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Kategorie: Sonstiges (Seite 1 von 29)

Donna Leon –
Das Mädchen seiner Träume

Donna Leon – Das Mädchen seiner Träume

Commissario Brunettis siebzehnter Fall.

Brunetti trägt seine Mutter zu Grabe und trifft dabei auf einen alten Schulfreund seines Bruders. Der ehemalige Missionar aus dem Kongo bittet daraufhin Tage später Brunetti um einen Rat und um dessen Hilfe.

Eine neue Kirche scheint ihr Unwesen zu treiben und den neuen Gläubigen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Genau das Richtige also für Paola Brunetti, der solche Menschen gehörig gegen den Strich gehen.

Gemeinsam beschließen die Brunettis mit Hilfe von Inspettore Vianello und dessen Frau, sich diese neue Art von Glaubensgemeinschaft mal genauer anzusehen.

Tags darauf fischen Vianello und Brunetti eine Mädchenleiche aus dem Kanal. Die Kleine ist ziemlich übel zugerichtet und hat scheinbar gestohlenen Schmuck bei sich versteckt.

Da das Mädchen nicht als vermisst gemeldet wird, führt ihr Bild durch Zufall zu den Roma, die etwas außerhalb und auf dem Festland zum Leidwesen der dortigen Bewohner siedeln.

Dieses Mädchen lässt Brunetti keine Ruhe mehr und er versucht alles in seiner Macht stehende, den Fall zu lösen.

Wie immer bei Donna Leon verstrickt man sich genau wie Vianello und Brunetti in einen Zwiespalt. Man wird sich klar über die herrschende Situation des Opfers und deren Leben. Lange verfolgt und nirgendwo ansässig zu sein, führt zu Unwissenheit und Unkenntnis gegenüber diesen Menschen.

Die politische Situation seines Chefs Patta führt Brunetti erneut dazu, etwas ungewöhnlichere Wege zu gehen und kann dank seiner guten und jahrelang gepflegten Beziehungen dennoch etwas bewegen.

Bei Leon wird schnell klar, wie ein Land wie Italien regiert und geführt wird. Im Süden herrscht die Mafia, in Rom der Papst und ansonsten die Korruption. Während die Kurie sich mehr um das Geld seiner Schäfchen als um deren Seelenheil kümmert, führt Verfolgung und Ausgrenzung wie bei dem Volk der Roma unter den Menschen zu Neid und Hass.

Brunetti sieht jedoch stets das Gute im Menschen.

5 Fragen an Martin Schörle

Die Interviewfragen beziehen sich auf das neue Buch von Martin Schörle „Zwei Theaterstücke“. Ein klassisches Stück über einen echtklassigen Beamten und ein kleines Liebesdrama.

Fredenbek ist ja schon ein ganz besonderer Musterknabe. Wie kommt es dazu?

Die Figur Fredenbek hängt – naheliegend – mit meinem Beruf als Verwaltungsbeamter zusammen, den ich bis 2018 ausgeübt habe. Viele Situationen, die ich im Dienst erlebt habe, waren schon Realsatire in ihrer reinsten Form. Die konnte ich teilweise 1:1 fürs Stück übernehmen. Zudem war mir dieser behördentypische Sprachgebrauch („gestelztes Amtsdeutsch“) vertraut. Das verleiht Herrn Fredenbek bei aller kabarettistischer Überspitzung eine gewisse Authentizität.

Warum ist ausgerechnet Italien das Opfer von Fredenbeks „Heimsuchen“?

Dass die meisten Urlaube in Italien stattfinden, hat keinen speziellen Grund. Ich war nur ein einziges Mal selbst in Italien. Irgendwie hatte ich beim Schreiben einfach das Gefühl, dass es Fredenbek immer wieder dort hinzieht. Vielleicht waren mit Italien leichter Assoziationen & Klischees zu bedienen als mit anderen Ländern (Mussolini, Mafia, Spaghetti, Stradivari, Papst, Turm von Pisa…).  

Alte Liebe rostet nicht? Ehrlich?

Alte Liebe rostet öfter mal nicht. Viele Menschen kennen es aus eigener Erfahrung: Eine unauslöschliche Erinnerung an eine Jugendliebe. Besonders tragisch ist es, wenn diese unerfüllt blieb und zum lebensbegleitenden Schmerz wurde. 

Wie stehst Du zu Klassentreffen?

Ich gehe schon lange nicht mehr zu Klassentreffen, weil ich keine schöne Erinnerung an die Schulzeit habe. Bei diesem Stück wollte ich Protagonisten schaffen, die bei ihrer ersten Kontaktaufnahme nach 20 Jahren in einen für den Leser/Zuschauer glaubwürdigen, amüsanten und anrührenden Dialog treten.

Wurden die Theaterstücke schon gespielt?

Nein. Als unbekannter Theaterautor zu einer (Ur)Aufführung zu kommen, ist sehr unwahrscheinlich. Beide Stücke wurden aber schon mehrfach auszugsweise gelesen und sind auch mit div. Preisen bedacht worden.

Martin Schörle – Zwei Theaterstücke

Ich beanke mich herzlich für das Rezensionsexemplar und für das kleine Interview bei Martin Schörle. Wer in sein neues Buch hereinschnuppern möchte, wird hier fündig.

Martin Schörle –
Zwei Theaterstücke

Martin Schörle – Zwei Theaterstücke

Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten

Fredenbek ist der klassische Beamte.

Träge, kennt sich aus mit den Regeln und stets bemüht, sein Tagessoll zu erfüllen.

Doch Fredenbek bringt es tatsächlich fertig, über allen Radiergummisorten, die im deutschen Büroartikelhandel zur Verfügung stehen, zu referieren.

Und was wäre er schon für ein Beamter, wenn er nicht die Vorzüge dieser fleißigen Bürohelferlein kennen würde?

Aber Fredenbek wäre nur ein Durchschnittsbeamter, wenn er nicht ab und an mal so richtig sein Können an den Mann bringen würde.

Im Urlaub, selbstverständlich immer in Italien im gleichen Hotel und am gleichen Strand. Natürlich mit einer waschechten Beamtenehegattin, die sich nach der nächsthöheren Rangfolge umguckt.

Dort angekommen führt der Beamte Fredenbek auf der Bahnhofstoilette dann sein finales Stück auf.

Die Leser, die selbst schon im öffentlichen Dienst gearbeitet haben oder gar noch arbeiten werden feststellen, das uns hier nicht so ganz unbekannte Szenerien vorgespielt werden.

Einladung zum Klassentreffen

Marina, frisch geschieden und scheinbar glücklich darüber erhält einen Anruf im Zug. Ihre Fahrt verläuft jetzt alles andere als trist, hat sie doch einen alten Klassenkameraden am Telefon.

Ihre alte Liebschaft Carsten steht bei ihr zuhause vor der Tür und hofft auf ein Wiedersehen und will eigentlich zum anstehenden Klassentreffen einladen.

Marina verstrickt sich in ihrem Beziehungsdrama mit ihrem Ex-Ehemann, der sich zufälligerweise auch noch der neue Nachbar von Carsten herausstellt.

Carsten hingegen flirtet was das Zeug hält und hofft inständig auf ein Wiedersehen mit Marina. Er versucht, Marina aus ihrer alten Beziehung zu befreien, tritt dabei aber in ein Fettnäpfchen nach dem anderen.

Ein Handydrama im Zug mit vielen mehr oder weniger ungeplanten Zuhörern.

Martin Schörle hat mit seinen beiden Theaterstücken kleine kurze Kuriositäten unserer Zeit geschaffen. Wir alle sitzen im gleichen Hamsterrad und es fällt uns schwer, aus gewohnten Pfaden auszubrechen.

Vielen Dank an Martin Schörle für seinen ganz persönlichen Einblick in den Öffentlichen Dienst sowie in eine turbulente Liebeserklärung.

Wer gerne etwas mehr über Martin Schörle erfahren möchte, findet hier 5 kleine Interviewfragen und natürlich auch die Antworten dazu.

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