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Schlagwort: Macht (Seite 1 von 53)

Petra Johann –
Die Entführung

Petra Johann – Die Entführung

Leni Festing und Ronja Aurich sind die besten Freundinnen. Auch diesen Sommer verbringen sie gemeinsam ihre Schulferien am Chiemsee.

Es ist der Sommer, den Leni nie vergessen wird. Die Beiden werden auf der Fahrt zum Ferienhaus entführt. Drei Millionen Mark Lösegeld fordert der Entführer.

Die Polizei schleust sich in die Villa von Karl Festing, der es nicht gewohnt ist zu verlieren. Er weigert sich, die Lösegeldforderung anzunehmen und verhandelt. Panik bricht aus. Das Ermittlerteam hat alle Hände voll zu tun, die verzwickten Familienverhältnisse auf beiden Seiten zu verstehen und Festings engste Vertraute zu durchleuchten.

Während Leni ihren Tod kommen sieht, rebelliert Ronja in ihrem Verließ. Die Stimme des Entführers kommt ihr bekannt vor. Aber wie kann das sein? Bei ihren Eltern ist nichts zu holen, währenddessen Lenis Vater im Geld schwimmt.

Die Lösegeldübergabe der Entführung entpuppt sich als Farce. Ronjas Eltern werden darin verwickelt und vom Geld selbst fehlt jede Spur. Während Leni heil bei ihrem Vater ankommt, fehlt von Ronja jede Spur. Als die Mädchen ausgetauscht werden sollen, fallen Schüsse.

Jahre später trifft Leni auf einen der Entführer. Ihr wird klar, dass alle Menschen um sie herum sich in eine Wand des Schweigens hüllten. Doch Leni, erwachsen und von Wut gepackt, begibt sich auf Spurensuche. Ihre eigene Vergangenheit hat jedoch an ihr selbst Spuren hinterlassen und sie steht erneut an einem Scheideweg.

Mit Petra Johann begibt man sich auf Spurensuche in der Vergangenheit. Macht, Gier und Reichtum macht Menschen zu unkontrollierbaren Wesen.

Während Leni in ihrem Leben sich so sehr nach Liebe und Geborgenheit sehnt, lebt Ronja genau in dieser Welt, die allerdings von Geldsorgen und dunklen Familiengeheimnissen beschattet wird.

So unterschiedlich die beiden Mädchen sind, so nahe sind sie sich.

Ein gewagtes Verwirrspiel plagt die Ermittler, die selbst nach Jahren den Fall der vermissten Ronja nicht lösen konnten. Erst als es Leni wagt, gegen ihre eigene Familie aufzubegehren, tauchen neue Spuren auf.

Johann macht dem Leser klar, dass hier wirklich nichts ist, wie es scheint. Gekonnt zieht sie ihre Leser in den Bann von Reichtum, Macht und in eine Welt aus Drogen, aus der es nur selten gelingt, auszubrechen.

Vielen Dank an blanvalet und an Jellybooks für das Rezensionsexemplar!

Lisbeth Jarosch –
Last Haven –
Über alle Grenzen

Lisbeth Jarosch – Last Haven – Über alle Grenzen

Aidas Misstrauen gegenüber der Führung und ihre kleine Rebellion hat Last Haven zu einem wahren Hafen gemacht. Dennoch leidet das Volk außerhalb der Grenzen und selbst die Bewohner von Last Haven müssen sich einschränken.

Doch die Rationierungen reichen nicht aus. Die Clas außerhalb der Grenzen greifen an, sind aber der modernen Technik Last Havens völlig unterlegen. Ein Hindernis stellt dies für die verhungernden und verdurstenden Menschen nicht dar. Entgegen der Hoffnung der jetzigen Führungselite lassen sich die armen Menschen nun reihenweise erschießen um einem leidvollen Tod zu umgehen.

Auch Aida steigt unerwartet und dank Chesters Unterstützung auf. Romulus gesteht ihr endlich den Grund seiner Liebe zu ihr und das wiederum erlaubt Aida, sich etwas genauer mit sich selbst zu beschäftigen.

Unerwartet erhält sie auch außerhalb Last Havens Grenzen einen Einblick in die elende Wahrheit und lernt die Bedeutung des Wortes Familie endlich selbst kennen.

Doch die Zeit drängt, die Armut wird immer größer.

Eine Lösung zur Rettung der gesamten Menschheit muss her, aber wie?

Aida sieht dank Chesters Hilfe eine Lösung im altehrwürdigen Archiv. Aber selbst dort muss sie feststellen, dass schon damals Last Haven als verloren galt.

Schonungslos offen lesen wir über Rationierungen, Verhungern und Verdursten. Wir selbst leben jedoch im Wohlstand und machen uns keinerlei Gedanken oder zumindest wenige über hungerleidende Menschen auf unserer Welt.

Während wir unseren Fortschritt leben, schaffen wir es nicht, die restliche Welt mit ausreichend Nahrungsmitteln und Trinkwasser zu versorgen.

Mit Lisbeth Jarosch begibt man sich in die Zukunft, jedoch nicht wirklich in eine utopische Welt. Aidas Last Haven ähnelt doch in vielen Zügen unserer Erde und lässt auch hier immer mehr Menschlichkeit zu.

Es ist schön zu lesen, das Aida an ihren Aufgaben wächst und sich stets selbst darum bemüht, sich ein eigenes Bild zu machen.

Ich bedanke mich herzlich bei Lisbeth Jarosch für den dritten Teil der Last Haven Saga und bei Piper für das Rezensionsexemplar sowie bei Lovelybooks für die tolle Leserunde!

Es war mir wie auch bei Teil 1 und Teil 2 eine Freude!

Ruth Ware –
Woman in Cabin 10

Ruth Ware – Woman in Cabin 10

Lo Blackwood soll als Journalistin die Jungfernfahrt der Aurora begleiten. An Bord des Schiffes ist alles vertreten, was Rang und Namen hat und in Lord Bullmers neue Firma investieren und kräftig die Werbetrommel rühren soll. Für Lo stellt sich diese Fahrt als ganz besonders Sprungbrett in ihrer Journalistenkarriere dar, soll sie doch ihre schwangere Chefin vertreten.

Ausgerechnet eine Woche vor der Abfahrt wird Lo Opfer eines Einbruchs in ihrer Wohnung. Sie hofft diesem Angstzustand mit dieser aufregenden Schifffahrt zu entkommen. Doch gegen die Beklommenheit kommt auch das Luxusschiff nicht an. Lo merkt zu spät, dass es sich bei diesem ultramodernen Boot um nichts anderes als eine Stecknadel auf unendlicher See handelt.

Für das Galadinner am Abend leiht sie sich von der Dame aus der Nachbarkabine Wimperntusche und gerät dadurch nichtsahnend in einen Mordkomplott.

Lo wird durch ein dumpfes Platschen geweckt und erkennt auf ihrem Balkon nur noch einen hellen sinkenden Fleck im der Meeresbrise und einen Blutfleck an der gläsernen Reling.

Angstzustände bringen die Lo daraufhin fast um den Verstand. Um mit sich selbst endlich wieder im Reinen zu sein, begibt sie sich auf gefährliches Terrain und beschließt, diesen Mord aufzuklären.

Was für den Leser als klassischer „Whodunit“ beginnt, verstrickt sich immer mehr in einen düsteren und fiesen Psychothriller. Ruth Ware gelingt es besonders gut, die dunklen Geheimnisse der Gäste und die Gehorsamkeit des Boardpersonals mehrfach in Frage zu stellen.

Julia Nachtmann verleiht Lo eine Stimme, die den Zuhörer mehrfach schaudern lässt. Mit stets einem Funken Hoffnung wagt sich die junge Journalistin in die Abgründe von Reichtum, Spekulation und tiefen Hass.  

Ware erhöht die Spannung „Kapitel“ um „Kapitel“ mit Einspielern der verzweifelten Familie und Freunde.

Lo will man Flügel verleihen und hofft auf den Sprung von Board, aber dort wartet nur das dunkle tiefe Meer!

Ich bedanke mich herzlich bei DAV für das Rezensionsexemplar.

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