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Schlagwort: Reichtum (Seite 1 von 14)

Seth Fried –
Der Metropolist

Seth Fried – Metropolis

Ein Zukunftsroman mit Gesellschaftskritik

Henry Thompson arbeitet für das Bundesamt für kommunale Infrastruktur, kurz BKI.

Er ist pflichtbewusst, fleißig und obrigkeitshörig. Freunde hat er allerdings nicht. Henry lebt für seine Arbeit, der Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur.

Unterstützt werden die Beamten des BKI von einer künstlichen Intelligenz, genannt OWEN, die nicht so ganz arbeitet, wie man es erwarten würde, denn OWEN hat eine eigene Persönlichkeit. OWEN befindet sich auf den Smartphones der Beamten und entspricht somit vielleicht einer etwas zu gut gelaunten Siri.

Als das Bundesamt durch einen Computervirus angegriffen wird, werden gleichzeitig in Metropolis die Dienststelle der Behörde und deren Rechenzentrum zerstört.

Henry wird von seinem Chef als Ermittler eingesetzt und OWEN, nun in Form einer Krawattennadel, soll ihm dabei helfen…

Die Kurzbeschreibung „Pulp Fiction meets Science Fiction“ trifft es in meinen Augen nicht so ganz. Es ist ein wirklich unterhaltsamer Zukunftsroman, der allerdings in der sehr nahen Zukunft spielt und die Technik daher nicht ganz so abgehoben anmutet, wie in vielen anderen Science Fiction Romanen.

Mein Fazit:

Eine gewisse anziehende Skurrilität haben besonders die Dialoge zwischen den beiden Hauptfiguren. Ich finde allerdings, dass der Roman besonders in der zweiten Hälfte, sehr gesellschaftskritisch wird. Das ist in meinen Augen sehr positiv und hebt ihn aus der Masse heraus. Die Kritik, dass vor allem die Reichen bevorteilt werden und die arme Bevölkerung oft vergessen bzw. absichtlich in den vorherrschenden Verhältnissen bleiben muss, bleibt auch Henry am Ende nicht verborgen.

Die Charaktere, besonders die beiden Protagonisten Henry und OWEN, sind sehr stimmig und liebevoll angelegt. Die Handlung ist spannend und abwechslungsreich.

Es war ein Genuss von der ersten Seite bis zur letzten. Dass der Roman dabei zum Nachdenken anregt, tut der Kurzweil keinen Abbruch.

Das Cover ist wirklich eine Augenweide und sehr gut gelungen!

Vielen Dank an Seth Fried und an den Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar. Es war mir eine Freude!

Ruth Ware –
Woman in Cabin 10

Ruth Ware – Woman in Cabin 10

Lo Blackwood soll als Journalistin die Jungfernfahrt der Aurora begleiten. An Bord des Schiffes ist alles vertreten, was Rang und Namen hat und in Lord Bullmers neue Firma investieren und kräftig die Werbetrommel rühren soll. Für Lo stellt sich diese Fahrt als ganz besonders Sprungbrett in ihrer Journalistenkarriere dar, soll sie doch ihre schwangere Chefin vertreten.

Ausgerechnet eine Woche vor der Abfahrt wird Lo Opfer eines Einbruchs in ihrer Wohnung. Sie hofft diesem Angstzustand mit dieser aufregenden Schifffahrt zu entkommen. Doch gegen die Beklommenheit kommt auch das Luxusschiff nicht an. Lo merkt zu spät, dass es sich bei diesem ultramodernen Boot um nichts anderes als eine Stecknadel auf unendlicher See handelt.

Für das Galadinner am Abend leiht sie sich von der Dame aus der Nachbarkabine Wimperntusche und gerät dadurch nichtsahnend in einen Mordkomplott.

Lo wird durch ein dumpfes Platschen geweckt und erkennt auf ihrem Balkon nur noch einen hellen sinkenden Fleck im der Meeresbrise und einen Blutfleck an der gläsernen Reling.

Angstzustände bringen die Lo daraufhin fast um den Verstand. Um mit sich selbst endlich wieder im Reinen zu sein, begibt sie sich auf gefährliches Terrain und beschließt, diesen Mord aufzuklären.

Was für den Leser als klassischer „Whodunit“ beginnt, verstrickt sich immer mehr in einen düsteren und fiesen Psychothriller. Ruth Ware gelingt es besonders gut, die dunklen Geheimnisse der Gäste und die Gehorsamkeit des Boardpersonals mehrfach in Frage zu stellen.

Julia Nachtmann verleiht Lo eine Stimme, die den Zuhörer mehrfach schaudern lässt. Mit stets einem Funken Hoffnung wagt sich die junge Journalistin in die Abgründe von Reichtum, Spekulation und tiefen Hass.  

Ware erhöht die Spannung „Kapitel“ um „Kapitel“ mit Einspielern der verzweifelten Familie und Freunde.

Lo will man Flügel verleihen und hofft auf den Sprung von Board, aber dort wartet nur das dunkle tiefe Meer!

Ich bedanke mich herzlich bei DAV für das Rezensionsexemplar.

Andreas Suchanek –
Ein MORDs-Team –
Die fünfte Dynastie –
Der Fall Corey Parker 1

Andreas Suchanek - Ein MORDs-Team - Die fünfte Dynastie - Der Fall Corey Parker

Andreas Suchanek – Ein MORDs-Team – Die fünfte Dynastie – Der Fall Corey Parker

Nachdem in den ersten Teilen „Die Akte Marietta King“ zumindest dem Mörder der jungen Marietta King von den vier jungen Ermittlern Olivia, Randy, Mason und Danielle das Handwerk gelegt werden konnte, ist jedoch immer noch unklar, wer diesen damals angeordnet hat.

Alles deutet darauf hin, dass die Spuren erneut ins Jahr 1985 zurückführen. Die damalige Brandkatastrophe auf der Zirkusinsel führt die Vier zurück in die Geisterbahn und ausgerechnet dort stoplern sie über eine Leiche.

Diese entpuppt sich nach ersten Ermittlungen als der lange verschollene Corey Parker. Während die örtlichen Behörden und die Dynastien verzweifelt versuchen, die Identität des Toten geheimzuhalten, wird den Vieren samt der Reporterin Sonja Walker schnell klar, dass das sichtbare Einschussloch so rein gar nichts mit dem damaligen Mordszenario gemeinsam hat.

Corey Parker sollte eigentlich gemeinsam mit dessen Schwester Wendy in den Tiefen des Ozeanes liegen. Das Geständnis der Mutter, die das Zwillingspärchen von den Klippen in den vermeintlichen Tod stieß, war also nur gelogen?

Nichtsahnend, das neben den Dynastien jetzt auch noch ein weiterer Gegner einen ganz eigenen Rachefeldzug vorantreibt, begeben sich die Vier in höchste Gefahr.

Schon auf den ersten Seiten war klar, dass ich diese Fortsetzung wieder nicht aus der Hand legen kann. Diese vier sympatischen Kids, in denen man sich als Leser leicht wiederfindet, treten mutig in einen Kampf gegen Ungerechtigkeit, und verlorengeglaubter Hoffnung.

Doch dieses Mal haben die Dynastien mehr Punkte auf dem Spielbrett und den entscheidenden Schachzug bereits getan. Danielles Welt gerät dank der Spielzüge ihres Vaters gehörig aus den Fugen.

Dieser Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart, dem heutigen und dem damaligen Ermittlerteam macht es so unglaublich spannend! Wer lüftet welches Geheimnis und wer steckt hinter dem geheimnisvollen „Grafen“. Dies gilt es also nunmehr zu lösen. Ich kann es kaum erwarten!

Die vorhergehenden Fälle findet ihr hier:

Die vergessenen Akten

Spiel im Schatten

In den Trümmern

Das Echo des Schreis

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