Nina Bawden –
Griechischer Kaffee

Wer kennt nicht die Situation in den klassischen Hotels auf einer kleinen Insel. Das Hetzen nach der perfekten Liege, das Gerangel am Buffet? Aber nicht so bei den Engländern. Die benehmen sich ja immer tadellos in ihren Urlaubsresorts und üben sich in Zurückhaltung.

Auf der Insel lässt es sich als Gast schwer aus dem Weg gehen. Da trifft schon mal der gerade hochgelobte Politiker samt Gattin auf die gerade nicht mehr aktuelle Geliebte.

Als ob das schon nicht genug Showauflauf wäre, entpuppt sich der chice Mann im Anzug als ein flüchtiger Baulöwe, der seiner Frau das Blaue vom Himmel lügt, nur um der Haft durch die Steuerbehörde zu entkommen.

Weitere Gäste treten auf den Plan. Zwei exzentrische schon in die Jahre gekommene Zwillingsschwestern und zwei junge Mädchen auf der Suche nach ihrem Liebesglück prallen aufeinander. Beide Gruppen stellen erstaunter Weise fest, dass man von jedem Pärchen noch etwas lernen kann.

Die Welt ist hier so klein, dass es kein Entkommen gibt. Unweigerlich treffen hier Welten und Charaktere aufeinander….

Fazit

Nina Bawden schafft es mit Leichtigkeit, ein bescheidenes kleines Hotel auf einer einsamen griechischen Insel für eine Handvoll Gäste in die Vorhölle zu verwandeln.

Was als Erholung gedacht war, entpuppt sich als völliges Klischee. Alle Gäste haben Leichen im Keller und müssen erst aus ihrer Scheinwelt in die Realität hervorgeholt werden.

Britischer Humor will gekonnt sein und darin ist Nina Bawden eine Meisterin.

Eigenes Rezensionsexemplar

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