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Schlagwort: Überleben (Seite 1 von 20)

Christine Heimannsberg
Gelobtes Land – Hoop

Christine Heimannsberg – Gelobtes Land – Hoop

„Ihr Leben hat Lives die Sprache verschlagen“, mit diesem Satz ist die Welt in Christine Heimannsbergs „Gelobtes Land“ ausgezeichnet umschrieben.

Die junge Lore trifft sich regelmäßig heimlich auf dem Markt mit dem jungen Jul. Sie sieht Hoffnung und den Weg in eine neue Zukunft als Mutter und Ehefrau. Doch als sie auf dem Weg nach Hause an den eigenen Feldern vorbeikommt wird ihr schnell klar, dass ihr bisheriges Leben gerade ein Ende gefunden hat. Ihr jüngerer Bruder hat gerade den Nachbarn getötet und das Chaos bricht los.

Drohnen schweben über das Haus und den Hof herein und eine Feuerbrunst vernichtet alles und jeden. Einzig Lore und ihr Bruder können vor dem Feind fliehen.

Hunger und Durst treibt sie schier in den Wahnsinn und von einer Gefahr in die Nächste. Die Gesetze sind streng und nur Lores Glauben an die alten Geschichten ihrer Großmutter treiben sie voran. Sie müssen ins Gelobte Land um sich endlich aus diesem Elend befreien zu können.

Während die Beiden mit ihrer Vergangenheit kämpfen und mutig gen Süden ziehen wird ihnen schnell klar, dass auch die wenigen Menschen, auf die sie treffen, kaum überleben können.

Die Umwelt ist zerstört, die Städte wie auch die Felder verseucht. Der erste Fallout lange Jahre vor der Geburt der Beiden war nur der erste Schritt in dieses elende Leben. Während in der Schule die Berechnung der Halbwertszeit wichtiger war als notwendiges Überleben im Alltag, müssen beide jetzt um ihr Überleben kämpfen.

Doch die Hoffnung stirbt bekanntlich ja zuletzt und mit List, einer gehörigen Portion Überlebenswille und dem Gedanken an eine bessere Welt treibt sie voran.

Mit Lore und Jame begeben wir uns als Leser in eine völlig zerstörte Welt. Atomare Zerstörung, Unterdrückung und Ausbeutung lassen uns vielleicht auch in unserer eigene Zukunft sehen. Doch die Vergangenheit lässt Lore nicht im Stich, sie hofft und besteht einfach auf eine bessere Welt.

Am Ende der Zivilisation angekommen bin ich natürlich gespannt auf den nächsten Teil und bange gerne mit der Optimistin Lore, ihrem zur Besinnung gekommenen Bruder Jame, Jul dem hoffnungslosen Romatiker und Sim, die es einem nicht leicht macht, sie zu mögen.

Vielen Dank an Christine Heimannsberg und an Bookmundo für das kostenlose Rezensionsexemplar.

Nina Casement –
Jagdsaison

Nina Casement – Jagdsaison

Fred flieht vor ihrem alten Leben. Vom Freund jahrelang betrogen und mit frisch gebrochenem Herzen bricht Fred mit ein wenig Reisegeld in der Tasche auf. Ihre ganz private Flucht führt sie quer durch den Norden. Mal übernachtet sie in einer Herberge, mal kommt sie bei Menschen gegen Arbeit unter. Sie beginnt zu vergessen und auch sich selbst zu vergeben.

Sie liebt ihre Laufrunden durch die menschenleeren Gegenden und kommt mehr und mehr zu sich selbst.

Lars, der junge Unverstandene, ist ebenfalls auf der Flucht vor sich selbst. Gemeinsam mit seinem Seelenverwandten begibt er sich auf die Jagd. Mit ihrem Auto reisen sie quer durch den Norden, bewaffnet mit Gier und Hunger.

Die Treibjagd macht Lars und seinen Lehrer süchtig. Durch Zufall stoßen sie in einer Herberge auf Fred, die sich mit Lars anfreundet und fortan ein Stück mitreisen darf und ein wunderbares Alibi liefert. Aber nur so lange, bis ein kleiner Dorfpolizist sich mit den Vermisstenanzeigen der letzten Monate etwas genauer beschäftigt.

Mit Nina Casement geht man auf die Jagd. Man durchstreift die dunklen Felder und Wälder des Nordens. Man flieht mit den Opfern. Fiebert mit dem so gelangweilten Polizisten, der plötzlich den Fall seines Lebens vor sich sieht und begibt sich in die dunkle Vergangenheit der beiden Jäger.

Besonders reizvoll fand ich die Karte, an der man Freds Reise mitverfolgen konnte und erhielt so ganz nebenbei noch einen kleinen Überblick über die Sehenswürdigkeiten des Nordens.

Vielen Dank an Nina Casement für das Rezensionsexemplar. Den Trailer dazu könnt Ihr Euch hier ansehen.

Nina Casement stand mir im Anschluss noch für ein kleines Interview zur Verfügung. Fragen und Antworten findet Ihr hier.

Frank Goldammer –
Tausendteufel

Frank Goldammer – Tausendteufel

1947, Max Heller ermittelt wieder. Zwei Jahre ist Dresden nun unter russischer Herrschaft und das Leid und Elend nimmt kein Ende. Es fehlt an Lebensmitteln, Hunger und Krankheit plagt die Deutschen während die Russen scheinbar in Saus und Braus leben.

Als ein russischer Soldat ermordet aufgefunden wird, soll Heller in dem Fall ermitteln. Er stolpert sogleich über einen weiteren toten Russen. Er und sein Kollege Werner sind gewarnt. Die Beziehung zu den beiden russischen Oberkommandanten ist gefährlich angespannt, als Heller hinter den Morden einen Komplott vermutet und den Mörder den eigenen Reihen zuschreibt.

Als Heller auf eine äußerst verwahrloste Gruppe von Kindern und Jugendliche im Wald stößt und auf die Prostituierte Fanny trifft, ergeben seine Ermittlungen plötzlich alle einen Sinn.

Frank Goldammer schildert auch in seinem zweiten Kriminalroman „Tausenteufel“ um Max Heller erstklassig und mit einer gewaltigen Vorstellungskraft das Leben der Dresdener in der russischen Besatzungszone. Die Verwahrlosung der Menschen und insbesondere der Kinder und die immer noch anhaltende Meinung, dass die Kriegsschuld natürlich nur bei den Besatzungsmächten lag, lässt einen als Hörer erschauern.

Erzählt von Heikko Deutschmann steigt man tief hinein in die dunklen Zeiten unserer Vergangenheit und hofft, dass es niemals wieder zu so einem Krieg kommen mag. Deutschmann verleiht Max Heller die Stimme der Wahrheit und auch der Hoffnung, die in den tiefkalten Wintern im zerstörten Dresden für manch einen schon verloren scheint. DAV eröffnet dem Hörer den Zutritt zu einer dunklen Vergangenheit und schafft mit der Vertonung dieser Geschichte auch einen Blick in die Zukunft.

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