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Schlagwort: Flucht (Seite 1 von 20)

Allen Say –
Großvaters Reise

Allen Say - Großvaters Reise

Allen Say – Großvaters Reise

Allen Say war sich lange nicht darüber im Klaren, welche Geschichte in der Vergangenheit und der Sehnsucht seines Großvaters liegt.

Im traditionellen Japan geboren begibt sich der Großvater mutig mit offenen Augen und Ohren in die ferne weite Welt. Seine Reisen führen ihn in allerlei Länder. Er lernt fremde Menschen kennen und trägt dennoch eine ungeahnte Sehnsucht nach seinem Zuhause in sich.

In seinem Traumland Kalifornien angekommen verliebt er sich und wird sesshaft und gründet eine Familie. Dennoch lodert diese kleine Flamme Heimweh immer stärker bis er endgültig beschließt zurückzukehren.

Allen Says Reise endet für den Großvater mit dem Krieg und dessen abertausende von Toten. Eine Rückkehr in sein geliebtes Kalifornien scheint ihm für immer versagt.

Diese unbändige Sehnsucht packt Allen Say durch die Erzählungen seines Großvaters und er begibt sich selbst auf diese lange Reise. Doch kann er seine Sehnsucht stillen.

Dieses moderne Märchen Says zeigt uns auf, dass wir eigentlich unsere Heimat immer im Herzen mit uns tragen, egal wie weit oder nah wir auch entfernt von dieser sein mögen.

Unsere Kultur, unser Lebensziel und unsere unbändige Neugierde sollte uns regelmäßig aufrütteln zu reisen und fremde Länder und neue Menschen und deren Kultur kennenzulernen.

Eine Sehnsucht zu stillen bedeutet nicht, dass man sein Ziel endgültig erreicht hat.

Allen Says „Großvaters Reise“ in der Edition Bracklo erschienen ist ein bezaubernd ehrliche Geschichte, die die Lust auf Abenteuer und eine unbändige Neugierde weckt. Was wären wir für Menschen ohne den Drang und die Sehnsucht, die Welt zu bereisen und seinen eigenen kleinen Horizont zu erweitern?

Ich bedanke mich herzlich bei Edition Bracklo und Dr. phil. Silke Hallmann für „Großvaters Reise“. Diese wunderschön in rotes Leinen gebundene und gezeichnete Geschichte ist eine ganz besondere Lesereise wert.

John Galsworthy –
Die Forsyte Saga

Was wären wir als Leser ohne solche großartigen Familiensagas wie die Forsyte Saga?

John Galsworthy – Die Forsyte Saga

Bei 2.443 Hörminuten hasst, liebt und überlebt man mit der Familie Forsyte.

Anfang 1900 erlebt der Hörer den Aufstieg der mächtigen Familie Forsyte und die Gründung einer wahren Familiendynastie. Geprägt von Macht, Gier und dem Streben nach Reichtum begegnen wir den Gründungsvätern und den Frauen, deren einzige Aufgabe darin bestand, für den Nachwuchs zu sorgen und den schönen Schein zu wahren.

Während Soames als Anwalt und Mitglied der Familie stets bemüht ist, seinen Reichtum und sein Ansehen zu mehren, schweift seine Frau Irene ab in Liebe und Verständnis, die sie ausgerechnet bei dem verhassten Architekten Bosinney erhält. Dieser zieht eine Karte nach der anderen und pokert hoch. Ein Riss geht durch die Familie, den es auch Jahre danach nicht zu kitten gelingt.

Kriege kommen und gehen. Das Ansehen der Familie schwankt mit jedem weiteren Sterbefall in der Familie. Über Generationen hinweg gelingt es dem einen oder anderen Familienmitglied ein wenig auszubrechen und sich den Künsten oder gar eines richtigen Berufes zu widmen.

Mit John Galsworthy betrachten wir diese gut betuchte Familie mit ihren ganz eigenen hausgemachten Problemen ein wenig von oben herab. Man fiebert mit den „Ausbrechern“ und im Besonderen mit Irene, deren einziges Ziel in den Fängen dieser Dynastie die Suche nach Geborgenheit und Liebe sich als ein scheinbar unerreichbar herausstellt.

Mit dieser Saga gelingt es Galsworthy ausgezeichnet, mit erhobenem Zeigefinger auf jedes einzelne Familienmitglied zu zeigen. Schnell stellt man fest, dass auch in den scheinbar besten Familien es nur so vor schwarzen Schafen und vor Träumern wimmelt, die den Reichtum und die höheren Ziele der Gründungsväter mehr als einmal gehörig ins Schwanken bringen.

Ein gelungener Blick in die Vergangenheit!

Thomas Dehler ist es als Leser ausgezeichnet gelungen, Soames und den restlichen Familienmitgliedern eine Stimme einzuhauchen.

Herzlichen Dank an den Audiobuchverlag und an Lovelybooks für das  Rezensionsexemplar!

Die im Artikel hinterlegten Verlinkungen, bzw. die Rezensionen beziehen sich auf Produkte, die ich nicht selbst erstanden habe. Sie wurden mir von den Herstellern bzw. Verlagen oder Autoren zur Rezension kostenlos zur Verfügung gestellt! #Werbung, Rezension

 

 

 

Lutz Wilhelm Kellerhoff –
Die Tote im Wannsee

Lutz Wilhelm Kellerhoff – Die Tote im Wannsee

Berlin im Jahr 1968. Es geht drunter und drüber. Nach dem Tod von Benno Ohnesorg herrscht Chaos in der Stadt und die Polizei ist machtlos.

Als eine junge Frau mit mehrfachen Stichwunden am Wannseeufer angeschwemmt wird, tritt Kommissar Heller auf den Plan. Gemeinsam mit seinem verhassten Kollegen Doll soll er dem Mord so schnell es geht und natürlich ohne großes Aufsehen aufklären.

Die Spur führt Heller anfangs in die radikale Studentenszene und danach direkt zum Ehemann der Toten.

Dieser spielt Katz und Maus mit mehreren Parteien und endet erhängt in Untersuchungshaft.

Der Abschiedsbrief und das Verhalten seines Kollegen Doll lässt Heller erneut zweifeln. Ihm wird schnell klar, dass er als Untergebener seiner Chefs und als Opfer mehrerer Gegenparteien zum perfekten Spielball der herrschenden Stimmung geworden ist.

Doch Heller lässt sich nicht abschrecken. Dubiose Beförderungsangebote, Mordanschläge, dunkle Familiengeheimnisse und Liebesgeständnisse bringen nur noch mehr dazu, den Fall zu lösen.

Das Autorentrio Lutz, Wilhelm und Kellerhoff lassen Kommissar Heller noch nicht mal seinen Kharman Ghia. Sein komplettes Leben wird im wahrsten Sinne des Wortes in Schutt und Asche gelegt. Die dunkle Kriegsvergangenheit des Vaters und der scheinbare Unfalltod seiner Mutter lastet schwer auf seinen Schultern. Bestechliche Kollegen kann er noch weniger ertragen wie die Lügen seiner Verhörgegner.

In Kommissar Heller findet man alles, was die Menschen damals bewegt hat. Die Hoffnung auf ein friedliches Leben, ein Ausweg aus dem politischen Machtspiel durch die Studentenrevolte und der großen Sehnsucht nach Liebe und einer Familie, um die es sich zu kämpfen lohnt!

Mit „Die Tote im Wannsee“ ist es dem Autorentrio ausgezeichnet gelungen, für die Jahrgänge danach einen Blick in die Vergangenheit zu werfen. Der Zwiespalt der damaligen Generation zwischen Ost und West hat bis heute noch kein Ende gefunden.

Vielen Dank an Literaturtest für das Rezensionsexemplar!

Die im Artikel hinterlegten Verlinkungen und Rezensionen beziehen sich auf Produkte, die ich nicht selbst erstanden habe. Sie wurden mir von den Herstellern, Verlagen oder Autoren zur Rezension kostenlos zur Verfügung gestellt! #Werbung, Rezension

 

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