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Schlagwort: Vergangenheit (Seite 1 von 26)

Nina Casement –
Jagdsaison

Nina Casement – Jagdsaison

Fred flieht vor ihrem alten Leben. Vom Freund jahrelang betrogen und mit frisch gebrochenem Herzen bricht Fred mit ein wenig Reisegeld in der Tasche auf. Ihre ganz private Flucht führt sie quer durch den Norden. Mal übernachtet sie in einer Herberge, mal kommt sie bei Menschen gegen Arbeit unter. Sie beginnt zu vergessen und auch sich selbst zu vergeben.

Sie liebt ihre Laufrunden durch die menschenleeren Gegenden und kommt mehr und mehr zu sich selbst.

Lars, der junge Unverstandene, ist ebenfalls auf der Flucht vor sich selbst. Gemeinsam mit seinem Seelenverwandten begibt er sich auf die Jagd. Mit ihrem Auto reisen sie quer durch den Norden, bewaffnet mit Gier und Hunger.

Die Treibjagd macht Lars und seinen Lehrer süchtig. Durch Zufall stoßen sie in einer Herberge auf Fred, die sich mit Lars anfreundet und fortan ein Stück mitreisen darf und ein wunderbares Alibi liefert. Aber nur so lange, bis ein kleiner Dorfpolizist sich mit den Vermisstenanzeigen der letzten Monate etwas genauer beschäftigt.

Mit Nina Casement geht man auf die Jagd. Man durchstreift die dunklen Felder und Wälder des Nordens. Man flieht mit den Opfern. Fiebert mit dem so gelangweilten Polizisten, der plötzlich den Fall seines Lebens vor sich sieht und begibt sich in die dunkle Vergangenheit der beiden Jäger.

Besonders reizvoll fand ich die Karte, an der man Freds Reise mitverfolgen konnte und erhielt so ganz nebenbei noch einen kleinen Überblick über die Sehenswürdigkeiten des Nordens.

Vielen Dank an Nina Casement für das Rezensionsexemplar. Den Trailer dazu könnt Ihr Euch hier ansehen.

Nina Casement stand mir im Anschluss noch für ein kleines Interview zur Verfügung. Fragen und Antworten findet Ihr hier.

Petra Ivanov –
Tote Träume

Petra Ivanov – Tote Träume

Der zweite Fall von Regina Flint und Bruno Cavalli führt uns ins direkte Umland von Zürich. In einem Asylheim findet die örtliche Feuerwehr vier verkohlte Leichen. Nach der Obduktion stellt sich heraus, dass der tote Sudanese nicht dem Brand zu Opfer fiel.

Cavalli, frisch aus Wiesbaden zurück übernimmt den Fall. Regina, die die schon lange vergangene Beziehung und die ständige Untreue Cavallis noch immer nicht überwunden hat, stürzt sich Hals über Kopf in eine neue Beziehung.

Für Cavalli beginnt nun eine Zeit des Umbruchs. Sein Sohn Chris steht unmittelbar mit dem Verbrechen in Zusammenhang. Seine Beziehung zu Regina wird wieder enger und seine Exfrau gibt endgültig auf.

Regina übergibt die Ermittlungen an Pilecki und Fahrni, wohlwissend, dass Cavalli mit seiner ganz eigenen Art schon die Spur des Brandstifters und Mörders aufgenommen hat.

Mit Petra Ivanov, deren Roman bereits 2006 erschien nicht wirklich in die Vergangenheit. Das Thema Asyl begleitet uns heute mehr denn je. Die akribische Recherche machen es dem Leser leicht, die gängigen Verfahren und die herrschende Bürokratie zu verstehen. Ein Verständnis für die Fluchtursachen zu ergründen, fällt auch den meisten Menschen in der heutigen Zeit noch schwer und Angriffe auf die Schwächsten unserer Bevölkerung scheinen leicht und scheinbar auch zu einfach zu sein.

Mit „Tote Träume“ begeben wir uns auf die Suche nach einer Erklärung für diesen unhaltbaren Zustand. Wir betrachten zwiespältig die Hilfsbereitschaft des Pfarrers, das scheinbar über natürliche Menschenliebe hinauszugehen scheint und hoffen mit Chris, dass er sich seiner Ahnen klar wird.

Cavallis Herangehensweise legt nahe, dass Menschen unterschiedlicher Herkunft ein Leben lang auf der Suche nach einem wahren Zuhause, einer Heimat sind nur um festzustellen, dass die Heimat eines Menschen nicht lokal bestimmt werden sondern wahrscheinlich einzig im Herzen der Menschen selbst liegt.

Die Reihe beginnt mit dem Teil „Fremde Hände„. Der nächste Teil ist schon bestellt und ich freue mich auf ein Wiedersehen mit Regina Flint und Bruno Cavalli.

Catherine Lacey –
Niemand verschwindet einfach so

Ich habe selten mit einem Buch so gekämpft. Elyria, mit soviel Selbstzweifel im Gepäck flieht vor ihrem Ehemann, vor ihrer Mutter und vor der Welt mit einem einfachen Visum nach Neuseeland.

Catherine Lacey – Niemand verschwindet einfach so

Dort angekommen begibt sie sich auf eine Reise. Ihr ureigenes Ziel, ihre Selbstfindung, wirft sie mehr als einmal über Bord.

Sie trampt mit abenteuerlichen Typen quer über die Insel und übernachtet in Scheunen, Hütten und auch mal im Freien. Stets begleitet wird sie von ihrer trostlosen Vergangenheit.

Mit Gelegenheitsjobs hält sie sich über Wasser, schließt Bekanntschaften, bleibt aber allen Menschen wie auch dem Leser unnahbar.

Gefangen in ihrer Vergangenheit, ihrem Selbstfindungsprozess und einer bitterlichen Wahrheit reisen wir als Leser mit Elyria und möchten diese junge Frau einfach nur noch wachrütteln.

Mit Catherine Lacey habe ich es mir nicht leicht gemacht. Diese preisgekrönte Geschichte empfand ich als anstrengend und die Aufopferung meinerseits, diese Geschichte zu Ende zu lesen, ist meine Art, Elyria einen gehörigen Schub in die richtige Richtung zu geben.

Einzig mit ihrer besonderen Art, die Geschichte Elyrias zu erzählen, lies mich diese Lesereise zu Ende führen. Sätze wie, „ Meine Entscheidungen waren arme Schlucker…“, hielten mich bei dieser Leidensgeschichte über Wasser.

Ich bedanke mich beim Aufbau-Verlag für diese ganz eigene Reise durch Neuseeland.

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