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Schlagwort: Gier (Seite 1 von 78)

Donna Leon –
Auf Treu und Glauben

Commissario Brunettis neunzehnter Fall

Donna Leon – Auf Treu und Glauben

Urlaubszeit ist Reisezeit und so steht auch für die Brunettis eine Reise nach Tirol in kühlere Gefilde an.

Während ganz Venedig unter der erbarmungslosen Hitze ächzt, beschließt Vianello, sich etwas mehr mit seiner Tante zu beschäftigen. Die rüstige alte Dame verbringt zum Leidwesen der restlichen Familie ihr Erspartes unter dubiosen Umständen an den Mann.

Begeistert von Horoskopen, Wahrsagern und Tartotkartenlegern ist sie scheinbar einem ausgefuchsten Dieb auf den Leim gegangen.

Schnell ist Brunetti dank Elettra davon überzeugt, dass hier Hilfe von Nöten ist.

Kurz vor Brunettis Abreise taucht ein alter Bekannter auf, der ihm vertrauliche Unterlagen aus dem Gericht übergibt. Mit spitzen Fingern findet Brunetti schnell heraus, dass hier Fälle vor dem Gericht verschleppt werden und mache gar noch mehreren Jahren noch nicht ausgeurteilt wurden.

Da immer wieder die gleiche Richterin und ein Beamter auftauchen, beschließt Brunetti Elettra auf den Fall aufmerksam zu machen. Die lässt ihre Beziehungen spielen und gerät persönlich hinein in das kleine Schmierentheater.

Tags darauf sitzen die Brunetti mit seiner Familie im Zug als sich Claudia meldet und ihn aus dem Urlaub zurückbeordert. Der Mord an einem hochgelobten Beamten am Gericht lässt Brunetti wie auch Vianello aus dem Urlaub zurückkehren.

Für die beiden beginnt ein interessantes Katz- und Mausspiel, bei dem die üblichen Verdächtigen wie Geldgier, Sex und Liebe sich im Mordmotiv mehrfach abwechseln.

Donna Leon lässt an ihrer geliebten Heimatstadt oft kein gutes Haar. Der Massentourismus, die Sorge um die Umwelt und die allseits beliebte Bestechlichkeit bringt nach wie vor weitere Kriminalgeschichten rund um Brunetti und seinem illustren Ermittlerteam.

Während Brunetti stets in ruhigem Maße und ohne viel Aufregung sich um seine Opfer kümmert, biegt Elettra das Gesetz wie es ihr passt.

Vianello repräsentiert sich in diesem Stück als meisterhafter Familienmensch, dessen Glaube an das Gute im Menschen stets Hoffnung gibt.

Ein Land, gespalten zwischen Moderne und Altertum, hat es sicherlich nicht leicht, sich auf die neue Zeit vollkommen einzulassen.

Petra Johann –
Die Entführung

Petra Johann – Die Entführung

Leni Festing und Ronja Aurich sind die besten Freundinnen. Auch diesen Sommer verbringen sie gemeinsam ihre Schulferien am Chiemsee.

Es ist der Sommer, den Leni nie vergessen wird. Die Beiden werden auf der Fahrt zum Ferienhaus entführt. Drei Millionen Mark Lösegeld fordert der Entführer.

Die Polizei schleust sich in die Villa von Karl Festing, der es nicht gewohnt ist zu verlieren. Er weigert sich, die Lösegeldforderung anzunehmen und verhandelt. Panik bricht aus. Das Ermittlerteam hat alle Hände voll zu tun, die verzwickten Familienverhältnisse auf beiden Seiten zu verstehen und Festings engste Vertraute zu durchleuchten.

Während Leni ihren Tod kommen sieht, rebelliert Ronja in ihrem Verließ. Die Stimme des Entführers kommt ihr bekannt vor. Aber wie kann das sein? Bei ihren Eltern ist nichts zu holen, währenddessen Lenis Vater im Geld schwimmt.

Die Lösegeldübergabe der Entführung entpuppt sich als Farce. Ronjas Eltern werden darin verwickelt und vom Geld selbst fehlt jede Spur. Während Leni heil bei ihrem Vater ankommt, fehlt von Ronja jede Spur. Als die Mädchen ausgetauscht werden sollen, fallen Schüsse.

Jahre später trifft Leni auf einen der Entführer. Ihr wird klar, dass alle Menschen um sie herum sich in eine Wand des Schweigens hüllten. Doch Leni, erwachsen und von Wut gepackt, begibt sich auf Spurensuche. Ihre eigene Vergangenheit hat jedoch an ihr selbst Spuren hinterlassen und sie steht erneut an einem Scheideweg.

Mit Petra Johann begibt man sich auf Spurensuche in der Vergangenheit. Macht, Gier und Reichtum macht Menschen zu unkontrollierbaren Wesen.

Während Leni in ihrem Leben sich so sehr nach Liebe und Geborgenheit sehnt, lebt Ronja genau in dieser Welt, die allerdings von Geldsorgen und dunklen Familiengeheimnissen beschattet wird.

So unterschiedlich die beiden Mädchen sind, so nahe sind sie sich.

Ein gewagtes Verwirrspiel plagt die Ermittler, die selbst nach Jahren den Fall der vermissten Ronja nicht lösen konnten. Erst als es Leni wagt, gegen ihre eigene Familie aufzubegehren, tauchen neue Spuren auf.

Johann macht dem Leser klar, dass hier wirklich nichts ist, wie es scheint. Gekonnt zieht sie ihre Leser in den Bann von Reichtum, Macht und in eine Welt aus Drogen, aus der es nur selten gelingt, auszubrechen.

Vielen Dank an blanvalet und an Jellybooks für das Rezensionsexemplar!

Lisbeth Jarosch –
Last Haven –
Über alle Grenzen

Lisbeth Jarosch – Last Haven – Über alle Grenzen

Aidas Misstrauen gegenüber der Führung und ihre kleine Rebellion hat Last Haven zu einem wahren Hafen gemacht. Dennoch leidet das Volk außerhalb der Grenzen und selbst die Bewohner von Last Haven müssen sich einschränken.

Doch die Rationierungen reichen nicht aus. Die Clas außerhalb der Grenzen greifen an, sind aber der modernen Technik Last Havens völlig unterlegen. Ein Hindernis stellt dies für die verhungernden und verdurstenden Menschen nicht dar. Entgegen der Hoffnung der jetzigen Führungselite lassen sich die armen Menschen nun reihenweise erschießen um einem leidvollen Tod zu umgehen.

Auch Aida steigt unerwartet und dank Chesters Unterstützung auf. Romulus gesteht ihr endlich den Grund seiner Liebe zu ihr und das wiederum erlaubt Aida, sich etwas genauer mit sich selbst zu beschäftigen.

Unerwartet erhält sie auch außerhalb Last Havens Grenzen einen Einblick in die elende Wahrheit und lernt die Bedeutung des Wortes Familie endlich selbst kennen.

Doch die Zeit drängt, die Armut wird immer größer.

Eine Lösung zur Rettung der gesamten Menschheit muss her, aber wie?

Aida sieht dank Chesters Hilfe eine Lösung im altehrwürdigen Archiv. Aber selbst dort muss sie feststellen, dass schon damals Last Haven als verloren galt.

Schonungslos offen lesen wir über Rationierungen, Verhungern und Verdursten. Wir selbst leben jedoch im Wohlstand und machen uns keinerlei Gedanken oder zumindest wenige über hungerleidende Menschen auf unserer Welt.

Während wir unseren Fortschritt leben, schaffen wir es nicht, die restliche Welt mit ausreichend Nahrungsmitteln und Trinkwasser zu versorgen.

Mit Lisbeth Jarosch begibt man sich in die Zukunft, jedoch nicht wirklich in eine utopische Welt. Aidas Last Haven ähnelt doch in vielen Zügen unserer Erde und lässt auch hier immer mehr Menschlichkeit zu.

Es ist schön zu lesen, das Aida an ihren Aufgaben wächst und sich stets selbst darum bemüht, sich ein eigenes Bild zu machen.

Ich bedanke mich herzlich bei Lisbeth Jarosch für den dritten Teil der Last Haven Saga und bei Piper für das Rezensionsexemplar sowie bei Lovelybooks für die tolle Leserunde!

Es war mir wie auch bei Teil 1 und Teil 2 eine Freude!

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