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Kategorie: Hörbücher (Seite 1 von 11)

John Galsworthy –
Die Forsyte Saga

Was wären wir als Leser ohne solche großartigen Familiensagas wie die Forsyte Saga?

John Galsworthy – Die Forsyte Saga

Bei 2.443 Hörminuten hasst, liebt und überlebt man mit der Familie Forsyte.

Anfang 1900 erlebt der Hörer den Aufstieg der mächtigen Familie Forsyte und die Gründung einer wahren Familiendynastie. Geprägt von Macht, Gier und dem Streben nach Reichtum begegnen wir den Gründungsvätern und den Frauen, deren einzige Aufgabe darin bestand, für den Nachwuchs zu sorgen und den schönen Schein zu wahren.

Während Soames als Anwalt und Mitglied der Familie stets bemüht ist, seinen Reichtum und sein Ansehen zu mehren, schweift seine Frau Irene ab in Liebe und Verständnis, die sie ausgerechnet bei dem verhassten Architekten Bosinney erhält. Dieser zieht eine Karte nach der anderen und pokert hoch. Ein Riss geht durch die Familie, den es auch Jahre danach nicht zu kitten gelingt.

Kriege kommen und gehen. Das Ansehen der Familie schwankt mit jedem weiteren Sterbefall in der Familie. Über Generationen hinweg gelingt es dem einen oder anderen Familienmitglied ein wenig auszubrechen und sich den Künsten oder gar eines richtigen Berufes zu widmen.

Mit John Galsworthy betrachten wir diese gut betuchte Familie mit ihren ganz eigenen hausgemachten Problemen ein wenig von oben herab. Man fiebert mit den „Ausbrechern“ und im Besonderen mit Irene, deren einziges Ziel in den Fängen dieser Dynastie die Suche nach Geborgenheit und Liebe sich als ein scheinbar unerreichbar herausstellt.

Mit dieser Saga gelingt es Galsworthy ausgezeichnet, mit erhobenem Zeigefinger auf jedes einzelne Familienmitglied zu zeigen. Schnell stellt man fest, dass auch in den scheinbar besten Familien es nur so vor schwarzen Schafen und vor Träumern wimmelt, die den Reichtum und die höheren Ziele der Gründungsväter mehr als einmal gehörig ins Schwanken bringen.

Ein gelungener Blick in die Vergangenheit!

Thomas Dehler ist es als Leser ausgezeichnet gelungen, Soames und den restlichen Familienmitgliedern eine Stimme einzuhauchen.

Herzlichen Dank an den Audiobuchverlag und an Lovelybooks für das  Rezensionsexemplar!

Die im Artikel hinterlegten Verlinkungen, bzw. die Rezensionen beziehen sich auf Produkte, die ich nicht selbst erstanden habe. Sie wurden mir von den Herstellern bzw. Verlagen oder Autoren zur Rezension kostenlos zur Verfügung gestellt! #Werbung, Rezension

 

 

 

Michael Ondaatje –
Kriegslicht

Michael Ondaatje - Kriegslicht

Michael Ondaatje – Kriegslicht

Nathan begibt sich auf eine schwierige Reise.  Als Kind von der Mutter Rose regelmäßig verlassen und in einer allumhüllenden Ungewissheit sich selbst überlassen tritt er durch Zufall in ihre Fußstapfen.

Nichtsahnend erkennt er während einer normalen Übersetzungsarbeit in der Nachkriegszeit aus den Erzählungen eines Separatisten seine Mutter wieder. Damit beginnt für Nathan und seine Schwester Rachel eine Reise in die eigene Vergangenheit und somit natürlich auch in das gewaltige, von Umbrüchen und Kriegen geplagte Leben seiner Mutter.

Der Kalte Krieg machte aus seiner Mutter Rose eine Spionin, die gut getarnt unter dem Decknamen Viola eine verhärmte Frau, die sich der Liebe zu ihren Kindern stets anderer Menschen, Freunde und Helfer bediente. Die Geschwister wachsen mal in höchster Gefahr, mal selbst in dunkle Machenschaften verwickelt und dann wiederum vollkommen behütet auf. Doch dieses Erwachsenwerden hat Risse hinterlassen. Nathan wagt es, seine Mutter, die den Kriegswirren als eine von wenigen unenttarnt davonkam, die allesentscheidende Frage zu stellen.

Mit Kriegslicht hat Michael Ondaatje eine ungewöhnliche Familiensaga geschaffen. In den Wirren des Krieges steht die junge Rose vor mehr gewichtigen Entscheidungen als sie eigentlich verkraften kann. Doch ihr Meister und zeitweise geliebter Nachbar ihrer Eltern gibt sie nie auf. Rose hingegen ist sich jedoch sehr wohl darüber im Klaren, dass die Zukunft ihrer Kinder, auch wenn sie aus der Ferne alles für deren Sicherheit veranlasst, stets unter der Bedrohung ihrer eigenen Vergangenheit leben werden. Ihre Tarnung aufrechterhalten steht noch über der Liebe zu ihren Kindern. Innerlich geplagt von dieser Entscheidung sieht Rose dieses Leben als einen einzigen Kampf mit sich selbst.

Die Erzählung Ondaatje springt in der Geschichte hin und her, wirkt anfangs unruhig. Die einzelnen Erzählstränge über Nathan, Rachel und Rose machen es dem Leser anfangs nicht leicht, deren Zusammenhänge zu verstehen. Aber diese losen Enden machen deutlich, dass das Leben eines Menschen, so unterschiedlich es auch sein mag, nie geradeaus verläuft, sondern vom Leben selbst auf eine unruhige Bahn geleitet wird.

Frank Stieren schafft es mit seiner Stimme, die bedrohliche Stimmung und die Neugierde Nathans über die Vergangenheit seiner Mutter ausgezeichnet zu inszenieren.

Vielen Dank an den Audiobuch-Verlag für das Rezensionsexemplar.

Die im Artikel hinterlegten Verlinkungen, bzw. die Rezensionen beziehen sich auf Produkte, die ich nicht selbst erstanden habe. Sie wurden mir von den Herstellern bzw. Verlagen oder Autoren zur Rezension kostenlos zur Verfügung gestellt! #Werbung, Rezension

 

 

Jean-Christophe Grangé –
Schwarzes Requiem

Schwarzes Requiem

Schwarzes Requiem

Das schwarze Kontinent, andere Regeln – alles ein Kampf ums reine Überleben. Grégoire Morvan reist mit seinem Sohn Erwan nach Zaire, um dort seinen illegalen Reichtum durch die Ausbeutung von Coltan-Minen zu vermehren. Erwan, Pariser Polizeikommissar interessieren die Geschäfte seines Vaters nicht, er begibt sich auf die Spur eines gnadenlos Killers, der auch in Frankreich sein Unwesen zu treiben scheint, nichtsahnend, dass er damit eine blutige Spur bei seiner eigenen Familie hinterlässt.

Der Kongo und dessen rohe Gewalt im Kampf ums Überleben, geplagt von Stammeskriegen, Aids und tiefem Hass gegen die Kolonialmächte bringt Erwan dazu, sich intensiver mit seiner Familiengeschichte, insbesondere die seines Vaters zu beschäftigen und öffnet dabei dem Killer Tür und Tor. Während Erwan mehr als einmal um sein Leben kämpft und sich oft nicht sicher ist, ob er von Freund oder Feind begleitet wird, geht seine Schwester in Paris ihren ganz eigenen Ermittlungen nach.

Schwarzes Requiem ist im gewohnten Stil von Jean-Christophe Grangé, nervenaufreibend, gewaltsam und blutig.

Den Leser erwartet eine schwarze Hölle auf Erden, von der man hofft, dass diese wirklich nur in der reinen Fiktion vorkommt, besinnt sich aber dank alltäglicher Meldungen in den Medien darauf zurück, dass der Kampf gegen Ausbeutung, Aids und unerträglichen Kriegen noch lange nicht ausgestanden ist.

Sprecher Dietmar Wunder versteht es blendend, diese brandmarkenden Themen zu vertonen!

Die im Artikel hinterlegten Verlinkungen beziehen sich auf Produkte, die ich selbst erstanden habe und nicht von den Herstellern bzw. Verlägen oder Autoren zu Werbezwecken kostenlos erhalten habe! #Werbung ohne Gegenleistung!

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