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Schlagwort: Ehe (Seite 1 von 13)

Chanel Cleeton –
Nächstes Jahr in Havanna

Chanel Cleeton - Nächstes Jahr in Havanna

Chanel Cleeton – Nächstes Jahr in Havanna

Marisol begibt sich auf eine Reise in die Vergangenheit. Als ihre innig geliebte Großmutter stirbt, wünscht sich diese sehnlichst, dass ihre Asche den Weg nach Kuba zurückfindet.

Mit einem Rechercheauftrag für ein Reisemagazin und der Asche ihrer Großmutter begibt sich Marisol nach Havanna. Dort angekommen wird sie bei Ana, einer alten Freundin ihrer Großmutter Elisa aufgenommen. Luiz, Universitätsprofessor und Rebell der Familie Anas spielt den Reiseführer und merkt schnell, das Marisol nicht nur eine eingebildete reiche amerikanische Touristin ist.

Marisol begreift schnell, warum Elisas Herz so an Kuba hing und die Flucht nach Amerika so schmerzhaft war.

Als Elisas Vermächtnis in Form von geheimen Briefen an ihren Liebsten in die Hände von Marisol gelangen, beschließt Marisol trotz vieler Warnungen, sich auf die Suche nach der wahren Liebe ihrer geliebten Großmutter zu machen.

Mit Marisol und Elisa begibt sich der Leser auf eine innige Reise nach Kuba. Hart umkämpft, rebellisch und von viel Leid geprägt, zeigt sich diese atemberaubende Stadt als eherne Festung, für die es sich als kubanisches Volk stets zu kämpfen lohnte.

Unterdrückung, Verstaatlichung, Gewalt und Folter stehen an der Tagesordnung. Vertrauen, Liebe und Hoffnung findet man nur im Verborgenen.

Elisas Vergangenheit und das ihrer großen Familie zeigt einem die von Rebellion und Umschwüngen geplagten Insel. Flucht scheint die einzige Überlebenschance, Florida scheint so nah.

Marisol hingegen ist sich der andauernden Gefahr erst bewusst, als sie sich in Luiz verliebt und hautnah zu spüren bekommt, was Rebellion bedeutet. Mutig, voller Hoffnung und mit einem klaren Ziel vor Augen, tritt Marisol immer mehr in die Fußstapfen ihrer Großmutter und die Vergangenheit schließt sich in einem tiefen Kreis von Flucht und einer unbekannten neuen Zukunft.

Chanel Cleeton hat mit „Nächstes Jahr in Havanna“ einen wunderschönen Roman über Liebe, Vergangenheit und Rebellion geschaffen. Während man den Mut von Elisa bewundert, rebelliert man mit Luiz und lüftet mit Marisol dunkle Familiengeheimnisse. Eine Hommage an Havanna, an eine lange vergangene Zeit und an die Freundschaft.

Vielen Dank an Heyne und an Jellybooks für das Rezensionsexemplar.

Ruth Jones –
Alles begehren

Ruth Jones – Alles begehren

Selten hat mich ein Hörbuch so aufgeregt und nervös gemacht. Mit Ruth Jones betrachten wie drei Beziehungsdramen über fast drei Jahrzehnte.

Die Studentin Kate trifft bei ihrem Nebenjob als Bedienung auf Callum. Der fast zwanzig Jahre ältere Callum weiß nur, dass Kate, die wunderschöne und blutjunge Blondine nur Ärger bedeutet und lässt sich dennoch auf eine Affäre mit ihr ein.

Während er mit einem unsäglich schlechten Gewissen weiterhin seine Ausrutscher vor seiner Ehefrau Belinda und den Kindern verbirgt, steht eines Abends Kate in ihrer Küche. Die Bombe platzt und Callum trifft es hart. Nach kurzer Zeit herrscht Vergebung und Kate scheint Vergangenheit.

Kate hingegen ist mittlerweile eine erfolgreiche Schauspielerin, Mutter und Ehefrau. Ihr Ehemann Matt und die Tochter Talula können der dominanten Kate jedoch nichts wirklich recht machen. Per Zufall trifft sie fast nach zehn Jahren erneut auf Callum und das altbekannte Spiel beginnt erneut. Doch dieses Mal rechnet sie nicht mit Matt.

Ruth Jones führt uns als Hörer aufs Glatteis. Wir lieben die Schwachen. Hoffen und Bangen mit Belinda und Matt. Gerne würden wir Matts Freundin Hattie endlich wachrütteln und Kate und Adam am liebsten ausradieren. Die Emotionen kochen hoch, kopfschüttelnd begleiten wir Matt bei seinem Überlebenskampf und der Suche nach der wahren Liebe.

Mit Kate schafft Jones  einen Charakter, den man ausgiebig hassen kann, ohne dabei ein schlechtes Gewissen zu haben. Man leidet großzügig mit den Zurückgebliebenen und denen, für die Liebe stets in weiter Ferne lag.

Julia Nachtmann erzählt die Geschichte dieser drei so unterschiedlichen Pärchen so real, dass man sich diese sechs Menschen ohne große Mühe auch als Freunde oder unmittelbare Bekannte vorstellen kann. Kates Leben erhält durch Nachtmanns Stimme aber auch, zumindest am Schluss, ein wenig Mitleid. Man ist sich im Klaren darüber, was in dieser so harmlos wirkenden jungen Frau steckt und mit wieviel Berechnung sie ihr Leben und ganz besonders das der Anderen führt.

Ellen Sandberg –
Der Verrat

Ellen Sandberg – Der Verrat

Nane, frisch nach zwanzig Jahren wegen Mordes aus dem Gefängnis entlassen, ist immer noch voller Rache. Während ihre Schwester Pia und deren Mann Thomas von Manthey ihr Leben auf dem Weingut Graven an der Saar genießen und in Ruhm und Reichtum schwelgen, kommt Nane bei ihrer zweiten Schwester Birgit unter, die ihr auch den notwendigen Job zur Verfügung stellt.

Doch Nane kann nicht vergessen und begibt sich auf die Suche nach der Wahrheit und in die lange und dunkle Vergangenheit.

In Graven an der Saar kämpft Pia unterdessen mit einem Herzinfarkt ihres Mannes. Die Stiefschwester Margot macht ihren Platz im Weingut streitig und Pia beginnt zu begreifen, dass der heraufbeschworene alte Familienfluch nun auch von ihr endlich Besitz zu ergreifen scheint.

Während sich Tochter Lissy um das Weingut kümmert und Enkelin Sonja die Familiengeschichte von einer ganz anderen Seite aufrollt, wird von dieser dunklen Lawine nicht nur ein Stein ins Rollen gebracht.

Mit Verrat hat Ellen Sandberg einen Roman geschaffen, der sich nicht in ein einziges Genre einordnen lässt. Während die Familienmitglieder um ihre dunkle Vergangenheit und um ihre Geheimnisse bemühen, gerät dieser Schein der perfekten Familie mit exzellentem Weingut gehörig ins Wanken.

Der Leser befindet sich mehrfach im Zwiespalt mit Nane. Die Mörderin, die schon in jungen Jahren von Rache und unendlicher Eifersucht zerfressen ihren Plan in die Tat umsetzt und dabei einen Unschuldigen tötet. Aber war dieser auch wirklich unschuldig? Mit so vielen Leichen im Weinkeller werden einige Strippen gezogen, Irrungen aus dem Weg geschafft und alte Beweismittel im passenden Moment als Druckmittel aus der Tasche gezogen.

Da ich aus dieser Gegend stamme, fällt mir es leicht, sich das hügelige Weingut und die engen Nadelkurven vorzustellen. Das Thema Wein ist geschickt verpackt und macht diese so ganz eigene Welt dem Leser ein wenig verständlicher ohne dabei das eigentliche Familiendrama aus den Augen zu verlieren.

Ein gelungener Lokalkrimi-/roman mit einer Familienfehde bei der auch nach so vielen Jahren noch nicht das letzte Wort der Wahrheit gesprochen scheint!

Vielen Dank an den Penguin-Verlag und an Ellen Sandberg für diese tolle Bloggeraktion aus meiner alten Heimat!

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