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Schlagwort: England (Seite 1 von 12)

Michael Ondaatje –
Kriegslicht

Michael Ondaatje - Kriegslicht

Michael Ondaatje – Kriegslicht

Nathan begibt sich auf eine schwierige Reise.  Als Kind von der Mutter Rose regelmäßig verlassen und in einer allumhüllenden Ungewissheit sich selbst überlassen tritt er durch Zufall in ihre Fußstapfen.

Nichtsahnend erkennt er während einer normalen Übersetzungsarbeit in der Nachkriegszeit aus den Erzählungen eines Separatisten seine Mutter wieder. Damit beginnt für Nathan und seine Schwester Rachel eine Reise in die eigene Vergangenheit und somit natürlich auch in das gewaltige, von Umbrüchen und Kriegen geplagte Leben seiner Mutter.

Der Kalte Krieg machte aus seiner Mutter Rose eine Spionin, die gut getarnt unter dem Decknamen Viola eine verhärmte Frau, die sich der Liebe zu ihren Kindern stets anderer Menschen, Freunde und Helfer bediente. Die Geschwister wachsen mal in höchster Gefahr, mal selbst in dunkle Machenschaften verwickelt und dann wiederum vollkommen behütet auf. Doch dieses Erwachsenwerden hat Risse hinterlassen. Nathan wagt es, seine Mutter, die den Kriegswirren als eine von wenigen unenttarnt davonkam, die allesentscheidende Frage zu stellen.

Mit Kriegslicht hat Michael Ondaatje eine ungewöhnliche Familiensaga geschaffen. In den Wirren des Krieges steht die junge Rose vor mehr gewichtigen Entscheidungen als sie eigentlich verkraften kann. Doch ihr Meister und zeitweise geliebter Nachbar ihrer Eltern gibt sie nie auf. Rose hingegen ist sich jedoch sehr wohl darüber im Klaren, dass die Zukunft ihrer Kinder, auch wenn sie aus der Ferne alles für deren Sicherheit veranlasst, stets unter der Bedrohung ihrer eigenen Vergangenheit leben werden. Ihre Tarnung aufrechterhalten steht noch über der Liebe zu ihren Kindern. Innerlich geplagt von dieser Entscheidung sieht Rose dieses Leben als einen einzigen Kampf mit sich selbst.

Die Erzählung Ondaatje springt in der Geschichte hin und her, wirkt anfangs unruhig. Die einzelnen Erzählstränge über Nathan, Rachel und Rose machen es dem Leser anfangs nicht leicht, deren Zusammenhänge zu verstehen. Aber diese losen Enden machen deutlich, dass das Leben eines Menschen, so unterschiedlich es auch sein mag, nie geradeaus verläuft, sondern vom Leben selbst auf eine unruhige Bahn geleitet wird.

Frank Stieren schafft es mit seiner Stimme, die bedrohliche Stimmung und die Neugierde Nathans über die Vergangenheit seiner Mutter ausgezeichnet zu inszenieren.

Vielen Dank an den Audiobuch-Verlag für das Rezensionsexemplar.

Die im Artikel hinterlegten Verlinkungen, bzw. die Rezensionen beziehen sich auf Produkte, die ich nicht selbst erstanden habe. Sie wurden mir von den Herstellern bzw. Verlagen oder Autoren zur Rezension kostenlos zur Verfügung gestellt! #Werbung, Rezension

 

 

Carolin Elizabeth Talbot –
Cloudfänger

Carolin Elizabeth Talbot - Cloudfänger

Carolin Elizabeth Talbot – Cloudfänger

Amelias Geschäfte mit ihrem Start up „green pink living“ könnten nicht besser laufen. Dank stetigem Wachstum ist die junge deutsche Geschäftsfrau in London auf der Suche nach neuem Personal. Sie lernt dabei Cara kennen, die mit ihrem kleinen Sohn Charlie gleich schon beim Bewerbungsgespräch mit der Tür ins Haus fällt. Amelia ist überzeugt, dass sie in Cara, die sogleich auch ein wunderbares Marketingkonzept aus dem Stehgreif präsentiert, auch eine Freundin werden könnte.

Als Amelia wieder mal alles über den Kopf zu wachsen scheint, trifft sie auf dem Dach auf Blake. Dieser befindet sich gerade in einer Schreibblockade. Auf Abwegen macht er sich aus politischer Überzeugung lautstark, auch in den Medien, für den Brexit stark.

Es funkt gewaltig. Das Blake ausgerechnet Caras Mitbewohner ist und dessen politischen Ansichten auch deren Freundschaft ernsthaft bedroht, davon ahnt Amelia nichts.

Doch ist diese Liebe stark genug, um die politischen Ansichten Blakes und die Existenzängste Amelias zu überstehen?

Carolin Elizabeth Talbot schildert schonungslos offen, wie sich die Menschen in der heutigen Zeit auf der Suche nach Bodenständigkeit und Zuverlässigkeit sehnen. Politische Umbrüche, gerade innerhalb Europas, stellen Firmen vor entscheidende Fragen. Allerdings sollte dabei ein genauer Blick auf die Menschen, die dahinterstehen, und deren Existenzängste sowie deren Kampf um Weltoffenheit geworfen werden.

Mit „Cloudfänger“ startet der Leser in den ersten Teil einer Trilogie über Liebe, Hoffnung und in eine Welt des Umbruchs, die aktueller nicht sein könnte.

Ich bedanke mich herzlich bei Carolin Elizabeth Talbot für die zur Verfügungstellung des ersten Teils der Cloudfänger Trilogie.

Die im Artikel hinterlegten Verlinkungen, bzw. die Rezensionen beziehen sich auf Produkte, die ich nicht selbst erstanden habe, sondern von den Herstellern bzw. Verlagen oder Autoren zur Rezension kostenlos erhalten habe! #Werbung, Rezension

 

Elizabeth Jane Howard –
Die Jahre der Leichtigkeit

Mit „Die Jahre der Leichtigkeit“ führt uns Elizabeth Jane Howard in den Süden Englands in die Jahre vor Kriegsbeginn.

Die reiche und bodenständige Familie Cazalet verbringt dort auf dem Land ihre Sommer. Während  die drei Brüder nach und nach das Geschäft von Brig übernehmen, kümmern sich die Ehefrauen um den Haushalt. Von Nannys und Hauslehrerin begleitet findet auch die große Anzahl an Kindern eine Beschäftigung.

Doch die Zeit scheint im Umbruch. Chamberlain versucht, mit Deutschland Frieden zu schließen und der Familie steckt noch der letzte Krieg in den Knochen. Obwohl das Idyll nicht schöner sein könnte, trägt fast jedes Familienmitglied, ob Kind oder Erwachsener, ein kleines Geheimnis mit sich. Erst der drohende Krieg bringt alle wieder enger zusammen und sorgt für die eine oder andere Überraschung.

Wer auf Downton Abbey steht, wird diese Familie einfach lieben. Man überwindet mit diesen Familienmitgliedern Ehekrisen,  Liebesaffären und fühlt die aufkommende Sorge des anstehenden Krieges.

Ein gelungener erster Teil der fünfteiligen Cazalet-Saga.

 

 

 

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