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Schlagwort: Sehnsucht (Seite 1 von 33)

Christi Daugherty –
Echo Killer

Oh, Harper! Mit Christi Daugherty begeben wir uns in das schwüle und mit Spanish Moose bewachsene Savannah, Georgia.

Christi Daugherty – Echo Killer

Harper, die junge Kriminaljournalistin der Lokalzeitung hat es in der Nachtschicht des Polizeiressorts gewöhnlich mit Straßenkriminalität, Autounfällen und gelegentlich einem Ehestreit zu tun. Doch als sie an den Tatort in einer etwas besseren Wohngegend gerufen wird und ihr es tatsächlich gelingt durch das Küchenfenster einen Blick auf den Tatort zu werfen, steht für Harper die Welt plötzlich still.

Die Szenerie ist bis aufs Letzte Detail mit dem schon langezurückliegenden Mord an ihrer Mutter identisch. Für Harper steht fest, dass sie dieses Mal den Killer schnappen wird. Doch ihre Ermittlungen führen nur dazu, dass sie verfolgt wird und in ihrem jetzigen Zustand bei ihren Freunden und Bekannten eine Grenze überschreitet.

Christi Daugherty hat es geschafft, sich in Savannah wiederheimisch zu fühlen. Man fährt mit Harper und ihrem Camaro durch die Straßen und hält nach einem Killer Ausschau, der sich in ihrem direkten Umfeld scheinbar bestens auskennt.

Besonders gelungen finde ich die Wahl des Opfers. Selten war einem eine brutal ermordete Leiche bis zur letzten Seite so unsympathisch, dass man als Leser sogar etwas Mitleid mit dem Killer entwickelt.

Harpers Art und Weise, ihre Gier nach dem Killer zu stillen beweist einmal mehr, dass sie den Mord an ihrer Mutter auch jetzt noch nicht überwunden hat. Diese Narben liegen so tief, dass es ihr nur schwer gelingt, diejenigen Menschen, die sie lieben, an sich heran zu lassen.

Mit einem Auf und Ab der Gefühle gehen wir auf eine Südstaatenkillerjagd mit einem überraschenden Ende. Festzustellen bleibt, dassmit Harpers eigener Vergangenheit noch ausreichend Stoff für weitere Ermittlungen vorhanden ist und ich mich freuen würde, erneut diese junge unnachgiebige Journalistin auf eine weitere Killerjagd begleiten zu dürfen.

Vielen Dank an rororo und an vorablesen für diesen Thriller, der mich wieder an die schönen Stunden meines letzten Südstaatenurlaubes erinnert.

Allen Say –
Großvaters Reise

Allen Say - Großvaters Reise

Allen Say – Großvaters Reise

Allen Say war sich lange nicht darüber im Klaren, welche Geschichte in der Vergangenheit und der Sehnsucht seines Großvaters liegt.

Im traditionellen Japan geboren begibt sich der Großvater mutig mit offenen Augen und Ohren in die ferne weite Welt. Seine Reisen führen ihn in allerlei Länder. Er lernt fremde Menschen kennen und trägt dennoch eine ungeahnte Sehnsucht nach seinem Zuhause in sich.

In seinem Traumland Kalifornien angekommen verliebt er sich und wird sesshaft und gründet eine Familie. Dennoch lodert diese kleine Flamme Heimweh immer stärker bis er endgültig beschließt zurückzukehren.

Allen Says Reise endet für den Großvater mit dem Krieg und dessen abertausende von Toten. Eine Rückkehr in sein geliebtes Kalifornien scheint ihm für immer versagt.

Diese unbändige Sehnsucht packt Allen Say durch die Erzählungen seines Großvaters und er begibt sich selbst auf diese lange Reise. Doch kann er seine Sehnsucht stillen.

Dieses moderne Märchen Says zeigt uns auf, dass wir eigentlich unsere Heimat immer im Herzen mit uns tragen, egal wie weit oder nah wir auch entfernt von dieser sein mögen.

Unsere Kultur, unser Lebensziel und unsere unbändige Neugierde sollte uns regelmäßig aufrütteln zu reisen und fremde Länder und neue Menschen und deren Kultur kennenzulernen.

Eine Sehnsucht zu stillen bedeutet nicht, dass man sein Ziel endgültig erreicht hat.

Allen Says „Großvaters Reise“ in der Edition Bracklo erschienen ist ein bezaubernd ehrliche Geschichte, die die Lust auf Abenteuer und eine unbändige Neugierde weckt. Was wären wir für Menschen ohne den Drang und die Sehnsucht, die Welt zu bereisen und seinen eigenen kleinen Horizont zu erweitern?

Ich bedanke mich herzlich bei Edition Bracklo und Dr. phil. Silke Hallmann für „Großvaters Reise“. Diese wunderschön in rotes Leinen gebundene und gezeichnete Geschichte ist eine ganz besondere Lesereise wert.

Anne-Gine Goemans –
Honolulu King

Anne-Gine Goemans – Honolulu King

Hardy Hardy führt in seinem niederländischen Toko ein bescheidenes Leben. Seine Enkelin und seine alten Bandmitglieder George und Cok helfen ihm aus, während er sich rührend um seine demente Frau Christina in einem Seniorenheim kümmert.

Um mit seiner dunklen, kriegsbelasteten Vergangenheit abzuschließen, gelingt es Hardy bei der ortsansässigen Freimaurerloge sein Baustück zur Aufnahme zu präsentieren. Anders als erwartet sind die Reaktion verhalten, ja sogar Angst schwebt in der Luft.

Seine Enkelin Synne, selbst in ihrer eigenen Welt auf der Sehnsucht nach wahrer Liebe gefangen, befasst sich mit alten Kassettenaufnahmen. Die Interviews auf den Kassetten befassen sich alle mit der indonesischen Kriegsvergangenheit und lassen kein gutes Haar an den Japanern und anderen Besatzern.

Hardy beschließt nach der Veröffentlichung seines Baustücks auch gegenüber seiner Familie und seiner engsten Freunde eine Wiedervereinigung seiner alten Band und gibt musikalisch alles, was er zu bieten hat.

Während dieser Geschichte befand ich mich mehrfach auf Kriegsfuß mit Hardy, mit Synne und ja, manchmal auch mit Aswani. Es ist schwer, so viel Kriegsleid auf so wenigen Seiten zu verarbeiten und dabei stets natürlich nur die eigene Vergangenheit zu betrachten.

Diese unglaubliche Trauer, die diese so multikulturelle und von Musik und Kunst umgebene Familie so in ihrem Bann hält, macht es dem Leser schwer, sich für diese offene und mutige Musik zu begeistern.

Wer von Anne-Gine Goemans erwartet, hier die Geschichte über eine hawaiianische Version des Buena-Vista-Social Clubs zu lesen, liegt völlig falsch. Mit Honolulu King begegnet man scheinbar dunklen Familiengeheimnissen, einer Welt der völligen Zerstörung und so viel Hass, dass man sich manchmal als Leser selbst aufmuntern muss. Diese Kriegsdramen gehören zwar der Vergangenheit an, aber die Welt und die Menschen ihren eigentlichen Frieden darüber hinaus noch nicht gefunden haben.

Die im Artikel hinterlegten Verlinkungen, bzw. die Rezensionen beziehen sich auf Produkte, die ich nicht selbst erstanden habe. Sie wurden mir von den Herstellern bzw. Verlagen oder Autoren zur Rezension kostenlos zur Verfügung gestellt! #Werbung, Rezension

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