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Schlagwort: Krieg (Seite 1 von 24)

James Hazel –
The Mayfly

James Hazel - The Mayfly
James Hazel – The Mayfly

Erst schnell aufsteigender Cop und dann wechselt er am Höhepunkt seiner Karriere ausgerechnet zur Konkurrenz.

Priest, jetzt renommierter Anwalt, bekommt ungeplanten Besuch. Dieser endet mit einer verbrannten Hand, zwei Beulen am Kopf und jeder Menge offener Fragen nach einem USB-Stick.

Wir schwenken ab in das Jahr 1945 nach Buchenwald und lernen dort Colonel Ruck kennen, der die leidvolle Aufgabe hat, alles an Akten und Unterlagen für die britische Regierung zu sichern und den Wettlauf gegen die Amerikaner zu gewinnen.

Als ein ehemaliger Kollege in der Anwaltskanzlei von Priest auftaucht und ihm einen Mord in die Schuhe schieben will, ist Priest klar, dass es sich bei dem ungeplanten Besuch um kein Versehen handelte. Von der Familie des Toten selbst beauftrag begibt sich Priest nunmehr mit Jessica, der jüngsten Tochter, auf Spurensuche.

Nach Erhalt eines Abschiedsbriefes von seinem Patenonkel kommen Priests Ermittlungen erst richtig ins Rollen, wären da nicht sein kleines privates Problem, seine Exfrau und sein mordender Bruder.

James Hazel hat mit „The Mayfly“ einen ausgezeichneten und besonders grausamen Thriller geschaffen, der die Vergangenheit nicht ruhen lässt. Gekonnte Zeiten- und Szenenwechsel führen den Leser durch die Ermittlungen von Charlie Priest, dem sympathischen Anwalt, der auf gefährlichen Pfaden seiner Vergangenheit wandelt und einem sterbenden alten Colonel des MI5, dessen Fehltritt aus dem Jahr 1945 einen grausamen und mörderischen Komplott nach sich zieht, der einem als Leser die Haare zu Berge stehen lässt.

Ich hoffe, das die Geschichte um Charlie Priest noch lange nicht zu Ende erzählt ist!

Vielen Dank an Jellybooks und an Blanvalet für das kostenlose Rezensionsexemplar.

Carolin Elizabeth Talbot –
Wir drehen uns noch immer auf der Welt

Carolin Elizabeth Talbot –
Wir drehen uns noch immer auf der Welt

Emma ist mit ihrer Welt endgültig fertig. Arbeitslos und ohne Hoffnung auf einen neuen Job muss sie zurück zu ihrer Großmutter. Genau in die Einöde zurück, von wo sie nach dem Abitur einst floh.

Die Zeit rinnt dahin und um die Beziehung der beiden steht es keinen Deut besser als nach der erstmaligen Trennung, bis Emma ein kleines Tagebuch in Sütterlin findet. Sie fasst sich ein Herz und fängt an es zu lesen. Nachdem sie ihre Großmutter mit diesem kleinen Büchlein konfrontiert, bricht endlich der Damm. Der Vergangenheit stehen beide mit offenen Armen gegenüber. Der Tod Emmas Eltern und das harte Leben der Großmutter hatte lange Jahre Schatten auf diese Beziehung geworfen.

Als Emma dann auch noch David, den jungen und quirligen Spanier kennenlernt, scheint sich die Welt endlich wieder weiterzudrehen. Doch auch David, geflohen auf der Suche nach Arbeit, sieht sich auf einem langen Weg des Scheiterns. Die Beziehung wird hart auf die Probe gestellt.

Emma greift erneut zu dem alten Büchlein und wird mit der Front des ersten Weltkrieges konfrontiert. Rudolf erlebt die erste Zeit wie im Traum. Es wird gefeiert und ausgiebig gelebt. Er trauert um die Zurückgebliebenen und um seine einzig wahre Liebe. Doch die Front rückt näher und als die ersten Schüsse fallen, wird auch Rudolf klar, dass ein Leben auf dieser Welt nicht nur aus sonnigen Tagen besteht, sondern auch viel Leid und Trauer mit sich bringt.

Mit Carolin Elizabeth Talbot begeben wir uns auf die Suche nach dem Sinn in unserem Leben und auf eine lange Reise. Begleitet durch ein altes Tagebuch aus Kriegszeiten lernen wir mit Emma, David und der Großmutter verschiedene Sichtweisen und Überlebensstrategien kennen, die sich quer durch Europa und scheinbar auch durch alle Schichten zieht. Selbstfindung, Verzeihen und Liebe resultieren aus unseren Stärken und Schwächen.

Vielen Dank an Carolin Elizabeth Talbot für das Rezensionsexemplar. Es war mir wieder ein Vergnügen. Meine Rezension zum Erstlingswerk „Cloudfänger“ findet Ihr hier.

Takis Würger –
Stella

Takis Würger – Stella

Als Leserin, die Stellas Geschichte vorher schon kannte, ist es für mich nur eine Geschichte, die uns jedoch deutlich macht, dass diese schlimme Zeit niemals in Vergessenheit geraten darf und wir uns tagtäglich darüber auch im Klaren sein müssen, was Frieden bedeutet.

Wir lernen Stella, die sich mit Überzeugung Kristin nennt, über Friedrich, den jungen Schweizer kennen. Dieser begibt sich auf die Suche nach dem Leben und reist trotz Kriegswarnung nach Berlin. Einquartiert im Hotel muss er als reicher Schweizer keine Einbußen feststellen. Es lebt sich gut, bis er auf Stella trifft. Die verdreht im so schnell der Kopf, dass er, auch aus dem Glauben heraus, dass in allen Menschen nur das Gute steckt, völlig von ihr eingenommen wird.

Die junge drogensüchtige und nach Aufmerksamkeit strotzende junge Jüdin Stella umgibt sich auch mit dem Adligen Tristan von Appen, der sich Friedrich umgehend als Freund anbietet.

Während Stella versucht, ihre wahre Identität vor Friedrich geheim zu halten, wagt Tristan den Weg der Wahrheit, aber nur, um seine eigene Identität zu verschleiern.

Friedrich merkt leider erst viel zu spät, dass er in einem meisterhaften Marionettentheater gelandet ist, bei dem er die einzige Puppe zu sein scheint. Stellas „Berufung“ lässt ihn geblendet von der Liebe kalt. Nur langsam beginnt er, Wahrheit von Lüge zu unterscheiden.

Takis Würger erzählt die Geschichte der Greiferin Stella mit fast schon distanzierter Art. Der Leser soll sich unabhängig, ob er Hintergrundwissen besitzt oder nicht, sich ein ganz eigenes Bild machen.

Man ringt um Fassung, wenn man die Deportationsprotokolle bzw. die „Anzeigen“ liest und ärgert sich über Friedrich, weil der so verblendet von seiner „schönen“ Stella ist. Tristan vervollständigt dieses Trio mit seiner meisterhaften Täuschung.

In diesem Roman ist sich jeder, bis auf den völlig weltfremden Friedrich, ausschließlich selbst der Nächste und man erkennt nicht ansatzweise Erbarmen.

Einzig wichtig für mich ist hier nur, dass diese schlimme Zeit nicht vergessen werden und es niemals wieder so weit kommen darf.

Vielen Dank an den Hanser-Verlag und an Lovelybooks für das kostenlose Rezensionsexemplar.

Die Rezension zu Takis Würgers Erstlingswerk „The Club“ findet Ihr hier.

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