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Schlagwort: Alter (Seite 1 von 2)

Jan Böttcher –
Das Kaff

Micha Schürtz kehrt als Bauleiter eines bescheidenen Bauträgerprojektes in sein altes kleines Heimatdorf zurück. Als Untermieter zieht er bei seinem alten Schulfreund Greg in dessen Kleinstadthaus und bereut es sofort. Aus Langeweile treibt es ihn abends auf den örtlichen Fußballplatz und dort in die Arme seines ehemaligen Mitspielers, der ihn gleich als Jugendtrainer verpflichtet.

Misstrauen legt sich über das Dorf, das Bauprojekt gestaltet sich als schwierig und Micha selbst macht es seinem Gegenüber auch nicht gerade leicht. Sein Bruder gibt sich ihm als Dorfchronist überlegen und seine Schwester wirft ihm die lange Abwesenheit und die Ferne Berlins vor.

In der Vergangenheit hängen geblieben, trifft er auf Carla, die eine seiner geplanten Wohnungen bezieht und erstmals sieht er in Tobi, Carlas Sohn, die Lösung seines Problems. Dieser bringt ihn erst auf die Palme, dann auf die entscheidende Probe.

Jan Böttcher hat mit „Das Kaff“ einen verblüffenden Roman geschaffen, in dem man sich öfters wiederfindet als einem lieb ist.

Was rückständig, langweilig und öde als Kaff daher kommt, entpuppt sich als die Heimat und scheinbare Geborgenheit, die man vielleicht auch nach jahrelanger Suche nicht gefunden hat.

Eine Rückkehr zum eigenen Ich scheint in uns Menschen doch so tief verwurzelt zu sein, dass man sich nur schwer dagegen wehren kann.

Vielen Dank an den Aufbau-Verlag für das Rezensionsexemplar!

 

 

Joseph Heller –
Endzeit

Joseph Heller hat endlich die Fortsetzung von Catch 22 geschaffen. Wir erleben, was aus den damaligen Helden geworden ist und stellen mit erschrecken fest, das auch diese teilweise vom Alltag geschluckt wurden.

Doch Heller wäre nicht `Bestsellerautor, wenn er es nicht schaffen würde, auch in diesem Roman seine besondere Art des Schreibens hervorbringt und die Personen einem so nah erscheinen, das sie neben einem sitzen könnten.

Mit Endzeit macht Heller deutlich, das wir alle an Luxus, Gier und Macht verfallen sind und nur noch wenig Menschlichkeit vorhanden ist.

Tessa Hennig –
Elli gibt den Löffel ab

Elli hat ihr Leben satt. Das alte Kino ist weg und der DVD-Verleih geht so langsam pleite. Aber was will sie noch Sechzig groß erreichen. Einsam und mit bester Freundin spinnt sie den ganzen lieben langen Tag herum und ist doch abends nicht zufrieden mit der Welt. Doch als sie schon alles an sich vorbeiziehen sieht, kommt es doch anders als gedacht. Ein Brief stellt ihre gesamte langweilige Zukunft auf den Kopf und schon geht es los nach Italien, denn dort erwartet sie ein altes Erbe. Es wäre allerdings zu schön, wenn Elli das Los ohne ihre schreckliche Schwester Doro gemacht hätte….

Lustig wie auch der Vorgänger macht uns Hennig eines klar: Das Leben ist mit sechzig noch lange nicht vorbei!

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