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Schlagwort: Überleben (Seite 1 von 7)

Christoph Höhtker –
Das Jahr der Frauen

Frank Stemmer ist durch mit der Welt und deren Sorgen. Er unterbreitet seinem Psychologen eine Wette, bei der er in 12 Monaten pro Monat genau eine neue Frau kennenlernt.

Er stellt sich mit Anfang vierzig nochmal der kurzzeitigen Partnersuche und hat es dabei natürlich gerne unverbindlich.

Es beginnt eine Jagd durch alle möglichen Dating-Portale, durch dubiose Bars und als übler Road-Trip einmal quer um die Welt.

Die Frauen, unterschiedlicher sie nicht sein könnten, sind treuherzig, weltoffen und irgendwie auch ein wenig aus der Zeit gefallen.

Während das Drama seine Kreise zieht und der undankbare Job Stemmers ihn auch immer mehr die Luft zum Atmen nimmt, bleibt ihm nicht einmal mehr die Möglichkeit final eine Bilanz zu ziehen.

Ein Jahr, 12 Frauen und ein jähes Ende! Den Hörer erwartet keine ulkige Partnersuchshow sondern die Geschichte eines Menschen, der überdrüssig seines Selbst einen irrigen Weg einschlägt und sich dessen Ende nicht wirklich bewusst, aber erhofft hat. Man sollte zumindest Grundkenntnisse der englischen sowie französischen Sprache besitzen und sich durch Abschnitte, die mit etc., etc. enden, nicht abschrecken lassen.

Devakumaran Manickavasagan –
Im Glashaus gefangen zwischen Welten

Ich beginne ausnahmsweise mal mit einem Zitat: „Eine Welt voller widersprüchlicher Gesichtszüge“. Das trifft die Grundaussage von Devas Buch. Wie fühlt es sich an, zwischen zwei Kulturen aufzuwachsen? Wie geht man mit dem Kriegstrauma, der Flucht und dem Verlust im Exil um? Wie erlebt man die eigene Kultur in einer völlig anderen Welt?

Das sind Fragen, die nur im „Kleinen“ gestellt werden und in der Öffentlichkeit meist nicht abgehandelt werden.

Mit Deva erhält der Leser einen tiefen Einblick in die Seele eines Geflüchteten, der beide Sichtweisen erlebt hat. Wozu kann Tradition, Glaube und die zurückgelassene Kultur führen? Es stellt sich die Frage, wie man davon loskommt um ein eigenes mehr oder weniger freies Leben zu führen.

Deva begibt auf die Reise in seine eigene Vergangenheit mit der er nur schwer und nur mit Hilfe von außen zumindest teilweise abschließen kann und macht deutlich, wie schwer es für einen Menschen sein kann, zwischen zwei so extrem unterschiedlichen Kulturen und Traditionen hin- und hergerissen zu sein.

Die Liebe jedoch, ein entscheidender Faktor, ob zur eigenen Familie oder zu sich selbst, scheint ein Ausweg zu sein.

Ein offenes und ehrliches Buch in dem man sich auch als ein Mensch, der nicht zwischen zwei Kulturen feststeckt, sich trotzdem in den Zwängen des Lebens wiederfindet.

Begleitet Deva auf seiner Lesereise hier und hier.

 

 

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Yaa Gyasi –
Heimkehren

Das Hörbuch beginnt in Ghana Ende des 18. Jahrhunderts. Die Stämme an der Goldküste befinden sich im Krieg, der rege und scheinbar gut bezahlte Sklavenhandel und die anherrschende Dürre treibt die afrikanischen Stämme dazu, sich selbst und ihre Identität zu verschachern.

Mit Effia, der Schönen, treten wir in die Geschichte ein und enden als schwarze Ehefrau eines der ranghöheren britischen und weißen Soldaten, die den lukrativen Sklavenhandel vorantreiben.

Esi, Effias Schwester hingegen, trifft es bei weitem nicht so gut. Ihr Leidensweg beginnt hinter Schloss und Riegel, in einer Art Massentierhaltung unter unwürdigsten Bedingungen, ausgerechnet in der Festung, in der Effia ihr scheinbar privilegiertes Leben als Ehefrau und Mutter führt.

Die Wege der Frauen und deren Nachkommen könnten nicht unterschiedlicher sein.

Über Generationen hinweg erleben wir als Leser unglaubliche Trauer, unverhohlenen Rassenhass, blutigen und menschenunwürdigen Sklavenhandel.

Dieses Familienleid zieht sich bis in die Gegenwart und ein Großteil von Esi und auch Effia bleibt in den Köpfen der Nachkommen erhalten, die Sehnsucht nach der eigenen Geschichte, diesen dunklen Kapiteln der Menschheit, ist nicht auslöschbar.

Auf der Suche nach den eigenen Vorfahren, deren Kultur und einzigartiges Leben und für mich ganz entscheidend, die Suche nach einem kleinen Funken Glück und echter Liebe finden sich erst in der Gegenwart wieder.

Lust auf eine Hörprobe?

Maria von Blumencron –
Am Ende der Welt ist immer ein Anfang

Maria von Blumencron, weit gereist und viel bepreiste Journalistin, Aktivistin und Lebenshungrige,  begibt sich mit dem Hörer auf eine Reise in die eigene Vergangenheit.

Beginnend mit einer schmerzhaften Trennung zu ihrem italienischen Beau Rocco steigen wir ein in das Chaos dieser „Über“-Lebenskünstlerin.

Bepackt mit alten Geschichten, vergangenem Ballast und einer nicht gerade einfachen familiären Situation erleben wir Höhen und Tiefen, „Reichtum“ und Armut sowie ab und an auch mal eine Prise Glück im Leben Marias.

Geplagt durch Altlasten geht es von Köln nach Hamburg, Indien und final nach Frankreich ins Jura um das reine Glück zu finden.

Für mich war die Geschichte nicht immer einfach, da Maria in Ihrer Kindheit nicht nur schöne Dinge erlebte und das natürlich Marias „Erwachsenwerden“ prägte.

Mit viel Frohmut und Lebenslust liest Maria Blumencron ihre Lebensgeschichte und als Hörer ist man in einem Wechselbad der Gefühle. Man fiebert mit Maria, hofft mit ihrem Sohn, ist genervt von tantrischem Trara und schüttelt so manches Mal nur den Kopf über das Leben auf einer ganz besonderen Überholspur!

 

Erika Johansen –
The Fate of the Tearling

Das dritte Buch der Tearling-Saga führt Königin Kelsea ungeahnt in das Reich der Roten Königin.

Die Armee steht vor den Toren von New London und es gibt keinen Ausweg mehr.

Kelsea trifft eine Entscheidung und übergibt der Roten Königin ihre Saphire und fristet von nun an in den Folterkammern der Burg von Demesne ihr Dasein.

 

Einen herben Rückschlag erlebt hingegen die Rote Königin, als diese feststellen muss, dass ihr die Saphire nicht wie erhofft die so lang ersehnte Macht verleihen, sondern nur albernen Schmuck darstellen.

 

Während Kelsea sich Tag um Tag in ihren Träumen in die Vergangenheit flieht und dort die Wahrheit um William Tear zu verstehen beginnt, plant Mace, dem die Regentschaft von New London auferlegt wurde, die Befreiung Kelseas…

 

Der Abschlussband von Erika Johansen endet so abrupt und so überraschend, dass es mir schier den Atem verschlagen hat! Ein Machtwerk an Fantasie, gewürzt mit den Zutaten Magie, Liebe, Hoffnung und Leid, das man nicht einfach so aus den Händen legt!

 

Man fiebert mit Kelsea, Katie und natürlich auch mit Lily, regiert mit Mace, kämpft mit Hall, flüchtet mit Father Tyler, fürchtet sich mit Ewen, und liebt mit Pen.

 

Ein Buch mit so vielen liebgewonnenen Charakteren, das man inständig hofft, dass es doch irgendwann nochmal weitergeht und eines steht fest: eine Verfilmung muss her!

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