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Schlagwort: Hoffnung (Seite 1 von 115)

Joshua Tree –
Ganymed erwacht

Joshua Tree – Ganymed erwacht

In der nicht mehr allzu fernen Zukunft hat der Mensch einen großen Teil des Sonnensystems erobert und selbst auf dem Jupitermond Ganymed eine Forschungsstation. Diese dient einer Sonde, die einen neu entdeckten Planeten besucht und dort Proben genommen hatte, als Zwischenstation auf ihrer Rückkehr zur Erde.

Es kommt zu einem Zwischenfall und die Astronautin Rachel Ferreira, die zu dieser Zeit auf der Forschungsstation arbeitet, ist die einzige Überlebende, die mit der Sonde und den Proben die Erde erreicht.

Auf der Erde herrschen vier mächtige Konzerne, Korruption und soziale Ungerechtigkeit. Hier treffen wir auf den zweiten Protagonisten der Geschichte. Theodore ist jemand, der besondere Probleme löst. Dabei kann er sich auf ein Team von drei Personen verlassen: Muffin, ein degenerierter Computerspezialist, Ludwig, ein Exsoldat mit Cyberersatz und Jack, die für die Bewaffnung zuständig ist.

Theodore und sein Team erhalten von einem der mächtigsten Konzerne, Hyun-Hakkamoto, den Auftrag Rachel Ferreira zu kidnappen und stellen gleichzeitig die Proben sicher. Rachel bekommt dadurch die Chance zu Ganymed zurückzukehren…

Eine kurze Zeitlinie zeigt den Weg von 2019 bis ins Jahr 2058, in dem die Geschichte unserer Zukunft angesiedelt ist. Diese sollte man vor dem eigentlichen Eintauchen in die Story gelesen haben, um einige Dinge besser verstehen zu können. Es ist interessant zu sehen, wie ein paar wenige Ereignisse in dieser überschaubaren Zeit, zu einer Welt führen, die mit der heutigen Welt nicht mehr viel gemein hat.

Sehr klug werden die beiden Erzählstränge um Rachel und um Theodore aufgebaut, die sich im Laufe der Geschichte annähern, Verbindungen schaffen und sich immer enger umeinander wickeln. Und gerade, wenn die Spannung am größten ist, muss man sich auf den zweiten Band der Geschichte gedulden: Ganymeds Flüstern.

Vielen Dank an Joshua Tree und an Literaturtest für das kostenlose Rezensionsexemplar. Es war mir wie immer ein Vergnügen.

Yrsa Daley-Ward –
Alles, was passiert ist

Yrsa Daley-Ward

Marcia Daley-Ward reist hochschwanger als Jugendliche endlich nach England. Ihr von ihren Eltern so gottgelobtes Land preist sich jedoch für Marica nicht gerade als neue Heimat an. Im harten Glauben der Adventisten kann Marcia, schwanger und alleinstehend, nicht gerade mit Frömmigkeit punkten.

Die Flucht nach vorn, weg von ihren Eltern bietet ihr immerhin einen Job als Krankenschwester. Dauermüde von endlosen Nachtschichten und herrischen Männern steht die nächste Schwangerschaft an. Yrsa betritt das Licht der Welt unter keinem guten Stern. Ausgesetzt bei den Großeltern scheint kein Entkommen aus dieser trostlosen Ecke Nordenglands.

Yrsa ist einfach zu schön um wahr zu sein. Verlockend lange Beine und ein hübsches Gesicht stehen in Konkurrenz zur Mutter, die innerlich darum fleht, dass ihre kleine Yrsa endlich zu verstehen mag.

Für manche Menschen ist die Schönheit ein Traum, für Yrsa ein Fluch. Sie gerät natürlich auf Abwege, beherrscht Männer mit Sex und anderen Verlockungen.

Geplagt von der Vergangenheit und gepeinigt von der kommenden Zukunft besteht Yrsa ihre härteste Probe. Ihr jüngerer Bruder, hochbegabt und unbeirrbar, braucht ihre Hilfe. Machtlos sieht sich Yrsa die Abstürze ihres „Little Roo“ gnadenlos mit an. Erst nach dem Krebstod der Mutter erkennt sie endlich eine Wendung in ihrem Leben.

Mein Fazit

Yrsa Daley-Ward macht es einem als Leser nicht leicht. Man steckt fest zwischen Lyrik, fieser Wahrheit und dem Traum nach einem Einhorn fest. Was bringt ein solches Leben, wieso erscheint kein edler Retter?

Auswirkungen der Flucht ziehen nicht enden wollende Fäden durch das Leben dieser jungen gnadenlosen Frau, die stets versucht, endlich und endgültig ihr eigenes Leben zu finden.

Der herrschenden männlichen Dominanz ergibt sich Yrsa so oft, dass man inständig als Leserin hofft, dass irgendwann das Erwachen mit einem lauten Paukenschlag kommt. Wer in diesem Buch das Glück sucht, ist verloren. Man gerät in eine Welt von der man hofft, dass diese, wie auch das Einhorn nur ein unglaublich fieser Traum war.

Ich bedanke mich herzlich bei Blumenbar und bei Yrsa Daley-Ward für das kostenlose Rezensionsexemplar.

Ruth Ware –
Woman in Cabin 10

Ruth Ware – Woman in Cabin 10

Lo Blackwood soll als Journalistin die Jungfernfahrt der Aurora begleiten. An Bord des Schiffes ist alles vertreten, was Rang und Namen hat und in Lord Bullmers neue Firma investieren und kräftig die Werbetrommel rühren soll. Für Lo stellt sich diese Fahrt als ganz besonders Sprungbrett in ihrer Journalistenkarriere dar, soll sie doch ihre schwangere Chefin vertreten.

Ausgerechnet eine Woche vor der Abfahrt wird Lo Opfer eines Einbruchs in ihrer Wohnung. Sie hofft diesem Angstzustand mit dieser aufregenden Schifffahrt zu entkommen. Doch gegen die Beklommenheit kommt auch das Luxusschiff nicht an. Lo merkt zu spät, dass es sich bei diesem ultramodernen Boot um nichts anderes als eine Stecknadel auf unendlicher See handelt.

Für das Galadinner am Abend leiht sie sich von der Dame aus der Nachbarkabine Wimperntusche und gerät dadurch nichtsahnend in einen Mordkomplott.

Lo wird durch ein dumpfes Platschen geweckt und erkennt auf ihrem Balkon nur noch einen hellen sinkenden Fleck im der Meeresbrise und einen Blutfleck an der gläsernen Reling.

Angstzustände bringen die Lo daraufhin fast um den Verstand. Um mit sich selbst endlich wieder im Reinen zu sein, begibt sie sich auf gefährliches Terrain und beschließt, diesen Mord aufzuklären.

Was für den Leser als klassischer „Whodunit“ beginnt, verstrickt sich immer mehr in einen düsteren und fiesen Psychothriller. Ruth Ware gelingt es besonders gut, die dunklen Geheimnisse der Gäste und die Gehorsamkeit des Boardpersonals mehrfach in Frage zu stellen.

Julia Nachtmann verleiht Lo eine Stimme, die den Zuhörer mehrfach schaudern lässt. Mit stets einem Funken Hoffnung wagt sich die junge Journalistin in die Abgründe von Reichtum, Spekulation und tiefen Hass.  

Ware erhöht die Spannung „Kapitel“ um „Kapitel“ mit Einspielern der verzweifelten Familie und Freunde.

Lo will man Flügel verleihen und hofft auf den Sprung von Board, aber dort wartet nur das dunkle tiefe Meer!

Ich bedanke mich herzlich bei DAV für das Rezensionsexemplar.

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