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Schlagwort: Überleben (Seite 1 von 7)

Andreas Eschbach –
Teufelsgold

Ein antikes Buch mit rätselhaften handschriftlichen Bemerkungen hat es Hendrick, dem Börsenmakler angetan. Sein Leben war bisher eher langweilig und er riskiert mit dem kleinen Diebstahl des Büchleins das erste Mal in seinem Leben scheinbar etwas. Das dies allerdings der Anfang einer unglaublichen Entwicklung sein wird, wagt er nicht zu träumen.

Seine Karriere beginnt von diesem Tag an steil nach oben zu schießen und dank seiner nunmehr ungebrochenen Liebe zur Alchemie, welche er diesem kleinen Büchlein verdankt, gelingt ihm fast jeder Handgriff mit Leichtigkeit.

Doch die Jagd auf dieses Büchlein ist eröffnet und seinen Gegenspieler sind reich und mächtig. Erst als Hendrick den wahren Sinn des Büchleins begreift, überschlagen sich die Ereignisse um den Stein der Weisen, den es nun zu finden gilt.

Ein wirklich ausgezeichnetes Buch über ein Abenteuer, welches im tiefsten Mittelalter beginnt und erstaunlicherweise auch heute noch als tiefster Trieb in jedem Menschen steckt, denn wer begehrt nicht Reichtum und ewiges Leben?

Es sehr gelungenes Hörbuch, gelesen von Matthias Koeberlin!

Mit gruseliger Stimme des John Scorrow, arroganter Inszenierung des Bruders Adalberts und der so hoffnungsvolle Stimme des Hendrick gelingt es der Vertonung von „Teufelsgold“ einem Stunden an Hörgenuss zu sichern, die ausreichend Spannung und eine gute Portion Abenteuer versprechen!

Nickolas Butler –
Shotgun Love Songs

Fünf Freunde und ein kleines Nest auf dem Land. Lee, der berühmte Musiker kehrt zurück um sich selbst zu finden und hat Probleme damit, vom gefeierten Musiker zum alten Freund zu werden. Henry und Beth, ewig verliebt und dem Landtrott erlegen, kämpfen finanziell Tag für Tag ums Überleben.

Ronny beschließt, dass es auch mit Hilfe ohne Drogen irgedwie zu schaffen ist und meistert sein Leben dank der heimlichen Unterstützung und beschliepßt kurzfristig eine ehemalige Prostituierte zu heiraten.

Kipp kehrt zurück um seiner alten Heimat eine neue Chance zu geben und renoviert das alte Silo und steckt sehr viel Geld in sein Projekt.

Als alle fünf dann erneut auf der Hochzeit von Lee in New York zusammentreffen, wird allen klar, dass man sich auseinandergelebt hat.

Doch Lee, der seit seiner Rückkehr nach New York und in sein Leben als Rockstar fast täglich mit sich kämpft, beschließt, in sein altes Leben zurückzukehren. Doch Henry, der seine Ehe dadurch bedroht sieht, hat erst noch einiges klarzustellen.

Einfach wunderbar!

Die Vielschichtigkeit des Lebens zeichnet sich hier durch hervorragend gewählte Charaktere aus und es wäre mir eine Ehre, diese Menschen einmal persönlich kennen zu lernen oder sie gar als meine Freunde zu bezeichnen.

Mit viel Liebe und unglaublich viel Einfühlvermögen hat es Butler geschafft, einen Roman entstehen zu lassen, dessen Inhalt die meisten Menschen bereits kennen, aber dessen Reichtum man nie zu schätzen gewusst hat.

Wahre alte Freundschaft hält ewig, egal was in der Zukunft kommt. Nach der letzten Seite hat man das Bedürfnis, uralte Telefonnummern anzurufen und nichts außer „Ich bins“, denn die Person an der anderen Leitung weiß genau, wer ich bin!

Christoph Höhtker –
Das Jahr der Frauen

Frank Stemmer ist durch mit der Welt und deren Sorgen. Er unterbreitet seinem Psychologen eine Wette, bei der er in 12 Monaten pro Monat genau eine neue Frau kennenlernt.

Er stellt sich mit Anfang vierzig nochmal der kurzzeitigen Partnersuche und hat es dabei natürlich gerne unverbindlich.

Es beginnt eine Jagd durch alle möglichen Dating-Portale, durch dubiose Bars und als übler Road-Trip einmal quer um die Welt.

Die Frauen, unterschiedlicher sie nicht sein könnten, sind treuherzig, weltoffen und irgendwie auch ein wenig aus der Zeit gefallen.

Während das Drama seine Kreise zieht und der undankbare Job Stemmers ihn auch immer mehr die Luft zum Atmen nimmt, bleibt ihm nicht einmal mehr die Möglichkeit final eine Bilanz zu ziehen.

Ein Jahr, 12 Frauen und ein jähes Ende! Den Hörer erwartet keine ulkige Partnersuchshow sondern die Geschichte eines Menschen, der überdrüssig seines Selbst einen irrigen Weg einschlägt und sich dessen Ende nicht wirklich bewusst, aber erhofft hat. Man sollte zumindest Grundkenntnisse der englischen sowie französischen Sprache besitzen und sich durch Abschnitte, die mit etc., etc. enden, nicht abschrecken lassen.

Devakumaran Manickavasagan –
Im Glashaus gefangen zwischen Welten

Ich beginne ausnahmsweise mal mit einem Zitat: „Eine Welt voller widersprüchlicher Gesichtszüge“. Das trifft die Grundaussage von Devas Buch. Wie fühlt es sich an, zwischen zwei Kulturen aufzuwachsen? Wie geht man mit dem Kriegstrauma, der Flucht und dem Verlust im Exil um? Wie erlebt man die eigene Kultur in einer völlig anderen Welt?

Das sind Fragen, die nur im „Kleinen“ gestellt werden und in der Öffentlichkeit meist nicht abgehandelt werden.

Mit Deva erhält der Leser einen tiefen Einblick in die Seele eines Geflüchteten, der beide Sichtweisen erlebt hat. Wozu kann Tradition, Glaube und die zurückgelassene Kultur führen? Es stellt sich die Frage, wie man davon loskommt um ein eigenes mehr oder weniger freies Leben zu führen.

Deva begibt auf die Reise in seine eigene Vergangenheit mit der er nur schwer und nur mit Hilfe von außen zumindest teilweise abschließen kann und macht deutlich, wie schwer es für einen Menschen sein kann, zwischen zwei so extrem unterschiedlichen Kulturen und Traditionen hin- und hergerissen zu sein.

Die Liebe jedoch, ein entscheidender Faktor, ob zur eigenen Familie oder zu sich selbst, scheint ein Ausweg zu sein.

Ein offenes und ehrliches Buch in dem man sich auch als ein Mensch, der nicht zwischen zwei Kulturen feststeckt, sich trotzdem in den Zwängen des Lebens wiederfindet.

Begleitet Deva auf seiner Lesereise hier und hier.

 

 

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Yaa Gyasi –
Heimkehren

Das Hörbuch beginnt in Ghana Ende des 18. Jahrhunderts. Die Stämme an der Goldküste befinden sich im Krieg, der rege und scheinbar gut bezahlte Sklavenhandel und die anherrschende Dürre treibt die afrikanischen Stämme dazu, sich selbst und ihre Identität zu verschachern.

Mit Effia, der Schönen, treten wir in die Geschichte ein und enden als schwarze Ehefrau eines der ranghöheren britischen und weißen Soldaten, die den lukrativen Sklavenhandel vorantreiben.

Esi, Effias Schwester hingegen, trifft es bei weitem nicht so gut. Ihr Leidensweg beginnt hinter Schloss und Riegel, in einer Art Massentierhaltung unter unwürdigsten Bedingungen, ausgerechnet in der Festung, in der Effia ihr scheinbar privilegiertes Leben als Ehefrau und Mutter führt.

Die Wege der Frauen und deren Nachkommen könnten nicht unterschiedlicher sein.

Über Generationen hinweg erleben wir als Leser unglaubliche Trauer, unverhohlenen Rassenhass, blutigen und menschenunwürdigen Sklavenhandel.

Dieses Familienleid zieht sich bis in die Gegenwart und ein Großteil von Esi und auch Effia bleibt in den Köpfen der Nachkommen erhalten, die Sehnsucht nach der eigenen Geschichte, diesen dunklen Kapiteln der Menschheit, ist nicht auslöschbar.

Auf der Suche nach den eigenen Vorfahren, deren Kultur und einzigartiges Leben und für mich ganz entscheidend, die Suche nach einem kleinen Funken Glück und echter Liebe finden sich erst in der Gegenwart wieder.

Lust auf eine Hörprobe?

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