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Kategorie: Krimi (Seite 1 von 152)

Gabriele Kunkel –
Mord im Piemont

Gabriele Kunkel – Mord im Piemont

Sinistra Cassotto verschlägt es auf der Suche nach dem weißen Trüffel in die Nähe des Trüffelmekkas Alba. Bei ihrem Bekannten Michael kommt sie in dessen Waldhütte unter um sich als Foodscout für einen Münchener Feinkostladen mit den neuesten Trends in Sachen Genuss, aber auch mit edelster Ware zu versorgen.

Das weiße Gold hat es Sina angetan und zieht für einen kurzen Zeitraum massenweise Käufer und Händler zur Trüffelmesse. Doch dieses Jahr ist der Markt wie leergefegt. Kein Regen, keine Trüffel.

Sina stolpert auf dem Weg zu ihrer Waldhütte über einen mürrischen Trüffelsucher samt Suchhund und tags darauf über eine Leiche.

Unverhofft steckt Sina nun ihre halbitalienische Nase zu tief in die Mordermittlungen, was zu einem weiteren Toten führt. Mit Hilfe des Hüttennachbarn Bruno, dem jetzt angereisten Michael und ein paar verrückten Hunden schafft die illustre, nach Genuss gierende Truppe, sich mit dem ortsansässigen Commissario anzulegen.

Falcone fackelt jedoch nicht allzu lange mit den halbitalienischen Detektiven. Die Zelle ruft und ein Abenteuer der Freunde jagt das nächste.

Mit Sina genießt man alles, was der Piemont zu bieten hat. Geschichten über Trüffel, selbstgemachte Schokolade und alles, was mit Liebe und viel Handarbeit geschaffen wurde. Wir lesen über den Mund in den Magen und mit Sina gleich direkt ins Herz.

Gabriele Kunkel hat mit „Mord im Piemont“ einen wahren Genusskrimi geschaffen. Kauzige Trüffeljäger, uralte Traditionen und Handarbeit, die nur wenige Regionen und nur wenige Menschen zu bieten haben.

Zwischen Sina und Falcone knistert es gewaltig. Sizilianisches Temperament trifft auf scharfe Chilischoten, halbitalienisches Blut auf einmalig von der Natur geschaffenes.

Gekonnt verführt uns Gabriele Kunkel mit Tartufo, edlen Weinen und zarten, würzigen Kräutern. Beherzt packt Sina in die Gerüchteküche und Gabriele Kunkel hinterlässt für den „Nachgeschmack“ noch ein paar leckere Rezepte.

Ich hoffe inständig, dass dies nicht das letzte „Genuss“-Abenteuer von Sina war. Der Geschmack macht definitiv Lust auf mehr!

Ich bedanke mich herzlich bei Gabriele Kunkel und beim Louisoder Verlag für das Rezensionsexemplar.

Johanna Alba und Jan Chorin –
Jubilate

Johanna Alba & Jan Chorin – Jubilate

Papst Petrus verschlägt es dank der Geburtstagsfeier seines alten Freundes Frederico nach Castel Gandolfo. Nichtsahnend erhofft er sich ein paar Tage Erholung von seiner Immaculata und von den Grabenkriegen im Vatikan.

Auf dem alten Landsitz von Frederico angekommen, erfährt er von dessen Plan. Für Frederico steht die Himmelspforte bereits weit offen und ein potentieller Erbe, der mit Weitsicht und einem guten Herzen das Vermögen übernimmt, muss her.

Dass das Erbe ausgerechnet an Guilia, Petrus Pressesprecherin gehen soll, bringt unerwartet ein paar Feinde innerhalb der riesigen Familie Santini zu Tage. Ausschlaggebend von der Bedingung, dass Guilia nur verheiratet das Vermögen samt des riesigen Landsitzes entgegen nehmen kann, schmiedet die junge Römerin ebenfalls einen Plan.

Mordanschläge und dubiose Szenerien durchkreuzen Guilias Pläne und Petrus muss mit Hilfe von Francesco, der Großtante Eugenia und Immaculata eingreifen.

Pläne und Pläne werden geschmiedet. Mehr als ein dunkles Familiengeheimnis wird ausgegraben.

Petrus ist mehr denn je bereit, zu seinen Lieben zu stehen und zieht fleißig Strippen. Heimlich kocht er, verflogt dubiose Ordensschwestern und entpuppt sich als hoffnungsloser Romantiker.

Mit Johanna Alba und Jan Chorin fliehen wir in „Jubilate“ aus dem heißen staubigen Rom ins schöne Tal vor dem Castel Gandolfo. Mit viel Witz und gewohnter Spannung begleiten wir Papst Petrus auf seinen geheimen Abenteuern. Während Schwester Immaculata versucht, ihr eigener Herr und das Oberhaupt ihres Ordens zu werden, hat Petrus bereits alle Fäden gezogen und lässt seine Schäfchen gewohnt nach seiner Pfeife tanzen.

Petrus und seine Helfer sind mir mittlerweile ganz schön ans Herz gewachsen. Neben fiesen Grabenkriegen im Vatikan muss sich der Papst gegen die Zucht und Ordnung seiner Haushälterin wehren. Nichts desto trotz hat er nie sein Herz für die Menschen verloren.

Ich bedanke mich herzlich bei Johanna Alba und Jan Chorin für den 5. Teil der Papst-Krimi-Reihe und hoffe natürlich auf weitere Abenteuer aus dem kleinen römischen Reich.

5 Fragen an Byron Weigand

Lieber Byron, vielen Dank für Deine Antworten!

1. In deinem Krimi hast Du Dich sehr auf ganz besonders Milieu beschränkt, was war dafür ausschlaggebend?

In „Hurensohn“ geht es genau darum, nämlich um den Sohn einer Frau, die sich prostituiert. Das meine ich nicht als Schimpfwort, sondern als faktische Tatsache. Anfangs scheint das Stigmata eindeutig, doch im Laufe der Geschichte wird der Blickwinkel aufgeweicht und die Zuordnung zur Person – und auch Wertung des Wortes – wird im Zwielicht der Handlung immer schwieriger.

Als ich das Buch geplant habe, stellte ich mir gebrochene Menschen vor, die alle ganz allein ihr Schicksal zu tragen hatten. Missbrauch war in vielen dieser Schicksale zu finden und dieser Missbrauch konnte ganz unterschiedlich aussehen. Sexueller Missbrauch, Drogenmissbrauch und eben auch Kindesmissbrauch. Mir wurde relativ schnell klar, dass diese Reizüberflutung nur dort spielen konnte, wo Missbrauch und käuflicher Sex zum Alltag gehören: dem Rotlicht-Milieu.

2. Deine Geschichte ist ja nichts für zarte Seelen. Realität oder ein guter Schuss Fiktion?

Ich möchte der Auflösung der Geschichte nicht vorweg nehmen, daher bleibe ich hier etwas schwammig: wer glaubt, dass sich nur ein sehr krankes Hirn eine solch abartige Geschichte ausdenken kann, der irrt. Das Leben des „Hurensohnes“ hat sich tatsächlich so abgespielt (und am Ende des Buches verrate ich seinen Namen …).

3. Die Polizisten in deinem Buch verbiegen ganz schön unsere Gesetz. Findest Du, dass unsere Gesetzgebung noch passend zu unserer heutigen Lebenssituation ist?

Das ist eine sehr schwierige Frage, die ich aus zwei Perspektiven beantworten möchte. Zum einen ist es so, dass uns die moderne Gesellschaft vor Schwierigkeiten bringt, die es noch vor etwa 20 Jahren nicht gab. Beispielsweise der Umgang mit Rockerclubs, Familienclans oder die Gefahr durch Terroristen. Die Behörden reagieren auf die neuen Herausforderungen langsam, sind durch Stellenabbau und medialen Druck beeinträchtigt. Die Stimmung in der Gesellschaft ist aufgeladen, der Mob lauert auf allen Seiten des politischen Spektrums. All diese Dinge greife ich in meinem Buch auf. Mein Protagonist Robert Bormann ist diesem Druck Tag für Tag ausgesetzt und scheitert daran. Er wird am Ende quasi zum Wolf, um den Wolf zu jagen. Als ich mir meinen männlichen Hauptcharakter vorgestellt habe, dachte ich an einen Cowboy aus der Zeit des wilden Westens. Ein Antiheld, der ständig betrunken ist und immer eine Hand am Revolver hat. Im Grunde ist er kein Gesetzeshüter, sondern ein Outlaw. Insofern habe ich mich aus der erzählerischen Perspektive um die Antwort gedrückt – allerdings war das auch gar nicht mein Thema.

Ich als Mensch allerdings (nicht als Autor) glaube, dass die Gesetzgebung schon noch unserer heutigen Lebenssituation angemessen ist – unsere Behörden müssten sie nur konsequent und selbstbewusst durchsetzen.

4. Ist unser Leben durch unsere Herkunft vorbestimmt? In Deiner Geschichte hat ja die Herkunft einen ganz dicken roten Faden.

Eine sehr philosophische Frage. Ich glaube, dass dies tatsächlich so ist und die Kunst im Leben daraus besteht, dieser Vorherbestimmung zu entfliehen. In der Realität scheitern wahrscheinlich 99% aller Menschen an dieser Aufgabe, aber ihre Lebensgeschichten sind dennoch interessant. Dieser Kampf ist der Motor einer jeden Geschichte, der darüber entscheidet, ob der Leser ein Buch bis zum Ende durchliest (bzw. überhaupt zu lesen beginnt). Je schlechter die Chancen stehen, um so interessanter wird die Geschichte. Obwohl meine Protagonistin Stella viele schlechte Eigenschaften hat, fiebert man doch mit ihr. Ihr Kampf um das eigene Schicksal und das ihres Sohnes macht die zur Sympathieträgerin.

5. Was ist Dein nächstes Projekt?

Wie man unschwer erkennen kann, habe ich eine Faszination für menschliche Abgründe und finstere Settings. Darüber hinaus orientiere ich mich gern an wahren Geschichten, die ich in einen authentischen und aktuellen Kontext setze. Mein kommendes Buch wird (soviel verrate ich an dieser Stelle) im Strafvollzug spielen – wir kommen also in den Knast. Doch auch hier, wo scheinbar die Rollen klar in „gut“ und „böse“ aufgeteilt sind, wird man am Ende niemandem mehr trauen können. Oh, und einen polarisierenden Titel wird auch wieder tragen. Doch mehr kann ich an dieser Stelle nicht verraten – denn Verräter sind im Knast nicht gut gelitten …

Ich bedanke mich nochmal ganz herzlich bei Byron Weigand und bin gespannt auf den nächsten Krimi!

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