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Kategorie: Hörbuch Romane (Seite 1 von 2)

Rafik Schami –
Sami und der
Wunsch nach Freiheit

Scharif erzählt Samis Geschichte. Als syrischer Flüchtling in Deutschland angekommen, nimmt Scharif Kontakt mit Rafik Schami auf. Ganz nach alter Manier tauscht Rafik Schami eine klassische syrische Laute gegen Samis Geschichte.

Samis Kindheit zeugen von Freundschaft, Liebe und kleinen Abenteuern, die nach und nach über die syrische Kultur, dem Islam und zum allesvernichtenden Krieg führt.

Scharifs Erzählungen weichen ab, berichten Kleinigkeiten, finden aber immer wieder zu Sami , dem guten alten Freund zurück.  Man findet sich als Hörer wieder in einem alten Postboten, einer  allwissenden Hebamme und der Rebellin Nelli, die das Internet als ihre Art des Widerstandes entdeckt.

Schamis Syrien erlebt man als ein Land mit alter Kultur und einem ganz besonderen Zusammenhalt der Bevölkerung.

Man ist erstaunt, wie die Menschen mit dem Regime, der Bespitzelung, der Folter und dem andauernden Krieg umgehen. Die Flucht scheint der einzig wahre Ausweg zu sein, aber dafür muss man alles, auch alte Freundschaften zurücklassen.

Fast ein wenig zaghaft trifft die Gewalt und der Krieg die Beteiligten, man fühlt die Trauer und den Verlust aber auch den unbändigen Willen, diese grausame Zeit endlich zu beenden.

Einfühlsam von Nils Rieke und Wolfgang Berger vorgetragen!

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Yaa Gyasi –
Heimkehren

Das Hörbuch beginnt in Ghana Ende des 18. Jahrhunderts. Die Stämme an der Goldküste befinden sich im Krieg, der rege und scheinbar gut bezahlte Sklavenhandel und die anherrschende Dürre treibt die afrikanischen Stämme dazu, sich selbst und ihre Identität zu verschachern.

Mit Effia, der Schönen, treten wir in die Geschichte ein und enden als schwarze Ehefrau eines der ranghöheren britischen und weißen Soldaten, die den lukrativen Sklavenhandel vorantreiben.

Esi, Effias Schwester hingegen, trifft es bei weitem nicht so gut. Ihr Leidensweg beginnt hinter Schloss und Riegel, in einer Art Massentierhaltung unter unwürdigsten Bedingungen, ausgerechnet in der Festung, in der Effia ihr scheinbar privilegiertes Leben als Ehefrau und Mutter führt.

Die Wege der Frauen und deren Nachkommen könnten nicht unterschiedlicher sein.

Über Generationen hinweg erleben wir als Leser unglaubliche Trauer, unverhohlenen Rassenhass, blutigen und menschenunwürdigen Sklavenhandel.

Dieses Familienleid zieht sich bis in die Gegenwart und ein Großteil von Esi und auch Effia bleibt in den Köpfen der Nachkommen erhalten, die Sehnsucht nach der eigenen Geschichte, diesen dunklen Kapiteln der Menschheit, ist nicht auslöschbar.

Auf der Suche nach den eigenen Vorfahren, deren Kultur und einzigartiges Leben und für mich ganz entscheidend, die Suche nach einem kleinen Funken Glück und echter Liebe finden sich erst in der Gegenwart wieder.

Lust auf eine Hörprobe?

Maria von Blumencron –
Am Ende der Welt ist immer ein Anfang

Maria von Blumencron, weit gereist und viel bepreiste Journalistin, Aktivistin und Lebenshungrige,  begibt sich mit dem Hörer auf eine Reise in die eigene Vergangenheit.

Beginnend mit einer schmerzhaften Trennung zu ihrem italienischen Beau Rocco steigen wir ein in das Chaos dieser „Über“-Lebenskünstlerin.

Bepackt mit alten Geschichten, vergangenem Ballast und einer nicht gerade einfachen familiären Situation erleben wir Höhen und Tiefen, „Reichtum“ und Armut sowie ab und an auch mal eine Prise Glück im Leben Marias.

Geplagt durch Altlasten geht es von Köln nach Hamburg, Indien und final nach Frankreich ins Jura um das reine Glück zu finden.

Für mich war die Geschichte nicht immer einfach, da Maria in Ihrer Kindheit nicht nur schöne Dinge erlebte und das natürlich Marias „Erwachsenwerden“ prägte.

Mit viel Frohmut und Lebenslust liest Maria Blumencron ihre Lebensgeschichte und als Hörer ist man in einem Wechselbad der Gefühle. Man fiebert mit Maria, hofft mit ihrem Sohn, ist genervt von tantrischem Trara und schüttelt so manches Mal nur den Kopf über das Leben auf einer ganz besonderen Überholspur!

 

Ilona Jerger –
Und Marx stand still in Darwins Garten

Alles beginnt ganz harmlos in Jahr 1881 in London. Der rennomierte Arzt Beckett hat zwei Patienten, aus dessen Arzt-Patienten-Beziehung so etwas wie Freundschaft entstanden ist.

Charles Darwin, mittlerweile berühmt, aber in London heimatlos, beschäftigt sich nur noch wenig mit der Erforschung von Flora und Fauna sondern fristet sein Dasein mit der Begutachtung von Regenwürmern.

Beckett versteht, dass Darwin nicht nur an körperlichen Schmerzen leidet, sondern auch die Seele still und leise erkrankt und er beschließt, dass er um der Freundschaft willen Abhilfe schaffen muss. Polly, der Terrier und seine Ehefrau Emma sind am Ende ihrer Kräfte.

Sein weiterer Patient Karl Marx befindet sich in einer ähnlichen Situation wie Marx. Der Stillstand seiner „Revolte“ bringt ihn und seinen Körper in eine Ausnahmesituation gegen die auch sein Lehnchen machtlos ist.

Per Zufall kommt es zu einem ersten Treffen der Beiden im Haus der Darwins und das von Darwins Ehefrau Emma als „Anstoß“ gedachte Essen endet in einem Disaster.

Beckett ist überrascht über das Treffen und beide begeistern sich von da an etwas mehr mit den Theorien und Forschungen des jeweils anderen.

Ilona Jerger hat mit ihrem Roman über diese beiden außergewöhnlichen Persönlichkeiten eine Geschichte geschaffen, in der die Streitkultur und die Diskussion über Gott und die Welt im Vordergrund steht.

Egal wie berühmt und wie streitbar der Mensch und dessen Theorien sein mögen, es ist und bleibt ein Mensch.

Das Hörbuch hat mir außergewöhlich gut gefallen, die Stimme von Peter Kaempfe trut einiges dazu bei!

 

 

Katherine Hannigan –
Die Wahrheit, die Delly sie sieht

Delly ist einfach nur bezaubernd. Mit ihrer einzigartigen Sprache, ihrem feinen Gespür für Liebe und Leid und ihrer ganz besonderen Art bezaubernd sie kurzum einfach jeden. Delly riecht nach Ärger und ihrer Eltern und Lehrer wissen schon nicht mehr weiter. In der Schule wird sie nach Alaska verbannt und zuhause auf ihr Zimmer. Doch das ändert sich alles schlagartig durch eine neue Schülerin. Ferris Boyd ist autistisch und spricht niemals, dennoch beschließt Delly, das sich hier eine Freundschaft lohnt.

Mit unglaublichem Feingefühl, entwaffnender Ehrlichkeit und ihrer unerschütterlichen Art löst Delly um Handumdrehen die Probleme anderer und steckt auf gerne für diese ein paar Schläge ein und beginnt dadurch, auch ihr eigenes kleines stets Ärger anlockendes Leben in den Griff zu bekommen.

Das Hörbuch ist einfach nur entwaffnend und nach einem miesen Tag die reinste Freude!

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