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Schlagwort: Tod (Seite 1 von 12)

Jan Böttcher –
Das Kaff

Micha Schürtz kehrt als Bauleiter eines bescheidenen Bauträgerprojektes in sein altes kleines Heimatdorf zurück. Als Untermieter zieht er bei seinem alten Schulfreund Greg in dessen Kleinstadthaus und bereut es sofort. Aus Langeweile treibt es ihn abends auf den örtlichen Fußballplatz und dort in die Arme seines ehemaligen Mitspielers, der ihn gleich als Jugendtrainer verpflichtet.

Misstrauen legt sich über das Dorf, das Bauprojekt gestaltet sich als schwierig und Micha selbst macht es seinem Gegenüber auch nicht gerade leicht. Sein Bruder gibt sich ihm als Dorfchronist überlegen und seine Schwester wirft ihm die lange Abwesenheit und die Ferne Berlins vor.

In der Vergangenheit hängen geblieben, trifft er auf Carla, die eine seiner geplanten Wohnungen bezieht und erstmals sieht er in Tobi, Carlas Sohn, die Lösung seines Problems. Dieser bringt ihn erst auf die Palme, dann auf die entscheidende Probe.

Jan Böttcher hat mit „Das Kaff“ einen verblüffenden Roman geschaffen, in dem man sich öfters wiederfindet als einem lieb ist.

Was rückständig, langweilig und öde als Kaff daher kommt, entpuppt sich als die Heimat und scheinbare Geborgenheit, die man vielleicht auch nach jahrelanger Suche nicht gefunden hat.

Eine Rückkehr zum eigenen Ich scheint in uns Menschen doch so tief verwurzelt zu sein, dass man sich nur schwer dagegen wehren kann.

Vielen Dank an den Aufbau-Verlag für das Rezensionsexemplar!

 

 

Rachel Joyce –
Der nie abgeschickte Liebesbrief an Harold Fry

Was wäre das Leben ohne die Erinnerung und einen kleinen Funken Hoffnung? Queenie Hennessy verbringt ihre letzten Tage in einem kleinen beschaulichen Hospiz im Norden Englands.

Sie betrachtet ihr Leben und beschließt, ihrer einzig wahren Liebe noch einen offenen und ehrlichen Brief zu schreiben, nichtsahnend, dass der sich gleich zu Fuß von der Südspitze Englands auf die Wanderschaft zu ihr macht.

Unterwegs verschickt er Postkarten und hält somit die kleine Bewohnergruppe sowie das Hospizpersonal, welches vorwiegend aus Nonnen besteht, ganz schön auf Trapp.

In Etappen erfahren wir vom Leben Queenies, ihren scheinbaren Fehlern und unbedachten Entscheidungen, die alle in Verbindung mit ihrer einzigen Liebe zu Harold Fry bestehen.

Aus einer Bürofreundschaft zwischen Harold und Queenie entsteht eine kleine knisternde Liebschaft, die sich die beiden bis zum letzten Tag ihrer Zusammenarbeit nicht eingestehen wollen.

Doch der Tod David, Harolds Sohn verändert schlagartig alles.

Das Hörbuch aus dem Hause Argon, gelesen von Andrea Sawatzki lässt den Hörer selbst bestimmen, ob man die Entscheidungen Queenies und natürlich auch die von Harolds bis zum Schluss teilen kann und will.

Rachel Joyce hat eine wunderbare Romanze und eine bezaubernde Geschichte über zwei Liebende geschaffen, deren Hoffnung bis zum letzten Atemzug keimt.

 

 

 

 

Kai Lüdders –
Mutwille

Wenn wir täglich Nachrichten über unsere Inlandspolitik sehen, fragen wir uns doch ständig, wohin wird das noch führen!

Als in Deutschland das tödliche Lassa-Virus ausbricht, endet damit die bisher bestehende Demokratie.

Für David, den liebenden Familienvater ist schnell klar, dass der neue Pharmariese und dessen Lobbyist Paul Schneider für den derzeitigen Zustand verantwortlich sind und hofft, dass sich sein Chef dem gebührend gegenüberstellt.

Doch in Zeiten der Angst steht es schlecht um die Wahrheit und Paul Schneider kann seinen Plan und dessen Ziele einer nach dem anderen abarbeiten ohne dabei auf großen Widerstand zu treffen.

Als die nächste Kanzlerwahl ansteht und die Medien täglich über immer mehr Tote und neue Gesundheitsregeln berichten, tritt die bisher unscheinbare Gesundheitsparte PGO ans Licht.

Doch damit nicht genug, Deutschland steht vor einem Scherbenhaufen und nur wenig Menschen begreifen erst, als es Tote und Gefangene in den eigenen Familien gibt, das hier ein Marionettentheater in großartiger Inszenierung aufgeführt wird.

In Zeiten von Fake-News, bevorstehenden Epidemien, ausgeprägtem Lobbyistentum und einer schier unendlichen Gier nach Macht und Reichtum führt Kai Lüdders den Leser in eine fiktive Welt, die realer nicht sein könnte.

Da bleibt einem als Leser nur die Frage, wo fängt die Wahrheit an und wo hört die Lüge auf?

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