hat Alexander Oetker einen klassischen Lokalkrimi erschaffen, der äußerst gut recherchiert dem Hörer einen guten Einblick in die heutige Welt des Weines vermittelt und dabei natürlich nicht die Landschaft, Umgebung und die feinen Eigenheiten der Menschen im Médoc auslässt.

Frank Arnold vermittelt dem Lokalkrimi mit seiner Stimme die notwendige Spannung und überzeugt gekonnt als Meister seines Fachs.

Ich bin gespannt auf den nächsten Fall!

Rachel Joyce –
Der nie abgeschickte Liebesbrief an Harold Fry

Was wäre das Leben ohne die Erinnerung und einen kleinen Funken Hoffnung? Queenie Hennessy verbringt ihre letzten Tage in einem kleinen beschaulichen Hospiz im Norden Englands.

Sie betrachtet ihr Leben und beschließt, ihrer einzig wahren Liebe noch einen offenen und ehrlichen Brief zu schreiben, nichtsahnend, dass der sich gleich zu Fuß von der Südspitze Englands auf die Wanderschaft zu ihr macht.

Unterwegs verschickt er Postkarten und hält somit die kleine Bewohnergruppe sowie das Hospizpersonal, welches vorwiegend aus Nonnen besteht, ganz schön auf Trapp.

In Etappen erfahren wir vom Leben Queenies, ihren scheinbaren Fehlern und unbedachten Entscheidungen, die alle in Verbindung mit ihrer einzigen Liebe zu Harold Fry bestehen.

Aus einer Bürofreundschaft zwischen Harold und Queenie entsteht eine kleine knisternde Liebschaft, die sich die beiden bis zum letzten Tag ihrer Zusammenarbeit nicht eingestehen wollen.

Doch der Tod David, Harolds Sohn verändert schlagartig alles.

Das Hörbuch aus dem Hause Argon, gelesen von Andrea Sawatzki lässt den Hörer selbst bestimmen, ob man die Entscheidungen Queenies und natürlich auch die von Harolds bis zum Schluss teilen kann und will.

Rachel Joyce hat eine wunderbare Romanze und eine bezaubernde Geschichte über zwei Liebende geschaffen, deren Hoffnung bis zum letzten Atemzug keimt.

 

 

 

 

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