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Schlagwort: Gier (Seite 1 von 77)

Ruth Ware –
Woman in Cabin 10

Ruth Ware – Woman in Cabin 10

Lo Blackwood soll als Journalistin die Jungfernfahrt der Aurora begleiten. An Bord des Schiffes ist alles vertreten, was Rang und Namen hat und in Lord Bullmers neue Firma investieren und kräftig die Werbetrommel rühren soll. Für Lo stellt sich diese Fahrt als ganz besonders Sprungbrett in ihrer Journalistenkarriere dar, soll sie doch ihre schwangere Chefin vertreten.

Ausgerechnet eine Woche vor der Abfahrt wird Lo Opfer eines Einbruchs in ihrer Wohnung. Sie hofft diesem Angstzustand mit dieser aufregenden Schifffahrt zu entkommen. Doch gegen die Beklommenheit kommt auch das Luxusschiff nicht an. Lo merkt zu spät, dass es sich bei diesem ultramodernen Boot um nichts anderes als eine Stecknadel auf unendlicher See handelt.

Für das Galadinner am Abend leiht sie sich von der Dame aus der Nachbarkabine Wimperntusche und gerät dadurch nichtsahnend in einen Mordkomplott.

Lo wird durch ein dumpfes Platschen geweckt und erkennt auf ihrem Balkon nur noch einen hellen sinkenden Fleck im der Meeresbrise und einen Blutfleck an der gläsernen Reling.

Angstzustände bringen die Lo daraufhin fast um den Verstand. Um mit sich selbst endlich wieder im Reinen zu sein, begibt sie sich auf gefährliches Terrain und beschließt, diesen Mord aufzuklären.

Was für den Leser als klassischer „Whodunit“ beginnt, verstrickt sich immer mehr in einen düsteren und fiesen Psychothriller. Ruth Ware gelingt es besonders gut, die dunklen Geheimnisse der Gäste und die Gehorsamkeit des Boardpersonals mehrfach in Frage zu stellen.

Julia Nachtmann verleiht Lo eine Stimme, die den Zuhörer mehrfach schaudern lässt. Mit stets einem Funken Hoffnung wagt sich die junge Journalistin in die Abgründe von Reichtum, Spekulation und tiefen Hass.  

Ware erhöht die Spannung „Kapitel“ um „Kapitel“ mit Einspielern der verzweifelten Familie und Freunde.

Lo will man Flügel verleihen und hofft auf den Sprung von Board, aber dort wartet nur das dunkle tiefe Meer!

Ich bedanke mich herzlich bei DAV für das Rezensionsexemplar.

Johanna Alba und Jan Chorin –
Jubilate

Johanna Alba & Jan Chorin – Jubilate

Papst Petrus verschlägt es dank der Geburtstagsfeier seines alten Freundes Frederico nach Castel Gandolfo. Nichtsahnend erhofft er sich ein paar Tage Erholung von seiner Immaculata und von den Grabenkriegen im Vatikan.

Auf dem alten Landsitz von Frederico angekommen, erfährt er von dessen Plan. Für Frederico steht die Himmelspforte bereits weit offen und ein potentieller Erbe, der mit Weitsicht und einem guten Herzen das Vermögen übernimmt, muss her.

Dass das Erbe ausgerechnet an Guilia, Petrus Pressesprecherin gehen soll, bringt unerwartet ein paar Feinde innerhalb der riesigen Familie Santini zu Tage. Ausschlaggebend von der Bedingung, dass Guilia nur verheiratet das Vermögen samt des riesigen Landsitzes entgegen nehmen kann, schmiedet die junge Römerin ebenfalls einen Plan.

Mordanschläge und dubiose Szenerien durchkreuzen Guilias Pläne und Petrus muss mit Hilfe von Francesco, der Großtante Eugenia und Immaculata eingreifen.

Pläne und Pläne werden geschmiedet. Mehr als ein dunkles Familiengeheimnis wird ausgegraben.

Petrus ist mehr denn je bereit, zu seinen Lieben zu stehen und zieht fleißig Strippen. Heimlich kocht er, verflogt dubiose Ordensschwestern und entpuppt sich als hoffnungsloser Romantiker.

Mit Johanna Alba und Jan Chorin fliehen wir in „Jubilate“ aus dem heißen staubigen Rom ins schöne Tal vor dem Castel Gandolfo. Mit viel Witz und gewohnter Spannung begleiten wir Papst Petrus auf seinen geheimen Abenteuern. Während Schwester Immaculata versucht, ihr eigener Herr und das Oberhaupt ihres Ordens zu werden, hat Petrus bereits alle Fäden gezogen und lässt seine Schäfchen gewohnt nach seiner Pfeife tanzen.

Petrus und seine Helfer sind mir mittlerweile ganz schön ans Herz gewachsen. Neben fiesen Grabenkriegen im Vatikan muss sich der Papst gegen die Zucht und Ordnung seiner Haushälterin wehren. Nichts desto trotz hat er nie sein Herz für die Menschen verloren.

Ich bedanke mich herzlich bei Johanna Alba und Jan Chorin für den 5. Teil der Papst-Krimi-Reihe und hoffe natürlich auf weitere Abenteuer aus dem kleinen römischen Reich.

Takis Würger –
Stella

Takis Würger – Stella

Als Leserin, die Stellas Geschichte vorher schon kannte, ist es für mich nur eine Geschichte, die uns jedoch deutlich macht, dass diese schlimme Zeit niemals in Vergessenheit geraten darf und wir uns tagtäglich darüber auch im Klaren sein müssen, was Frieden bedeutet.

Wir lernen Stella, die sich mit Überzeugung Kristin nennt, über Friedrich, den jungen Schweizer kennen. Dieser begibt sich auf die Suche nach dem Leben und reist trotz Kriegswarnung nach Berlin. Einquartiert im Hotel muss er als reicher Schweizer keine Einbußen feststellen. Es lebt sich gut, bis er auf Stella trifft. Die verdreht im so schnell der Kopf, dass er, auch aus dem Glauben heraus, dass in allen Menschen nur das Gute steckt, völlig von ihr eingenommen wird.

Die junge drogensüchtige und nach Aufmerksamkeit strotzende junge Jüdin Stella umgibt sich auch mit dem Adligen Tristan von Appen, der sich Friedrich umgehend als Freund anbietet.

Während Stella versucht, ihre wahre Identität vor Friedrich geheim zu halten, wagt Tristan den Weg der Wahrheit, aber nur, um seine eigene Identität zu verschleiern.

Friedrich merkt leider erst viel zu spät, dass er in einem meisterhaften Marionettentheater gelandet ist, bei dem er die einzige Puppe zu sein scheint. Stellas „Berufung“ lässt ihn geblendet von der Liebe kalt. Nur langsam beginnt er, Wahrheit von Lüge zu unterscheiden.

Takis Würger erzählt die Geschichte der Greiferin Stella mit fast schon distanzierter Art. Der Leser soll sich unabhängig, ob er Hintergrundwissen besitzt oder nicht, sich ein ganz eigenes Bild machen.

Man ringt um Fassung, wenn man die Deportationsprotokolle bzw. die „Anzeigen“ liest und ärgert sich über Friedrich, weil der so verblendet von seiner „schönen“ Stella ist. Tristan vervollständigt dieses Trio mit seiner meisterhaften Täuschung.

In diesem Roman ist sich jeder, bis auf den völlig weltfremden Friedrich, ausschließlich selbst der Nächste und man erkennt nicht ansatzweise Erbarmen.

Einzig wichtig für mich ist hier nur, dass diese schlimme Zeit nicht vergessen werden und es niemals wieder so weit kommen darf.

Vielen Dank an den Hanser-Verlag und an Lovelybooks für das kostenlose Rezensionsexemplar.

Die Rezension zu Takis Würgers Erstlingswerk „The Club“ findet Ihr hier.

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