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Schlagwort: Tradition (Seite 1 von 6)

Kathy Reichs – Knochenjagd

Kathy Reichs – Knochenjagd

Im fünfzehnten Teil der Thriller-Reihe hat es Tempe gleich mit einer schrecklichen Entdeckung zu tun. In einer heruntergekommenen Mietwohnung findet die Anthropologin gleich drei verweste und teils mumifizierte Babyleichen.

Gemeinsam mit Detective Ryan ermittelt sie die Mordursache, aber wo ist die Mutter. Die Recherchearbeit beginnt und führt Brennan ausgerechnet in die Arme von Ollie, einem alten Bekannten. Er und Ryan treffen wie zwei alte Haudegen aufeinander und Brennan hat nur Mühe, dazwischen Luft zu schnappen. Ollie bringt sie dank einer Sondereinheit der kanadischen Polizei, die sich um Vermisste und Personen mit erhöhtem Risiko befasst, schnell auf die Spur der Mutter.

Das Trio reist der Mutter von Wohnort zu Wohnort nach und trifft dabei auf ehemalige Freunde, alte Liebhaber und sonstige traurige Gestalten, die mit unverkennbarer Sicherheit nicht nur den Schutz der Mutter im Sinn hatten.

Eine weitere Kindermumie bringt die Presse auf die Spur und das Trio in eine verlassene Gegend in der Nähe von Edmonton. Völlig losgelöst von der eigentlichen Ermittlung treten die Drei dank der Presse in einen familiären Abgrund, der seinesgleichen sucht.

Im Kampf gegen die eigenbrötlerischen Einwohner, dubiosen Tierschutzorganisationen und schießwütigen Gangstern bleibt es spannend.

Kanadas Norden liegt brach. Der längst vergangene Goldrausch hat aber dank eines genialen Forschers nunmehr die Diamantensucher aufmerksam gemacht. Die indigenen Gemeinschaften sind sich der Diamantenvorkommen auf ihren Grundstücken zwar bewusst, kämpfen aber durch Arbeitslosigkeit, Alkoholismus und einem Großaufkommen an Drogen mehr gegen sich selbst als gegen die mächtigen Konzerne, die hier schon lange ihre Finger nach Land und Claims ausgestreckt haben.

Tempe und ihre beiden Ermittler müssen eine Nuss nach der anderen knacken nur um erneut festzustellen, dass hier ein geschickter Fährtenleger am Werk ist.

Mit Begeisterung fiebert man auch wie in den vorhergehenden Fällen der Lösung des Falles entgegen. Kathy Reichs vergisst dabei nie, gekonnt auf die Missstände in den diversen Staaten und Ländern hinzuweisen. Die Bedrohung der indigenen Bevölkerung durch die hohe Arbeitslosigkeit, der Gier nach den vorhandenen Diamantenvorkommen sowie der Ausbeutung von Kultur und schon vergessenen Traditionen wiegen schwer. Mit offenen Augen und ohne Schuldzuweisungen gelingt es Kathy Reichs mit „Knochenjagd“ erneut, die Geschichte mit anderen Augen zu sehen.

Chanel Cleeton –
Nächstes Jahr in Havanna

Chanel Cleeton - Nächstes Jahr in Havanna

Chanel Cleeton – Nächstes Jahr in Havanna

Marisol begibt sich auf eine Reise in die Vergangenheit. Als ihre innig geliebte Großmutter stirbt, wünscht sich diese sehnlichst, dass ihre Asche den Weg nach Kuba zurückfindet.

Mit einem Rechercheauftrag für ein Reisemagazin und der Asche ihrer Großmutter begibt sich Marisol nach Havanna. Dort angekommen wird sie bei Ana, einer alten Freundin ihrer Großmutter Elisa aufgenommen. Luiz, Universitätsprofessor und Rebell der Familie Anas spielt den Reiseführer und merkt schnell, das Marisol nicht nur eine eingebildete reiche amerikanische Touristin ist.

Marisol begreift schnell, warum Elisas Herz so an Kuba hing und die Flucht nach Amerika so schmerzhaft war.

Als Elisas Vermächtnis in Form von geheimen Briefen an ihren Liebsten in die Hände von Marisol gelangen, beschließt Marisol trotz vieler Warnungen, sich auf die Suche nach der wahren Liebe ihrer geliebten Großmutter zu machen.

Mit Marisol und Elisa begibt sich der Leser auf eine innige Reise nach Kuba. Hart umkämpft, rebellisch und von viel Leid geprägt, zeigt sich diese atemberaubende Stadt als eherne Festung, für die es sich als kubanisches Volk stets zu kämpfen lohnte.

Unterdrückung, Verstaatlichung, Gewalt und Folter stehen an der Tagesordnung. Vertrauen, Liebe und Hoffnung findet man nur im Verborgenen.

Elisas Vergangenheit und das ihrer großen Familie zeigt einem die von Rebellion und Umschwüngen geplagten Insel. Flucht scheint die einzige Überlebenschance, Florida scheint so nah.

Marisol hingegen ist sich der andauernden Gefahr erst bewusst, als sie sich in Luiz verliebt und hautnah zu spüren bekommt, was Rebellion bedeutet. Mutig, voller Hoffnung und mit einem klaren Ziel vor Augen, tritt Marisol immer mehr in die Fußstapfen ihrer Großmutter und die Vergangenheit schließt sich in einem tiefen Kreis von Flucht und einer unbekannten neuen Zukunft.

Chanel Cleeton hat mit „Nächstes Jahr in Havanna“ einen wunderschönen Roman über Liebe, Vergangenheit und Rebellion geschaffen. Während man den Mut von Elisa bewundert, rebelliert man mit Luiz und lüftet mit Marisol dunkle Familiengeheimnisse. Eine Hommage an Havanna, an eine lange vergangene Zeit und an die Freundschaft.

Vielen Dank an Heyne und an Jellybooks für das Rezensionsexemplar.

Rita Mae Brown –
Rache auf leisen Pfoten

Rita Mae Brown – Rache auf leisen Pfoten

Der achte Teil der Sneaky Pie Brown Ermittlerserie führt uns wieder in das beschauliche kleine Städtchen Crozet. Hier, wo sich Fuchs und Hase noch Gute Nacht sagen und wo Südstaatenerziehung Voraussetzung für ein menschliches Miteinander ist, passiert dennoch hin und wieder ein Mord.

Ein Klassentreffen steht an und wer kennt das nicht. Fragen über Fragen überschatten das freudige Ereignis. Düstere Drohbriefe erreichen das Team und Harry, die Postbeamtin mit viel Herzblut gerät in das Visier des Killers.

Nach zwanzig Jahren fällt es selbst Harry schwer, hier Freund von Feind und vermutlichem Killer zu trennen. Doch sie ermittelt natürlich nicht alleine. Tatkräftig wird sie von Mrs. Murphy, Pewter und von dem Corgie Tucker unterstützt, die stets den richtigen Riecher haben.

Rita Mae Browns Krimireihe eignet sich hervorragend für Serienjunkies. Man fiebert von Fall zu Fall mit den Charakteren und gewinnt auch den Südstaatenflair lieb. Man sehnt sich nach einem guten Glas Gin und dem klassischen Bourbon. Mit Harry begibt mach sich mitten hinein in das kleine Städtchen Corzet und somit in die südlichen Ausläufer der Apalachen und den Blue Ridge Mountains.

Eine Reise nach Crozet und Umgebung ist definitiv eine kleine Reise wert und man stellt fest, das Brown sehr wohl die Vorteile einer Südstaatengemeinschaft, egal wie klein diese sein mag, zu schätzen weiß und macht dem Leser schnell klar, das in Virginia das Wort Tradition stets auch immer zu etwas verpflichtet.

Ein weiterer spannender Fall rund um Harry und ihr Fellnasenermittlerteam.

Die im Artikel hinterlegten Verlinkungen beziehen sich auf Produkte, die ich selbst erstanden habe und nicht von den Herstellern bzw. Verlagen oder Autoren zu Werbezwecken kostenlos erhalten habe!

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