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Schlagwort: Macht (Seite 1 von 55)

Lisa Maxwell –
Der letzte Magier von Manhattan

Lisa Maxwell – Der letzte Magier von Manhattan

Esta ist eine Diebin, sogar eine der Besten – vielleicht sogar die Beste! Dabei hilft ihr eine ungewöhnliche Gabe. Sie kann die Zeit anhalten oder vielmehr so dehnen, dass sie ihre Aufträge innerhalb eines Wimpernschlags erfüllen kann. Das macht sie zu einem wichtigen Teil ihrer Bande, deren Anführer Professor Lachlan, sie beauftragt wichtige Artefakte zusammenzutragen.

Eins dieser Artefakte ist speziell für sie bestimmt: Ein Armreif mit einem einzigartigen Stein, Ischtars Schlüssel, der sie befähigt durch die Zeit zu reisen.

Das wichtigste Artefakt jedoch ist ein Buch, das geheimnisumwitterte Ars Arcana, von dem niemand so recht weiß, ob es denn wirklich existiert. Um dieses Buch zu holen, muss Esta in eine andere Zeit reisen, in das Jahr 1902.

Die Schwierigkeit liegt allerdings darin, dass viele Gruppierungen an diesem Buch interessiert sind. Und alle muss Esta täuschen, damit sie das Buch stehlen kann.

Ich muss zugeben, zu Beginn ist das Buch sehr verwirrend, da es in mehreren Zeitebenen spielt und einige Personen in mehreren dieser Ebenen vorkommen. Wenn man sich dann aber in die Geschichte eingelesen hat, wird man von den Ereignissen geradezu mitgerissen. Hinter den Charakteren verbergen sich ihre ganz persönlichen Geschichten, die im Laufe der Handlung nach und nach aufgedeckt werden.

Dadurch werden die persönlichen Motive der Personen deutlich, warum sie für die eine oder andere Seite kämpfen – oder auch auf beiden gleichzeitig oder vielleicht auch nur aus rein egoistischen Gründen. Dies sorgt dafür, dass die Geschichte mehrmals eine ganz neue, unvorhersehbare Wendung nimmt. Dazu trägt auch bei, dass der Leser immer wieder in die Rolle einer anderen Person schlüpft und dabei die Ereignisse aus dessen Augen wahrnimmt.

Leider – oder vielleicht auch zum Glück – ist das Ende sehr offen gehalten, so dass man am liebsten nach dem Zuschlagen des Buches gleich ein neues Kapitel der Geschichte um Esta aufschlagen möchte. Eine Fortsetzung wäre aus meiner Sicht sehr wünschenswert!

Vielen Dank an Lisa Maxwell und an Knaur für das Rezensionsexemplar!

Hauke Friederichs –
Funkenflug

Hauke Friederichs – Funkenflug

August 1939 – Der Sommer, bevor der Krieg begann.

Während der Sommer über das Land zieht und die Menschen ihrer alltäglichen Beschäftigung nachgehen, plant Hitler bis ins kleinste Detail den Überfall auf Danzig. Von Frieden keine Spur.

Auf dem Obersalzberg geben sich die Diplomaten die Tür in die Hand.

Mit Hauke Friederichs begeben wir uns auf eine kleine Zeitreise durch den August 1939 und erleben mit, wie sich ein machtgieriger Despot trotz zahlreicher Bemühungen nicht mehr aufhalten lässt.

Das Propagandaministerium zeigt und Tag für Tag, was dem deutschen Volk wiederfahren ist und dass ein Rückschlag unabkömmlich sein wird, während die freie Presse um Klarstellung bemüht ist.

Tageweise erleben wir die Welt aus Sicht einer Sophie Scholl, die von ihrer Jugend geprägt die Hoffnung auf den Frieden bis auf ihren letzten Tag nicht aufgibt.

Mit Dahlerius und Henderson fliegen wir ständig zwischen London und Berlin hin und her und betrachten so die fast schon unglaubwürdige Szenerie, die Hitler den beiden auferlegt.

Während die Einsatztruppen nach und nach ihre perfiden Pläne für die Mobilmachung ausführen, begibt sich Hitler in seinem kleinen Privatkino auf dem Obersalzberg in die Welt Hollywoods. Mit Walt Disney Filmen entschwebt er seiner eigenen Realität nur um danach noch härter an die Macht seines bald existierenden Weltreiches zu glauben.

Mutig reist J. F. Kennedy durch das noch friedliche Europa und berichtet seinen amerikanischen Studienfreunden von der fehlenden Leichtigkeit und zieht somit erste Schlüsse über Diplomatie in seiner noch anstehenden Politikerkarriere.

Churchill und Chamberlain wissen weder vor noch zurück, während Stalin sich die Hände reibt. Für ihn scheint das alles nur ein großes Spiel zu sein. Er hält Hitler für nicht vertrauensvoll und dennoch schließt er mit ihm Verträge, die ihm Frieden und den Erhalt seiner Landesteile garantieren sollen.

Italien begibt sich auf Sinnsuche und muss feststellen, dass die Deutschen sich als härtere Nuss als erwartet darstellen. Diese zu knacken kann Mussolini nicht gelingen. Er verweigert seinen Eintritt und dies nur mit einem hinterhältigen Kniff.

Doch die Etikette in Berlin wird fleißig gewahrt.

Friederichs schafft dem Leser einen eindrücklichen Einblick in diese Szenerie, die uns Lesern teilweise nur aus Büchern, Fernsehdokumentationen und Kinofilmen bekannt ist.

Berühmte Persönlichkeiten und Widerständler zeigen dem Leser ein Bild auf, das den Machthabern, Führungsriegen und Politikern gegenübersteht.

Ein beeindruckendes Buch über Macht, Einfluss und dem unglaublichen letzten Moment der Hoffnung auf Frieden.

Vielen Dank an den Aufbau-Verlag für das Rezensionsexemplar!

Petra Ivanov –
Die Entführung

Petra Ivanov – Entführung

Pal Palushi liegt sein neues Mandat als Strafverteidiger schwer im Magen. Der junge Muslim soll die junge Lara Blum entführt haben und schweigt seit seiner Inhaftierung.

Während Pal versucht, sich aus den Fängen der Ermittler zu ziehen und eine Beziehung zum Wohl der Entführten zu seinem Klienten aufzubauen, kehrt seine Freundin Jasmin Meyer aus dem fernen Thailand zurück.

Ihr Versuch, die zurückliegende dreimonatige eigene Entführung zu verarbeiten gelang ihr zumindest in Thailand außergewöhnlich gut. Doch jetzt zurück in der Schweizer Realität kehren die bösen Dämonen zurück. Pal, sichtlich gerührt von dem Angebot der Unterstützung, versucht jedoch, das Schlimmste von Jasmin fernzuhalten.

Von Lara Blum hat die Polizei immer noch keine Spur und nur dank Pals Eingreifen und Jasmins Zuarbeit als ehemalige Polizistin führt endlich ein scheinbar kleiner Wink alle gemeinsam ins Herz der muslimischen Gemeinde.

Nichtsahnend hat sich Pal mit der Staatsanwältin eine neue Feindin gemacht, die auf allen Fronten gleichzeitig zu kämpfen scheint. Doch offener Krieg mit der Polizei kommt für den Exkosovaren Pal nicht in Frage.

Als Rinor, Pals Neffe und Patenkind sich immer mehr zurückzieht, hängt auch in der eigenen Familie der Haussegen schief. Doch Rinor hat nicht wieder erwarten eine Freundin gefunden, sondern ist in die Fänge einer islamistischen Splittergruppe geraten.

Pal wird von allen Seiten beschossen und Jasmin unterstützt ihn, auch mit der Hilfe ihrer alten Kollegen vom Leib und Leben wo sie nur kann.

Die Uhr für Lara Blum tickt und die Zeit wird knapp. Jasmin möchte unter keinen Umständen, dass ein Mensch ihr eigenes Schicksal erneut erleben muss.

Petra Ivanov schafft es wie immer gleich auf Anhieb, dass man ihre Hauptprotagonisten einfach mögen muss. Während ich mit Jasmin bereits in den Bänden mit Flint & Cavalli Bekanntschaft gemacht habe, zeigt sich Pal als Mensch, der sichtlich um das Wohl seiner Mandanten bemüht ist. Ob schuldig oder nicht, das spielt für Pal keine Rolle.

Der Zwiespalt der integrierten Familien zeigt sich gut in der Art und Weise, wie stark auch Pals Familie noch von den Zwängen aus der alten Heimat verfolgt wird. Es entbrennt ein oberflächlicher Krieg zwischen den Gläubigen und den Ungläubigen und dieser zieht eine Spur von Hasspredigern, Extremisten und Splittergruppen mit sich, die unsere offene Kultur mit Argwohn und mit strengem Glauben und alten Verhaltensmustern entgegnen.

Ich bedanke mich bei Literaturtest sowie bei Petra Ivanov für den vierten Teil von Meyer & Palushi.

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