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Schlagwort: Roman (Seite 1 von 5)

Yrsa Daley-Ward –
Alles, was passiert ist

Yrsa Daley-Ward

Marcia Daley-Ward reist hochschwanger als Jugendliche endlich nach England. Ihr von ihren Eltern so gottgelobtes Land preist sich jedoch für Marica nicht gerade als neue Heimat an. Im harten Glauben der Adventisten kann Marcia, schwanger und alleinstehend, nicht gerade mit Frömmigkeit punkten.

Die Flucht nach vorn, weg von ihren Eltern bietet ihr immerhin einen Job als Krankenschwester. Dauermüde von endlosen Nachtschichten und herrischen Männern steht die nächste Schwangerschaft an. Yrsa betritt das Licht der Welt unter keinem guten Stern. Ausgesetzt bei den Großeltern scheint kein Entkommen aus dieser trostlosen Ecke Nordenglands.

Yrsa ist einfach zu schön um wahr zu sein. Verlockend lange Beine und ein hübsches Gesicht stehen in Konkurrenz zur Mutter, die innerlich darum fleht, dass ihre kleine Yrsa endlich zu verstehen mag.

Für manche Menschen ist die Schönheit ein Traum, für Yrsa ein Fluch. Sie gerät natürlich auf Abwege, beherrscht Männer mit Sex und anderen Verlockungen.

Geplagt von der Vergangenheit und gepeinigt von der kommenden Zukunft besteht Yrsa ihre härteste Probe. Ihr jüngerer Bruder, hochbegabt und unbeirrbar, braucht ihre Hilfe. Machtlos sieht sich Yrsa die Abstürze ihres „Little Roo“ gnadenlos mit an. Erst nach dem Krebstod der Mutter erkennt sie endlich eine Wendung in ihrem Leben.

Mein Fazit

Yrsa Daley-Ward macht es einem als Leser nicht leicht. Man steckt fest zwischen Lyrik, fieser Wahrheit und dem Traum nach einem Einhorn fest. Was bringt ein solches Leben, wieso erscheint kein edler Retter?

Auswirkungen der Flucht ziehen nicht enden wollende Fäden durch das Leben dieser jungen gnadenlosen Frau, die stets versucht, endlich und endgültig ihr eigenes Leben zu finden.

Der herrschenden männlichen Dominanz ergibt sich Yrsa so oft, dass man inständig als Leserin hofft, dass irgendwann das Erwachen mit einem lauten Paukenschlag kommt. Wer in diesem Buch das Glück sucht, ist verloren. Man gerät in eine Welt von der man hofft, dass diese, wie auch das Einhorn nur ein unglaublich fieser Traum war.

Ich bedanke mich herzlich bei Blumenbar und bei Yrsa Daley-Ward für das kostenlose Rezensionsexemplar.

5 Fragen an Nica Casement

Frederike ist auf der Flucht vor ihrer eigenen Vergangenheit und hofft auf ihrer Reise endlich davon loszukommen. Wie gelingt es Dir als Autorin dem uns allen so bekannten „Hamsterrad“ zu entkommen. Was ist deine Art der Flucht?

Schreiben! Da ich das nicht hauptberuflich verfolge, stellt das Schreiben an sich (das Drumherum weniger) eine hervorragende Auszeit vom Alltag dar. Deshalb würde ich auch nie autobiografisch schreiben oder mich nur auf ein Genre festlegen.

Lars entpuppt sich in seinem tiefsten Inneren doch noch als Mensch, der sich trotz seiner Verfehlungen nach Liebe und nach Geborgenheit sehnt. Als Leser schwankt man zwischen Mitleid und mit dem Drang diesen Jäger zu stoppen. Fehlt uns in der heutigen Zeit nicht allen ein wenig Menschlichkeit?

Ob sie uns fehlt, das weiß ich nicht genau. Ich denke aber, dass viele Menschen sie Konsum, Bequemlichkeit, Wohlstand oder Egoismus unterordnen – oder schlichtweg überfordert sind. Das gilt insbesondere, wenn Entscheidungsträger es an Konsequenz und Lösungswillen für die wichtigen Probleme der Welt fehlen lassen. Sicherlich entsteht dann bei vielen Menschen der Eindruck: „Was soll ich kleines Licht denn ausrichten, wenn die Mächtigen der Welt nichts tun?“ Meiner Meinung nach darf das jedoch nicht als Ausrede herhalten.

Der Roman folgt einer bestimmten „Spur“ durch Schweden. Ist es eine Deiner ehemaligen Reiserouten? .

Tatsächlich habe ich jeden der genannten Orte besucht (mit Ausnahme von Oslo, aber das liegt ja auch nicht Schweden). Daher habe ich auch eine zu den einzelnen Buchkapiteln passende Fotoserie auf meiner Homepage veröffentlicht. Genau dieselbe Reihenfolge oder Route hatte ich allerdings nicht.

Mit dem Norden verbinden wir Hygge, Besinnlichkeit und Ruhe. Aber auch sehr blutige Thriller und brutale Mordgeschichten. Wie passt das Deiner Meinung nach zusammen?

Einmal ohne Begleitung in einem dieser tiefen, dichten und endlosen Wälder stehen, vielleicht sogar kurz vor Sonnenuntergang – da kommen die finsteren Vorstellungen ganz von alleine!

Für einen anstehenden Tripp in den Norden darf in Deinem Gepäck niemals fehlen?

Warme Kleidung, eine (Wander-)Karte – aus Papier! -, ein Kompass und ein Messer.

Ich bedanke mich ganz herzlich bei Nina Casement für das Interview zu ihrem aktuellen Buch „Jagdsaison„.

Emily Bronte –
Wuthering Heights

Emily Brontë – Wuthering Heights

Es gibt selten Bücher und Geschichten, die mich so lange beschäftigen. Als Nachtlektüre habe ich mir Wuthering Heights in der Originalversion ausgesucht.

Das Findelkind Heathcliff beherrscht die Geschichte ebenso wie dessen Amme und Haushälterin Nelly.

Dunkle Wolken ziehen über den Familien Earnshaw und Linton auf und Keine von Hass, Liebe und Sehnsucht sind gesät. Lockwood übernachtet als potentieller Mieter vor seinem Einzug im lokalen Pub und die Wirtin Ellen berichtet ausführlich über die Geschichten der damaligen Herrschaften, die sich aus Liebe, Rache und Hass gegeneinander verzehrten und elend dahinsiechten.

Emily Brontë entführt den Leser in ein düsteres England. Alte unsinnige Familientraditionen und eine herrische Sprache füllen den Roman und schaffen Hauptcharaktere, bei denen man als Leser wirklich lange nach einem sympathischen Funken Menschlichkeit suchen muss.

Brontës Welt zeigt sich als harte, traurige Welt, in der die Menschen sich nur um sich selbst und um ihren Besitz kümmern. Während Kinder in den Stall verstoßen werden, plagen sich die jungen Damen um ihre scheinbaren Liebeleien. Ein Kampf mit der Tradition, der hohen Belastung des Besitztums beschäftigt diese beiden Familien so sehr, dass das bittere Ende derer dem Leser als einzig wahre Lösung übrig bleibt. Die Charaktere verstricken sich in ihrer Sehnsucht nach Liebe und einem glücklichen Leben in tiefen Hass, Neid und in große Eifersucht.

Ein Klassiker, mit dem ich auch sprachlich ein wenig zu kämpfen hatte. Dies ist aber kein Grund, nicht in die weiteren Veröffentlichungen von Emily Brontë hineinzulesen.

Auf jeden Fall werde ich mir noch eine der zahlreichen Verfilmungen der BBC ansehen und bin gespannt, ob ich wenigstens hier etwas Sympathie entfesseln kann.

Vielen Dank an Jellybooks für das kostenlose Rezensionsexemplar. Mit der Aktion „Rediscover the classics“ unter der Schirmherrschaft von Eric Karl Anderson findet man ausreichende Hintergrundinformationen über die Geschichte des Buches und regelmäßige Updates.

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