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Schlagwort: Flucht (Seite 1 von 10)

Rafik Schami –
Ich wollte nur Geschichten
erzählen

Ein Hörbuch der ganz besonderen Art. Mit der Kunst des Erzählens entwaffnet Rafik Schami jeden bösen Gedanken.

Mit seiner Landung in Frankfurt im Jahr 1971 beginnt die Erzählung über sein bisheriges Leben. Auf der Flucht vor dem Regime und irgendwie auch vor einem kleinen Teil vor sich selbst begibt er sich nach Deutschland. Bepackt mit einem riesigen Stapel Papier, seinem wichtigsten Hab und Gut, gelingt es ihm nach und nach Fuß zu fassen in einem Land, was so völlig fremdartig und so ganz anders ist als seine Heimat Syrien.

Als Exilautor erzählt er uns kleine Erlebnisse, seine Hoffnungen und seine nie endenden Träume von einer guten Welt, in der alle Menschen ein Daseinsrecht und das Recht auf wiedergewonnen Träume haben.

Wer mehr Einblick hinter den so bekannten und doch so scheuen Autor erhalten will, hat sich genau richtig für dieses Hörbuch entschieden.

Gelesen von Wolfgang Berger, gelingt es dem Verlag erneut, einem Autor eine passende Stimme zu verleihen, die uns auf das Schicksal vieler Menschen und auf deren Träume aufmerksam macht.

 

Antonin Varenne –
Äquator

Pete Ferguson flieht mit seinem kleinen Bruder Oliver als Deserteur quer durch Amerika, bis seine Vergangenheit ihn einholt. Die Flucht, sein scheinbar einzig wahrer Lebensunterhalt, gelingt ihm ein ums andere Mal.

In Nebraska verflucht er die neuen Siedler und findet Anschluss an einen Bisonjägertrupp um auch hier erneut für seine Überzeugung einstehen zu müssen. Sein erbitterter Gerechtigkeitssinn macht ihn erneut zum Mörder und treibt ihn weiter in den Süden, gejagt von den Weißen, gehasst von den Indianern, bis nach Guatemala.

Als Spielball eines Schriftstellers und dessen Versuch, dieses geschundene Land zu retten, trifft er auf eine Verbündete. Maria, die Xinca-Indio-Frau, die zu gleichen Teilen wie Pete den Hass in sich trägt, schließt sich ihm an. Mit einer verwunschenen Vorstellung treten die beiden gemeinsam Petes letzte Reise an. Dem Ziel, die Mitte von Petes Tätowierung, am Äquator angekommen, scheint die Flucht aber auch das Leben ein Ende gefunden zu haben.

Antonin Varenne hat mit Pete Ferguson einen Mann der Gerechtigkeit erschaffen, der in der heutigen Zeit nur schwer zu finden ist.

Mit unstillbarem Hass, ausgeprägtem Gerechtigkeitssinn und einer Barmherzigkeit schließt man Pete und auch Maria in sein Herz und hofft inständig, dass Beide ihre Erlösung finden werden, auch wenn man den Verlauf der „wahren“ Geschichte kennt.

Mit wunderbaren Sätzen wie „mein Herz gehört zur Hälfte ihm. Jeder zweite Schlag habe er für ihn aufgespart“ und „Es ist schwer, ihn Schönheit zu Sterben“ fliegt man mit Pete und seinem Mustang Reunion über die Prärie hinweg in die endgültige Freiheit.


Richard Dübell –
Zorn des Himmels

In dem kleinen Ort Franchenfurt macht der Kaiser halt um dort seine Macht zu demonstrieren. Begleitet von seinem Privatheer stößt er jedoch aufgrund der Massen an Menschen, die seinen Aufenthalt mit sich bringt, nicht nur auf Unterstützer.

Der Gemeinderat ist gespalten und die Brücke wird vorerst streng bewacht und die Schiffahrten und Fährfahrten werden eingestellt.

Hilpolt, der Gardemeister des Kaisers trifft auf Christian von Ascanius, einen Deutschordensritter, den er als den vermeintlich angekündigten Mörder entlarven will und bringt damit Philippa, die Tochter des Fährmeisters in Gefahr.

Diese allerdings bekennt sich zu Christian, bis dessen Bruder Bernhard auftaucht und dieser sich als der geheimen Beschützer des Kaisers bekennt und Christian als Mörder entlarvt.

Mit der Jagd auf Christian zieht ein Unwetter mit biblischen Plagen über Franchenfurt und während die Pegel rund um die kleine Stadt steigen und steigen, naht eine bedrohliche Flut heran.

Philippa und Hilpolt erkennen während des Unwetters zu spät, dass sie beide einer Lüge erlegen sind und es jetzt nur noch um das eigene Leben und um das Überleben des Kaisers geht.

Mit „Zorn des Himmels“ hat Richard Dübell einen weiteren spannenden historischen Roman über eine Jahrhundertflut, die Macht der politischen Intrige und dem Kampf um das nackte Überleben geschaffen.

 

Frank Goldammer –
Der Angstmann

Dresden 1944. Das Kriegsende steht kurz bevor. Max Heller hat einen neuen Fall. Ein Frauenmörder geht um. Er mordet nicht nur, er richtet die Leichen übel zu, häutet sie und entnimmt ihnen diverse Körperteile.

Während Max ermittelt und sein bestmöglichstes in der immer wieder bombardierten Stadt gibt, kommt er nur mühsam unter diesen besonderen Umständen voran. Als sein Vorgesetzter Klepp, ein Paradebeispiel eines Nazis ihn anderen Aufgaben zuteilt, kann er es nicht lassen und bringt sich und seine Frau Karin damit in zusätzliche Gefahr.

Doch Max lässt sich so leicht nicht einschüchtern, er weiß, dass er auf der richtigen Spur ist. Als dann aber die Russen Dresden erobern wendet sich das Blatt und die Angst wie auch der Mörder gehen um.

Unterstützung erhält er ausgerechnet von einem Russen, der seinen ganz persönlichen Plan zu verfolgen scheint.

Das ungleiche Paar muss feststellen, dass Werte für jeden Menschen eine ganz andere Bedeutung haben und dass man nur mit gemeinsamer Stärke vorankommt.

Frank Goldammer hat mit seinem Angstmann einen beeindruckenden Thriller geschaffen, bei dem es einem als Leser im wahrsten Sinne des Wortes „Haut und Haare“ sträubt.

Gekonnt ermittelt Max Heller und bleibt sich und seinen Werten als Mensch trotz dieser widrigen Umstände treu. Ich freue mich schon auf den nächsten Teil!

 

 

 

 

Alan Bradley –
Eine Leiche wirbelt Staub auf

Nr. 7 aus der Reihe Flavia De Luce!

Flavia ist auf dem Weg nach Kanada um dort, den Spuren ihrer verstorbenen Mutter folgend, ein Internat zu besuchen.

Dort soll sie zu einer erfahrenen Spionin für die englische Krone ausgebildet werden, hat aber schon während der Überfahrt mit sich zu kämpfen.

Im Internat angekommen und von einem klein wenig Heimweh übermannt, ist natürlich eine Leiche nicht weit. Ausgerechnet in Falvias Zimmer fällt eine Mumie aus dem Kaminschacht. Flavias Neugierde ist geweckt und wird auch sogleich gedämpft, als sie feststellen muss, dass sie es hier im Internat mit ganz anderen Gegenspielern zu tun hat.

Je mehr Rätsel sie um die Leiche löst, desto mehr Fragen tauchen auf. Wo ist ihr ausgezeichneter Spürsinn geblieben?

Eine gelungene Fortsetzung über Flavias Ausflug in Mrs. Bodycotes Höhere Mädchenschule, in der Flavia an mehr als einer Strippe ziehen muss und sich nach und nach darüber klar wird, was Familie und Heimat bedeuten.

Ein Muss für alle Fans von verschrobenem Sarkasmus, spannenden Mordfällen und Chemiebaukästen.

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