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Schlagwort: Schmuggel (Seite 1 von 8)

Donna Leon –
Schöner Schein

Donna Leon – Schöner Schein

Commissario Brunettis achtzehnter Fall!

Was wäre Italien ohne die Mafia und ohne das riesige Müllproblem? Vielleicht ein noch schöneres Land mit bezaubernden alten Städten und einer belebten und gelebten Kultur!

Brunetti stößt beim Abendessen seiner Schwiegereltern auf eine junge Frau, die sich mit Hingabe alten Griechen und Römern widmet. Seine Leidenschaft für die Bücher und die politischen Reden ist geweckt, kann doch Signora Marinello sie reihenweise zitieren.

Endlich auf einen gleichgesinnten Leser getroffen übersieht Brunetti beflissentlich das leicht über alle Maßen hinaus geliftete Gesicht der jungen Frau.

Tags drauf trifft er in der Questura auf ein weiteres Rätsel. Ein Polizist aus einer Sondereinheit lässt sich von Patta hofieren und der hat natürlich nichts Besseres zu tun, als ihn an Brunetti zu übergeben.

Beide beweisen ihre Sturheit mit Verschwiegenheit und kommen nur durch einen gemeinsamen Freund auf den gleichen Nenner.

Ein mysteriöser Mord, ein dubioses Handyfoto und illegal geschmuggelter Müll beschäftigt die Beiden ab sofort.

Doch wie so immer gibt es Zuständigkeitsgerangel und erst als der Polizist erschossen aufgefunden wird, lässt sich Brunetti gemeinsam mit Vianello nicht mehr aufhalten.

Die Spur führt natürlich zur Camorra und die stinkt einfach zum Himmel. Doch da wäre ja auch immer noch die geliftete Signora, die Brunetti nach wie vor keine Ruhe lässt.

Bei Donna Leon kann man sich sicher sein, dass es sich nie nur um einen gewöhnlichen Mord handelt. Hier spielt die Politik Italiens, die sich immer weiter auswirkende Macht der Mafia und natürlich auch die Leidenschaft der Italiener eine große Bedeutung.

Unser Laster der modernen Zeit zu bewältigen hat sich ausgerechnet die Camorra als Geschäftsmodel patentieren lassen und wer mit dieser „Firma“ verhandeln will, hat seinen Grabstein besser schon bestellt. Das Müllproblem unserer Länder wird bekannterweise das Müllproblem der Dritten Welt.

Während Paola für die Macht der Frauen kämpft, kämpft Brunetti mit der Last der Politik, die sich scheinbar seit seinen Lieblingspolitikern und Philosophen aus dem alten Rom in keiner Weise geändert hat.

Kathy Reichs –
Totengeld

Kathy Reichs – Totengeld

Kathy Reichs Bücher kann ich nicht einfach in meinen SUB stellen! Teil 16 der Temperence Brennan Reihe in Afghanistan überzeugt mal wieder mit viel Ehrgeiz, Witz und einem spannenden Plot.

Tempe wird der Fall einer unbekannten Leiche zugeteilt. Die junge Tote wurde nach ersten Erkenntnissen überfahren und dann auf der Straße zum Sterben liegengelassen. Selbst Slidell, der zynische Mordermittler, der Tempe in dem Fall zur Seite steht, lässt das nicht kalt.

Hoffnungslos macht sich Slidell an die Ermittlungen, einzig eine Club Karte einer Fluglinie erweist sich als Hinweis auf die Unbekannte. Doch wer Tempe kennt, der weiß, das Aufgeben keine Option darstellt.

Die Ermittlungen führen quasi ins Nichts. Slidell wird einem neuen Fall mit höchster Aufmerksamkeit zugeteilt und Pete, Tempes Exmann verschafft ihr die Ehre, in ein Krisengebiet zu fliegen.

Die Hoffnung, in Afghanistan auf Tochter Katy zu treffen, lässt Tempe frohen Mutes packen.

Unten angekommen soll sie bei einer Verhandlung vor dem Kriegsgericht aussagen. Ein junger Marine wird eines Kriegsverbrechens angeklagt und ausgerechnet Tempe soll die beiden Leichen exhumieren und Beweise sichten.

Ein Luftangriff später und mit einem seltsamen Foto zurück in Charlotte überschlagen sich die Ereignisse.

Die Spur führt zu einem Schmugglerring und zu Dew, dem Ermittler des ICE. Der hingegen entpuppt sich als mehr oder weniger hilfreich und Tempe muss gehörige Überzeugungsarbeit leisten.

Slidell zeigt sich von seiner besten Seite. Findet einen Fiesling nach dem anderen und dennoch führen all diese unglaublich bösen Menschen nicht zur Lösung des Falls.

Kathy Reichs begibt sich mit diesem Thriller in die dunkelsten Abgründe des Menschen. Menschenhandel ist neben Drogenschmuggel ein ebenso erfolgreiches Businessmodell und der Kreativität scheinen keine Grenzen gesetzt.

Während Tempe sich in die Gefahr eines Außeneinsatzes in einem Krisengebiet begibt, wird dem Leser schnell klar, dass Amerika nach wie vor von ihren Einsätzen in Afghanistan überzeugt ist. Unterdrückung, Drogenhandel und Feindlicher Beschuss führt zu Konflikten, die unabhängig von der Bekämpfung der Taliban gelöst werden müssen.

Mit Totengeld wird die weltweite und ausgezeichnete Vernetzung von Kriminellen offengelegt. Die Regierungen und die ermittelnden Behörden sind machtlos und oft nur noch Zuschauer einer bedauerlichen Szenerie.

Kathy Reichs hat es jedoch wie immer geschafft, dem Leser einen wahrlich guten Einblick in die aktuelle Weltkrisensituation zu verschaffen, ohne dabei ihr eigenes Land und deren Probleme aus den Augen zu verlieren. Mit gutem Plot und ausgezeichnetem Schlagabtausch zwischen Tempe und Slidell freue ich mich natürlich auf den nächsten Teil der Reihe.

Ernest Nybørg –
Der Cellist –
Lena Halberg

Ernest Nybørg – Der Cellist – Lena Halberg

Lena Halberg scheint vorerst im beschaulichen Meran zur Ruhe gekommen zu sein. Ihren Job bei dem Sender RAI macht sie glücklich und Tom trägt dazu ebenfalls bei und lässt sie ihre traurige und brisante Vergangenheit ein wenig vergessen.

Doch dann bringt ausgerechnet Tom sie auf eine neue Spur, die sich aus den aktuell veröffentlichten Panama-Papers ergibt. Sie hat Lunte gerochen und ist natürlich kaum aufzuhalten.

Ein toter Banker in Estland und dubiose Konten führen Lena mal wieder quer durch Europa. Immer mit viel Feuer unter dem Hintern, gekonnt bissig und nie auch nur einen Moment zögernd. Doch dieses Mal hat sie sich ernsthaft mit mehreren Geheimdiensten, ohne es zu ahnen angelegt.

Während sich die Strippenzieher in Russland in Sicherheit wiegen, kommt es ausgerechnet in Bolivien zu einer wichtigen Entscheidung. Der dortige Minister will mit den riesigen Lithium-Vorkommen in den Wüsten Boliviens endlich den lang ersehnten Aufschwung für sein Land.

Als er das Angebot einer dubiosen amerikanischen Lobbyistin ablehnt, löst er damit eine Kettenreaktion aus, die am anderen Ende der Welt die Erde erzittern lässt.

Lena gelingt es dank ihres alten Freundes Hawk, dem ehemaligen amerikanischen Präsidentenberater, dieses Netz aus dunklen Machenschaften langsam zu entwirren.

Spannend verwickelt Ernest Nybørg die verschiedenen Geheimdienste miteinander und zeigt auf, dass im digitalen Zeitalter Geheimnisse nur schwer zu bewahren sind.

Musikalisch unterlegt mit einem begnadeten Cellisten beginnt Lenas Reise in Italien und endet wieder dort. Geld regiert die Welt, nach wie vor. Lena Halberg mit ihren vielen Helfern und Freunden macht dies allerdings für den Leser ein wenig erträglicher. Man hofft auf weitere Enthüllungen in Form von Panama Papers. Doch nach wie vor erlebt man, dass ausgerechnet, dass die Regierungen unserer Länder selbst an diesen Machenschaften beteiligt sind und Bestechung, Korruption und Unterdrückung an der Tagesordnung stehen.

Der vierte Teil von Lena Halberg macht wieder neugierig auf den hoffentlich bald erscheinenden nächsten Teil dieser spannenden Thriller-Reihe.

Vielen Dank an Ernest Nybørg für das Rezensionsexemplar.

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