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Kategorie: Hörbuch Romane (Seite 1 von 5)

John Galsworthy –
Die Forsyte Saga

Was wären wir als Leser ohne solche großartigen Familiensagas wie die Forsyte Saga?

John Galsworthy – Die Forsyte Saga

Bei 2.443 Hörminuten hasst, liebt und überlebt man mit der Familie Forsyte.

Anfang 1900 erlebt der Hörer den Aufstieg der mächtigen Familie Forsyte und die Gründung einer wahren Familiendynastie. Geprägt von Macht, Gier und dem Streben nach Reichtum begegnen wir den Gründungsvätern und den Frauen, deren einzige Aufgabe darin bestand, für den Nachwuchs zu sorgen und den schönen Schein zu wahren.

Während Soames als Anwalt und Mitglied der Familie stets bemüht ist, seinen Reichtum und sein Ansehen zu mehren, schweift seine Frau Irene ab in Liebe und Verständnis, die sie ausgerechnet bei dem verhassten Architekten Bosinney erhält. Dieser zieht eine Karte nach der anderen und pokert hoch. Ein Riss geht durch die Familie, den es auch Jahre danach nicht zu kitten gelingt.

Kriege kommen und gehen. Das Ansehen der Familie schwankt mit jedem weiteren Sterbefall in der Familie. Über Generationen hinweg gelingt es dem einen oder anderen Familienmitglied ein wenig auszubrechen und sich den Künsten oder gar eines richtigen Berufes zu widmen.

Mit John Galsworthy betrachten wir diese gut betuchte Familie mit ihren ganz eigenen hausgemachten Problemen ein wenig von oben herab. Man fiebert mit den „Ausbrechern“ und im Besonderen mit Irene, deren einziges Ziel in den Fängen dieser Dynastie die Suche nach Geborgenheit und Liebe sich als ein scheinbar unerreichbar herausstellt.

Mit dieser Saga gelingt es Galsworthy ausgezeichnet, mit erhobenem Zeigefinger auf jedes einzelne Familienmitglied zu zeigen. Schnell stellt man fest, dass auch in den scheinbar besten Familien es nur so vor schwarzen Schafen und vor Träumern wimmelt, die den Reichtum und die höheren Ziele der Gründungsväter mehr als einmal gehörig ins Schwanken bringen.

Ein gelungener Blick in die Vergangenheit!

Thomas Dehler ist es als Leser ausgezeichnet gelungen, Soames und den restlichen Familienmitgliedern eine Stimme einzuhauchen.

Herzlichen Dank an den Audiobuchverlag und an Lovelybooks für das  Rezensionsexemplar!

Die im Artikel hinterlegten Verlinkungen, bzw. die Rezensionen beziehen sich auf Produkte, die ich nicht selbst erstanden habe. Sie wurden mir von den Herstellern bzw. Verlagen oder Autoren zur Rezension kostenlos zur Verfügung gestellt! #Werbung, Rezension

 

 

 

Michael Ondaatje –
Kriegslicht

Michael Ondaatje - Kriegslicht

Michael Ondaatje – Kriegslicht

Nathan begibt sich auf eine schwierige Reise.  Als Kind von der Mutter Rose regelmäßig verlassen und in einer allumhüllenden Ungewissheit sich selbst überlassen tritt er durch Zufall in ihre Fußstapfen.

Nichtsahnend erkennt er während einer normalen Übersetzungsarbeit in der Nachkriegszeit aus den Erzählungen eines Separatisten seine Mutter wieder. Damit beginnt für Nathan und seine Schwester Rachel eine Reise in die eigene Vergangenheit und somit natürlich auch in das gewaltige, von Umbrüchen und Kriegen geplagte Leben seiner Mutter.

Der Kalte Krieg machte aus seiner Mutter Rose eine Spionin, die gut getarnt unter dem Decknamen Viola eine verhärmte Frau, die sich der Liebe zu ihren Kindern stets anderer Menschen, Freunde und Helfer bediente. Die Geschwister wachsen mal in höchster Gefahr, mal selbst in dunkle Machenschaften verwickelt und dann wiederum vollkommen behütet auf. Doch dieses Erwachsenwerden hat Risse hinterlassen. Nathan wagt es, seine Mutter, die den Kriegswirren als eine von wenigen unenttarnt davonkam, die allesentscheidende Frage zu stellen.

Mit Kriegslicht hat Michael Ondaatje eine ungewöhnliche Familiensaga geschaffen. In den Wirren des Krieges steht die junge Rose vor mehr gewichtigen Entscheidungen als sie eigentlich verkraften kann. Doch ihr Meister und zeitweise geliebter Nachbar ihrer Eltern gibt sie nie auf. Rose hingegen ist sich jedoch sehr wohl darüber im Klaren, dass die Zukunft ihrer Kinder, auch wenn sie aus der Ferne alles für deren Sicherheit veranlasst, stets unter der Bedrohung ihrer eigenen Vergangenheit leben werden. Ihre Tarnung aufrechterhalten steht noch über der Liebe zu ihren Kindern. Innerlich geplagt von dieser Entscheidung sieht Rose dieses Leben als einen einzigen Kampf mit sich selbst.

Die Erzählung Ondaatje springt in der Geschichte hin und her, wirkt anfangs unruhig. Die einzelnen Erzählstränge über Nathan, Rachel und Rose machen es dem Leser anfangs nicht leicht, deren Zusammenhänge zu verstehen. Aber diese losen Enden machen deutlich, dass das Leben eines Menschen, so unterschiedlich es auch sein mag, nie geradeaus verläuft, sondern vom Leben selbst auf eine unruhige Bahn geleitet wird.

Frank Stieren schafft es mit seiner Stimme, die bedrohliche Stimmung und die Neugierde Nathans über die Vergangenheit seiner Mutter ausgezeichnet zu inszenieren.

Vielen Dank an den Audiobuch-Verlag für das Rezensionsexemplar.

Die im Artikel hinterlegten Verlinkungen, bzw. die Rezensionen beziehen sich auf Produkte, die ich nicht selbst erstanden habe. Sie wurden mir von den Herstellern bzw. Verlagen oder Autoren zur Rezension kostenlos zur Verfügung gestellt! #Werbung, Rezension

 

 

Rafik Schami –
Ich wollte nur Geschichten
erzählen

Ein Hörbuch der ganz besonderen Art. Mit der Kunst des Erzählens entwaffnet Rafik Schami jeden bösen Gedanken.

Mit seiner Landung in Frankfurt im Jahr 1971 beginnt die Erzählung über sein bisheriges Leben. Auf der Flucht vor dem Regime und irgendwie auch vor einem kleinen Teil vor sich selbst begibt er sich nach Deutschland. Bepackt mit einem riesigen Stapel Papier, seinem wichtigsten Hab und Gut, gelingt es ihm nach und nach Fuß zu fassen in einem Land, was so völlig fremdartig und so ganz anders ist als seine Heimat Syrien.

Als Exilautor erzählt er uns kleine Erlebnisse, seine Hoffnungen und seine nie endenden Träume von einer guten Welt, in der alle Menschen ein Daseinsrecht und das Recht auf wiedergewonnen Träume haben.

Wer mehr Einblick hinter den so bekannten und doch so scheuen Autor erhalten will, hat sich genau richtig für dieses Hörbuch entschieden.

Gelesen von Wolfgang Berger, gelingt es dem Verlag erneut, einem Autor eine passende Stimme zu verleihen, die uns auf das Schicksal vieler Menschen und auf deren Träume aufmerksam macht.

 

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