tinaliestvor

books and more

Schlagwort: Griechenland (Seite 1 von 4)

Salih Jamal –
Orpheus

Salih Jamal – Orpheus

Musik, Liebe, Tod.

Alte Geschichte in neuem Gewand, untermalt mit einem abwechslungsreichen Soundtrack.

Orpheus ist nach dem Verschwinden seiner geliebten Nienke gefangen in der Suche nach ihr, in seiner Trauer und seinem Selbsthass.

Der einzige Weg, einen kurzen Moment seinen plagenden Schatten zu entfliehen, ist der Alkohol und die Musik.

Nienke war Anwältin in der Firma des mächtigen Zeus, Orpheus‘ Großvaters. Eines Tages verschwindet sie spurlos. Dabei war sie an diesem Tag auf dem Weg zur Polizei, zu ihrem ehemaligen Chef, dem sie voll und ganz vertraute.

Sie hatte Unterlagen dabei, die die Welt von Zeus mit einem Streich hätte zerstören können. Diese Unterlagen zeigten eine Verbindung des Patriarchen zu einem lange zurückliegenden Mord an einer Frau.

Orpheus hatte geahnt, dass Nienke sich in Gefahr begab, konnte aber seine eigenen Ängste ihr zu helfen nicht überwinden und jetzt ist sie fort. Von nun an ist Orpheus auf der Suche und kommt dabei den Geheimnissen seiner eigenen Familie und der grausamen Wahrheit auf die Spur.

Salih Jamal nimmt sich einer großartigen Sage der griechischen Mythologie an und verpflanzt sie in die heutige Welt.

Dabei wird sie in eine größere Familientragödie oder Kriminalgeschichte eingesponnen und mit einem Soundtrack zur Handlung untermalt.

Gleichzeitig betreibt der Autor eine Seelenschau seines Protagonisten Orpheus, die der Lektüre eine weitere Ebene verleiht. Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen wird dies auf gerade einmal 260 Seiten verdichtet.

Salih Jamal schreibt in kurzen, prägnanten Sätzen, die trotzdem zu einem fließenden Rhythmus finden.

Ihm ist hier ein großartiges Werk gelungen, das man zusammen mit dem Soundtrack und einer Flasche Wein genießen sollte.

Ich bedanke mich herzlich bei Salih Jamal für das Rezensionsexemplar. Es war mir eine Freude in diese alte/neue Sage eintauchen zu dürfen.

Luciano De Crescenzo –
Kinder des Olymp

Die Kinder des Olymp ist ein weiterer Band aus Luciano De Crescenzos Reihe, bei der antike Sagen neu erzählt werden.

Mit viel Witz und einem guten Schuss gewohntem Sarkasmus berichtet uns De Crescenzo hier vom Leben und Lieben der alten Götter. Natürlich entstanden dabei die ein oder anderen gefährlichen Liebschaften, Kriege und Irrungen und Wirrungen.

Es gab gute und freundliche Götter und Göttinnen, aber auch gierige und rachsüchtige Eidgenossen. Die Paarbildung war von Gott mit Gott, Gott mit Mensch und ja, auch mal Gott mit Tier querbeet gemischt, typisch griechische Antike.

Mit dem Oberhaupt Zeus findet Luciano De Crescenzo natürlich ein Füllhorn an guten Geschichten, die es neu zu erzählen gibt.

Das Ende findet De Crescenzo natürlich im Jetzt und Hier, in seinem geliebten Bella Italia. Was wären wir ohne die liebenden Italiener?

Erfrischend witzig!

 

 

Luciano De Crescenzo –
Alles fließt, sagt Heraklit

Luciano De Crescenzo macht es möglich Philosophie zu verstehen. Er trifft sich mit Heraklit und die beiden führen herzhafte und aufgeladene Dialoge zu aktuellen Themen.

Als waschechter Neapolitaner steht Luciano De Crescenzo dem Griechen in nichts nach. Egal ob Bestechung, Politik oder die Verdrossenheit der Wähler, alles brandaktuelle Themen, die aber auch zu Heraklits Glanzzeiten schon die Themen waren, die dem Volk unter den Nägeln gebrannt hat.

Erstaunlich für den Leser, der festtellen muss, das so viel Zeit vergangen scheint, sich die Menschheit diesbezüglich aber keinen Schritt in die Zukunft gewagt hat.

M. C. Escher war eingeladen, dem Buch ein paar passende Zeichnungen beizutragen.

Wer auf interessante und aktuelle Streitgespräche steht, wird hier fündig werden! Abenteuerlich antik und modern zugleich!

 

« Ältere Beiträge

© 2019 tinaliestvor

Theme von Anders NorénHoch ↑