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Kategorie: Krimi (Seite 1 von 77)

Gabriela Kasperski –
Besondere Umstände

Werner Meier übernimmt den Mord an seiner Bekannten Ruth Huldimann, die erschossen in ihrem Stadtbüro aufgefunden wird. Es findet sich sogleich ein Täter, ein alter Bekannter, der jedoch mit mehr  als einem dubiosen Alibi aufwarten kann.

Meiers Team stößt auf gelöschte Daten, verschwundene Akten und mysteriöse private Notizen, aber die Ermittlungen geraten ins Stocken.

Zita, Meiers Freundin erlebt während den Ermittlungen ihre letzten Tage der Schwangerschaft und freut sich über die Unterstützung ihrer Freundinnen aus dem Yoga-Kurs.

Nachdem Zita endlich entbunden hat, kommt es im Krankenhaus zu einer Babyentführung und Zita kann es nicht lassen, selbst zu ermitteln und bringt damit unbewusst ihre Mitstreiter in tödliche Gefahr…

Für das eigene Kind würde man über Leichen gehen, aber was, wenn man kein Kind hat? Die Sehnsucht dieser Menschen scheint eine gut bezahlte Marktlücke zu sein und Kasperski beleuchtet dieses „dunkle“ Thema der Kinderbeschaffung.

Was anfänglich aus losen Stränge bei den Ermittlungen, dem Privatleben und den Freunden von Meier und Zita beginnt, entpuppt sich als wirklich gut gestrickten Krimi, bei dem der Kinderwunsch und das Thema Adoption in ein ganz neues Licht gerückt wird.

Driss Chraïbi –
Inspektor Ali im Trinity College

Scotland Yard, die Wiege der Kriminalermittlungen und des klassischen Tweedanzugs sowie der steifen Uniformen des Straßen-Bobbys. Inspektor Ali passt in diesen so klar aufgestellten Haufen Ermittler wie ein Wolf in eine Schafherde. Ali fällt so ganz aus der Rolle. Liebt er doch Poesie, Kreuzworträtsel und einmalig schöne Frauen.

Er rebelliert wo er kann und wird dankbar nach Cambridge gesandt und soll dort einen Mord aufklären. Eine marokkanische Prinzessin wurde tot aufgefunden und es droht ein diplomatisches Debakel. Während alle den Selbstmord der schönen jungen Frau vermuten, kann sich Ali damit nicht wirklich anfreunden. Krach und Aufregung sind schon mal vorprogrammiert.

Für mich zwar ein wirklich kurzer Krimi aber ein gelungener Ausflug in die Welt des Inspektor Ali, der nicht unvergessen bleibt.

 

 

 

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Agatha Christie –
Miss Marple
Die verschwundenen Goldbarren

Tatsächlich ist dieses „alte Relikt“ in meiner Bibliothek aufgetaucht. Es gehörte vor langer Zeit mal der Katholischen Pfarrbücherei Pellingen.

Dieser Band umfasst insgesamt 13 kurze Kriminalfälle. Das Buch eigent sich hervorragend, um Miss Marple kennenzulernen. Die Geschichten sind kurz und knapp gehalten und enden wie gewohnt stehts mit der erstklassigen Auflösung der Fälle durch die Detektivin Miss Marple.

Die Kurzgeschichten beinhalten Übersinnliches, vergiftetes Essen, einen vermeintlichen Badeunfall und verschwundenes Gold.

Miss Marple ist natürlich mit ihrem Schaftsinn bestens für die Mörder und die zu lösenden Fälle gewappnet und verblüfft somit wie immer die Beteiligten und Verdächtigen.

Klassische Kriminalfälle in einem Sammelband, die sich also ideal eignen für einen kurzen Ausflug in die Welt der Agatha Christie.

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Ahmet Ümit –
Die Gärten von Istanbul

Kommissar Nevzat steht vor einem großen Rätsel. Sein Team findet an der Atatürk-Statue eine Leiche mit aufgeschlitzter Kehle. Nichts weißt weiter auf den Tatort hin bis man in der Hand des Toten, der pfeilartig vor dem Denkmal ausgebreitet daliegt, eine historische Münze auftaucht.

Zeynep, die junge Assistentin Nevzats und heimliche Freundin von Ali, Nevzats brummeligen und etwas ungestümen Kollegen beginnt mit ihrer Recherche über den Toten.

Erst als ein weiteres Opfer an einer weiteren historischen Städte samt antiker Münze auftaucht, scheint es vor Verdächtigen nur so zu wimmeln.

Beide Mordopfer waren unbeliebt, waren in dunkle Bau- und Immobilienmachenschaften verwickelt und hinterlassen nicht wirklich trauernde Familien.

Hilfe erhält Nevzat von der Exfrau des ersten Toten, einer Museumsdirektorin, die sich besonders gut mit der Historik und den Herrschern von Istanbul auskennt, aber für den Kommissar und besonders für Ali extrem verdächtig bleibt.

Die Morde gehen weiter und von den Tätern bleibt weiterhin keine Spur.

Nevzat selbst, der gerade schwer mit seiner eigenen Vergangenheit und seinen familiären Verlusten zu kämpfen hat, stolpert völlig blauäugig über die entscheidende Spur.

Die Gärten von Istanbul ist für mich kein klassischer Krimi. Die 728 Seiten der Geschichte sind mit detaillierten Beschreibungen des gegenwärtigen Istanbuls bepackt, sodass man für einen Besuch definitiv keinen Reiseführer mehr benötigt.

Auch die historischen Ausflüge in die diversen Herrscherzeiten, Numismatik und hier insbesondere in die Bauzeiten, Planungen und Zerstörungen des alten Istanbuls lassen bei Historik-Fans bei diesem Krimi die Herzen höher schlagen.

Teilweise geraten die Morde in den Hintergrund, sei es durch die detaillierten Beschreibungen der Denkmäler, Gärten und Menschen sowie den wirklich schwierigen Problemen aus der Vergangenheit Nevzats sowie dessen engstem Freundeskreis.

Für mich war der Ausflug nach Istanbul weniger spannend, was aber durch die historischen Einlagen und die Bemühungen des Autors, Verständnis für eines solch durch Krisen und Machtwechsel überforderte kleine Stück Land zu erwecken, wieder in ein ganz anderes Licht gerückt wurde.

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Paul Collins –
Der Mord des Jahrhunderts

Eine kopflose Leiche im Jahr 1897 lässt New York nicht los und die Ermittlungen der Polizei verlaufen im Sand. Die Journalisten hingegen haben Lunte gerochen und schlachten den Fall bis ins letzte Detail.

Die Sensationslust kennt keine Grenzen. Ein paar Journalisten machen sich selbst auf die Suche nach dem Killer. Diese Hetzjagd  wird mehr und mehr eine medialen Schlammschlacht.

Diese „Show“ gipfelt im Konkurrenzkampf zwischen Joseph Pulitzer und William Randolph Hearst.

Es tauchen erstmals Groupies auf, Medien stapel sich und als es um das Identifizieren des Leichnams geht, beschäftigt sich die Jury insbesondere um dessen „eigentümliches“ Gemächt.

Thorne, der vermeintliche Mörder, wartet derweil auf seine Vollstreckung in Sing Sing.

Der eigentliche Mord tritt ein wenig in den Hintergrund und wird zur Geburtsstunde der Boulevardpresse.

Der brodelnde Machtkampf der damaligen Zeitungsmogule ist derart spannend, das man nur so über die Geschichte hinwegfegt.

John Collins hat ein kleines Meisterwerk geschaffen. Man wirft einen Blick auf die Boulevardpresse, die Macht der Medienmogule und eine völlig hilflose Polizei und muss feststellen, das sich seit 1897 nichts geändert hat.

Mit Anhängen und diversen Quellenverzeichnissen ausgestattet weckt das Buch natürlich die Neugierde und man recherchiert fleißig nach.

Im Jahr 2012 wahr ich selbst in Californien und habe mir Hearst Castle angesehen. Das seit dem Tod von Hearst im Jahr 1951 zu einem „kleinen“ Museum erwachte Castle ist die reinste Augenweide. In jeder Ecke endeckt man die Verrücktheit Hearsts und versteht dessen Lebenslust und Streitbarkeit.

Was hätte ich dafür getan, in seinem mit Gold ausgelegten Indoorpool zu springen! Unvergesslich und eine Muss, wenn man auf der A1 unterwegs ist!


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