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Schlagwort: Anschlag (Seite 1 von 4)

Petra Ivanov –
Die Entführung

Petra Ivanov – Entführung

Pal Palushi liegt sein neues Mandat als Strafverteidiger schwer im Magen. Der junge Muslim soll die junge Lara Blum entführt haben und schweigt seit seiner Inhaftierung.

Während Pal versucht, sich aus den Fängen der Ermittler zu ziehen und eine Beziehung zum Wohl der Entführten zu seinem Klienten aufzubauen, kehrt seine Freundin Jasmin Meyer aus dem fernen Thailand zurück.

Ihr Versuch, die zurückliegende dreimonatige eigene Entführung zu verarbeiten gelang ihr zumindest in Thailand außergewöhnlich gut. Doch jetzt zurück in der Schweizer Realität kehren die bösen Dämonen zurück. Pal, sichtlich gerührt von dem Angebot der Unterstützung, versucht jedoch, das Schlimmste von Jasmin fernzuhalten.

Von Lara Blum hat die Polizei immer noch keine Spur und nur dank Pals Eingreifen und Jasmins Zuarbeit als ehemalige Polizistin führt endlich ein scheinbar kleiner Wink alle gemeinsam ins Herz der muslimischen Gemeinde.

Nichtsahnend hat sich Pal mit der Staatsanwältin eine neue Feindin gemacht, die auf allen Fronten gleichzeitig zu kämpfen scheint. Doch offener Krieg mit der Polizei kommt für den Exkosovaren Pal nicht in Frage.

Als Rinor, Pals Neffe und Patenkind sich immer mehr zurückzieht, hängt auch in der eigenen Familie der Haussegen schief. Doch Rinor hat nicht wieder erwarten eine Freundin gefunden, sondern ist in die Fänge einer islamistischen Splittergruppe geraten.

Pal wird von allen Seiten beschossen und Jasmin unterstützt ihn, auch mit der Hilfe ihrer alten Kollegen vom Leib und Leben wo sie nur kann.

Die Uhr für Lara Blum tickt und die Zeit wird knapp. Jasmin möchte unter keinen Umständen, dass ein Mensch ihr eigenes Schicksal erneut erleben muss.

Petra Ivanov schafft es wie immer gleich auf Anhieb, dass man ihre Hauptprotagonisten einfach mögen muss. Während ich mit Jasmin bereits in den Bänden mit Flint & Cavalli Bekanntschaft gemacht habe, zeigt sich Pal als Mensch, der sichtlich um das Wohl seiner Mandanten bemüht ist. Ob schuldig oder nicht, das spielt für Pal keine Rolle.

Der Zwiespalt der integrierten Familien zeigt sich gut in der Art und Weise, wie stark auch Pals Familie noch von den Zwängen aus der alten Heimat verfolgt wird. Es entbrennt ein oberflächlicher Krieg zwischen den Gläubigen und den Ungläubigen und dieser zieht eine Spur von Hasspredigern, Extremisten und Splittergruppen mit sich, die unsere offene Kultur mit Argwohn und mit strengem Glauben und alten Verhaltensmustern entgegnen.

Ich bedanke mich bei Literaturtest sowie bei Petra Ivanov für den vierten Teil von Meyer & Palushi.

Benedikt Gollhardt –
Westwall

Benedikt Gollhardt – Westwall

Julia Gerloff ist anders. Aufgewachsen in einer ländlichen Kommune strebt sie einen anderen Lebenswandel als ihr Vater, Lupo, ein Althippie an.

Als Überläufern will sie bei der Polizei Karriere machen und ist eine begeisterte Schülerin. In der S-Bahn lernt sie Nick kennen, der sie gekonnt um seinen Finger wickelt.

Julia kann es kaum fassen, dass sie endlich in einem normalen Leben ohne Bauwagen, Selbstversorgung und Lagerfeuer angekommen ist. Doch das anerzogene Misstrauen lässt sie stutzen. Sie lässt ihre Beziehungen spielen und überprüft Nick.

Nick, der sich ebenfalls als Aussteiger betrachtet, hat es gewagt, bei Julia einen Schritt zu weit zu gehen.

Mit der Wahrheit im Gepäck löst er eine ungeahnte Lawine aus, der erst im dunklen schwelt und dann gewaltig hervorbricht.

Ausbilder Roosen sorgt sich um Julia. Als diese sich ihm anvertraut, steht der nächste Anschlag bereits bevor.

Ab sofort explodiert die Welt um Julia. Als ihr Vater brutal von einem Jugendlichen ermordet wird, bricht die dunkle ungeahnte Wahrheit aus der Vergangenheit ans Licht.

Für die junge Frau ist nichts mehr so, wie es mal war. Wer ist noch Freund? Wer ist Feind?

Nick, der sich ebenfalls aus den Fängen des Verfassungsschutzes befreit und wiedererwarten seines dortigen Betreuers nun ganz eigene Ziele verfolgt, zieht sich das Netz immer enger zusammen.

Fein webt Benedikt Gollhardt in Westwall die Maschen zusammen. Aus Polizei, Verfassungsschutz und Terroristen wird ein Bündel von Menschen, die der Leser erst sortieren muss.

Wie auch schon Julia fragt sich der Leser ständig, wer ist der Gute und wer der Böse.

Die Szenerie, finster im alten Bunkerviertel rund um den Westwall gelegen, umgibt sich mit alten Nazis, Ewiggestrigen und zu neuem Leben erwachten Terroristinnen.

Zu spät begreift Julia, wer hier den Takt vorgibt und die entscheidenden Fäden in diesem Netz zieht.

Ein Thriller, der aktueller und brisanter nicht sein könnte!

Vielen Dank an Benedikt Gollhardt und an den Penguin-Verlag für das Rezensionsexemplar. Jetzt ist der Westwall definitiv mal ein Wochenendtrip wert.

Kathy Reichs –
Fahr zur Hölle

Kathy Reichs – Fahr zur Hölle

Okay, als Serienjunkie fällt es einem nicht leicht, den nächsten Teil der Brennan-Reihe einfach so im Schrank stehen zu lassen. Also her damit!

Charlotte ist das Mekka der NASCAR-Rennen. Tempe wird zu einem Leichenfund direkt neben der Rennstrecke gerufen. Sogleich gehen mehrere Vermisstenmeldungen ein und es bedeutet einiges an Mühe, die Leiche aus dem Fass voller Asphalt zu befreien. Kaum auf dem Tisch ist die Leiche samt Proben auch schon verschwunden.

Während sich Tempe über den dreisten Diebstahl ärgert, tritt Slidell auf den Plan. Beide ermitteln nunmehr aufgrund der fehlenden Leiche an den beiden Vermisstenfällen und stoßen dank des Handbuchs eines verstorbenen Kollegen auf zahlreiche Hinweise. Das FBI mischt gründlich mit und bringt eine militante Gruppe ins Spiel, die die Nachforschungen von Brennan und ihrem Partner ein Dorn im Auge scheint.

Als dann auch noch ein ehemaliger Cop sich großzügig für die Ermittlungen und auch für Brennan interessiert, kommt es Schlag auf Schlag.

Mit „Fahr zur Hölle“ begeben wir uns ins Rennfahrermilieu und zum NASCAR Rennen. Als Leser treffen wir auf Spinner, übergeschnappte Fans und Menschen, die fürs Schrauben und Fahren alles geben. Gute Recherchearbeit und außergewöhnlich gute Charaktere machen es leicht, diese Story zu mögen, wenn auch Motorsport so ganz und gar nicht zu meinen Interessen zählt.

Gekonnte Tempowechsel und Spuren ins Nichts bringen einen weiteren Thriller zu Tage, der den Zustand der Achtziger in den Südstaaten auf den Punkt bringt. Rassenhass, Anschläge und Militante Gruppen waren auf dem Vormarsch und die Regierung samt FBI scheinbar machtlos.

Wer schon einmal in den Südstaaten und in der Nähe von Charlotte war, der kennt die abgelegenen Ecken, kleinen Dörfer und diesen unverkennbaren Menschenschlag, der sich für alles und für nichts begeistern kann. Erst als Brennan und Slidell an allen losen Enden ziehen, entpuppt sich eine Mordgeschichte, die sich so leicht nicht verdauen lässt.

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