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Umberto Eco –
Baudolino

Ein typischer Eco-Roman. Baudolino erzählt live aus dem Mittelalter. Es gilt, den Mord an Friedrich Barbarossa aufzuklären und wer Eco kennt, der weiß das hier Wahrheit und Fiktion oft verschwimmen. Das Abenteuer beginnt, als Konstantinopel brennt. Baudolino stößt auf Barbarossa, der ihn als dreizehnjähriger Bauernsohn adoptiert und er seit dem zum riesigen Tross gehört, der zur Krönung unterwegs ist.

Eco schildert wortgewand und mit viel Phantasie den wahren Mord an Barbarossa und Baudolino als sein Sprachrohr erlebt ein Abenteuer nach dem anderen und berichtet seinen Freunden, die ihm an fantastischen Geschichten in nichts nachstehen, von seiner Kindheit.

Ein Meisterwerk, so ganz anders als „Der Name der Rose“ und dennoch so prall an Sprache und an Abenteuer, dass die Geschichte schneller vorbei ist als dem Leser lieb ist.

 

Erika Johansen –
Die Königin der Schatten
-Verflucht

Endlich geht die Trilogie mit dem zweiten Teil „Verflucht“ weiter. Kelsea regiert, doch ihre Chancen stehen von Anfang auf Null. Ihre erste Amtshandlung war die Einstellung der Zollzahlung in Form von Sklaven nach Mortmesme und nun droht die Rache der Roten Königin.

Kelseas Armee ist unterlegen und das Ende der Tear scheint besiegelt. Mit List und viel Tücke kann jedoch die junge Königin dank der treuen Unterstützung von Mace und Arliss vorerst ein Überrennen des feindlichen Heers verhindert werden.

Während das Volk in die Festung flieht begibt sich Kelsea immer mehr in eine Traumwelt. Die Vergangenheit und das Leben von Lily, einer jungen lebenslustigen und dennoch gequälten Seele in der alten Welt lockt Kelsea, doch die Flucht in die Vergangenheit bleibt nicht ohne Folgen.

Eine sehr spannende Fortsetzung der Schattensaga, die so ganz ohne Elfen und Orks auskommt und die Leser auf den bezaubernd magischen und verzweifelten Versuch der jungen Königin Kelsea führt. Man fiebert bis zur letzten Seite um das Überleben von Kelsea und auch Lily, die die Hoffnung auf eine schöne neue und friedliche Welt bis zur letzten Stunde nicht verloren haben.

Eine kleine Rezenion des ersten Teiles findet Ihr hier.


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Umberto Eco –
Der Name der Rose

William von Baskerville reist mit seinem jungen Assistenten Adson auf seiner Mission durch den Apennin. Beide wollen dort übernachten, doch William stoplert hier geradezu über ermordete Brüder.

Als ehemaliger Ermittler der Inquisition kann er seine detektivischen Neigungen nicht unterdrücken und stößt dabei auf mystische Zeichen, geheimnisvolle Texte und eine äußerst seltsame Bibliothek.

Während Adson in einen tiefen Zwiespalt zwischen der wahren Welt und der Welt im Glaube Jesu gerät, kommt William der Aufklärung der Morde immer näher. Die Erkenntnis, das beide sich in großer Gefahr befinden und dann auch noch die Inquisition selbst aus Rom anrückt, scheint aber weder William auf seiner Mördersuche aufzuhalten wie Adson, den große Gewissensbisse plagen.

Ein wunderbar spannendes und abenteuerliches Buch über die Macht des Glaubens, die unglaubliche Macht der katholischen Kirche und einer Inquisition, die aus reinem Unwissen gegneüber der Naturwissenschaften entstanden ist. Es ist eines der wenigen Meisterwerke, die ebenso brilliant verfilmt wurden.

 

Eingelegter Rettich

Wie jedes Jahr weiß ich nicht wirklich, was ich mit dem vielen Rettich in meiner Biokiste anfangen soll. Dieses Jahr habe ich sie einfach mal zur Probe nach einem klassischen Rezept eingelegt. Leider hört sich „eingelegt“ nicht wirklich so schön wie „pickled“ an,

Eingelegter Rettich

  • 1 großer Rettich
  • 1 Tasse weißer Balsamico-Essig oder Apfelessig
  • 1 Tasse Zucker, Honig oder Rohrohrzucker
  • 1/2 Tasse Wasser
  • 1 großzügiger Teelöffel Meersalz
  • 1 Teelöffel Senfsaat
  • 3 Lorbeerblätter
  • 1/2 Teelöffel frisch gemahlener Pfeffer

Den Rettich fein hobeln und in saubere verschießbare Gläser einfüllen, die Scheiben gut reindrücken, damit später beim Einfüllen der Flüssigkeit möglichst wenig Luftblasen entstehen können.

Die restlichen Zutaten kurz aufkochen lassen, gut durchrühren, damit sich der Zucker sowie das Meersalz aufgelöst haben und dann mit der heißen Flüssigkeit nach und nach in die Gläser gießen. Entstandene Luftblasen notfalls nochmal mit einem Stäbchen herauslassen und die Gläßer, randvoll mit dem aufgekochten Sud verschließen und ca. 1 Woche kühl und dunkel stehen lassen.

Den eingelegten Rettich innerhalb von ca. 4 Monaten aufbrauchen.

italienischer Ricotta-Kuchen

Einfach, wie die italienische Lebensart und praktisch für ein kleines Picknick oder eine kleine Gartenparty.

italienischer Ricotta-Kuchen

  • 120 g Margarine oder Butter, zerlassen
  • 1 Tasse Zucker, Honig oder Rohrohrzucker
  • 1 Prise Meersalz
  • etwas fein geriebene Zitronenschale von einer Biozitrone
  • 4 große Eier
  • 250 g Ricotta
  • 1 1/2 Tassen gemahlene Mandeln
  • 1 Tasse glutenfreies Mehl
  • 11/2 Teelöffel Weinsteinbackpulver
  • 1/4 Tasse Mandelblättchen
  • Zuderzucker nach Wunsch

Den Backofen auf 180 ° Umluft vorheizen. Die gewünschte Backform bei Bedarf einfetten.

In einer Rührschüssel die zerlassene Butter mit dem Zucker, Salz und der geriebenen Zitronenschale gut verrühren.

Nach und nach die Eier hinzugeben und gut rühren. Den Ricotta zugeben und mit der Küchenmaschine oder dem Mixer die Masse klümpchenfrei durchmixen.

Die gemahlenen Mandeln, das Backpulver und das Mehl hinzugeben und ca. 2-3 Minuten weiterrühen, bis die Zutaten alle gut vermischt sind.

Die Teigmasse in die vorbereitete Form geben und ca. 30-35 Minuten je nach Bräunungsgrad auf der mittleren Schiene im Backofen durchbacken. Eventuell mit einem Holzstäbchen die Backprobe machen.

Den ausgekühlten Kuchen mit Mandelblättchen und Puderzucker garnieren und servieren.

Umberto Eco –
Wie man mit einem Lachs verreist

Tja, wie verreist man mit einem Lachs? Eine interessante Frage, aber eine die Umberto Eco nicht schwer gefallen ist, zu beantworten.

Das Buch umfasst einige Kurzgeschichten, die Eco für Zeitschriften wie „Espresso“ und die „Zeit“ geschrieben hat.

Fragen über Fragen und Eco hat auf fast alles eine Antwort und die ist ganz und gar besonders. Gekonnt harmoniert hier die Ironie und die Wahrheit miteinander und bringt einem als Leser ein wenig dem ganz normalen Wahnsinn des Alltags wieder.

Wo verstaut man am besten einen Lachs, wie spielt man korrekt und mit Anstand Indianerspiele und wie man es schafft, sich und seine gesamte Nachbarschaft in einem italienischen Cafe mit Zucker zu bestreuen.

Man liest mit einem lauten Lachen und muss feststellen, das man selbst in das ein odere andere Missgeschick bereits selbst verwickelt war.

 

Ellen Berg –
Alles Tofu, oder was?

Dana steht das Pleitewasser bis zum Hals. Ihr veganes Restaurant läuft dermaßen schlecht, dass das Ende besiegelt scheint. Das Gebäude soll abgerissen werden und der Mietvertrag für die Räume und ihre Wohnung sind fristlos gekündigt.

Doch dann hat der vietnamesische Koch, der stets das passende Sprichwort parat hat, dank der Hilfe seines Cousins die zündende Idee.

Sein selbstkreiertes veganes Liebesmenü überzeugt ein sich ins Restaurant verirrtes streitendes Pärchen und der Laden brummt.

Doch Dana hat ihre Rechnung ohne die Immobilienfirma gemacht und muss zu allem Übel auch noch ihren Freund Paul vor die Tür und ihren Vater im Rollstuhl als neues WG-Mitglied aufnehmen.

Das Ende von Danas Traum scheint besiegelt, aber diese Rechnung hat die liebenswerte vegane Ökoterroristin ohne ihren alten Vater, ihren besten Freund Eddy, ihren vietnamesischen Koch und ihre neue Liebe gemacht. Ein Plan muss her und es gilt, den Feind mit den eigenen Waffen zu schlagen!

Ein witziger kurzweiliger Liebesroman, der mir nach anfänglichem Zweifeln doch gut gefallen hat, vor allem, da er nicht meinem bevorzugten Genre entspricht.

Ellen Berg hat mit Dana eine wirklich liebenswerte Romanheldin geschaffen, der man das vegane Traumende durchaus gönnt.

 

 

Åke Edwardson –
Toter Mann

Ein neuer Fall? Ein leerstehendes Auto auf einer Brücke und weit und breit kein Fahrer. Nachdem Lars seine Kollegen ruft, sucht er selbst den Halter des Fahrzeuges auf.

Der Fahrer ist wohl auf und hat seinen Lexus nicht als gestohlen gemeldet, als er vor der Polizei erst flieht und dann gefasst wird, kann er sich nur an den Diebstahl am Abend zuvor erinnern, aber an sonst nichts. Dann erhalten Winter und Bergemann beide noch Telefonanrufe, bei denen sich niemand meldet…..

Nach Ankunft der Spurensicherung werden im Fahrersitz ein Einschussloch und auf dem Boden eine Patrone gefunden, aber wo ist der Fahrer?

Alles scheint im Wandel zu sein. Winter kämpft gegen seine Migräne und irgendwie auch gegen seine Frau. Lars gibt endlich zu, ein Verhältnis mit einem Mann zu haben und kann damit nicht richtig umgehen.

Letztendlich läuft alles auf einem Sommerlager auf der Insel Bänno hinaus, bei dem 1975 ein Mädchen verschwand und nie gefunden wurde. Selbst Winter ist ihr damals auf den Schären entgegengesegelt….

Es gibt viele kleine Geschichten, Winter auf Kriegsfuss mit seiner Frau und seiner Schwester Lotta, alte Dinge werden wieder aufgewärmt, ein schwuler Kollege und mehrere Beziehungsstreits: ein typischer Edwardson, bis sich dann zum Schluss alles zu einem großen Ganzen zusammenspinnt und man sehnlich den Schluss erhofft. Der ist jedoch nicht immer so schön und positiv, wie man ihn gerne hätte. Aber Edwardson schreibt ja auch Geschichten aus dem Leben.

Seltsam, aber wie gewohnt, ein etwas verworrener Anfang. Aber Edwardson wird uns schon aufklären!ÅÅ

Antonin Varenne –
Die Treibjagd

Rémi, der Revierförster im Nationalpark lässt sich so schnell nicht aus der Ruhe bringen. Erst als sein Kollege Philippe spurlos verschwindet, begibt sich Rémi auf die Suche.

Dass Philippe sich bei den beiden herrschenden Familienclans in der Gemeinde keine Freunde mit seinem ökologischen Gewissen gemacht hat, war allen bekannt und er kassierte dafür regelmäßig Prügel.

Jean, Rémis einziger Freund findet mit seinem Jagdhund das, was von Philippe übrig ist und es hagelt Blei. Während die Polizei machtlos versucht, aus den Verflechtungen und den Machtverhältnissen dem Mörder auf die Spur zu kommen, hat Rémi die Fährten bereits gelesen und muss feststellen, dass ausgerechnet seine alte Jugendliebe Michéle mehr als einmal seinen Weg kreuzt.

Ich war beeindruckt über den Hass, die große Macht der Natur und der langen stetig anhalten Feind- und Freundschaft.

Ein wahnsinnig spannender Thriller, bepackt mit großer Macht, unerreichter Liebe und einer Verschrobenheit, die in der heutigen Zeit unvorstellbar scheint.

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frisch eingetroffen…

Danke an Literaturtest für Gabriela Kasperskis Krimi „Besondere Umstände“.

Da der erste Ermittlungsfall von dem Duo Schnyder & Meier leider an mir vorbeigegangen ist, freue ich mich um so mehr auf den zweiten Teil.

Was man als Frau nicht alles für den Kinderwunsch tun würde? Diese Frage müssen sich die beiden Ermittler stellen und ich bin gespannt, wie die Antwort lautet.

 

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