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Schlagwort: Reise (Seite 1 von 4)

Jutta Hammer –
Schildkröten haben keinen
Aussenspiegel

Mehrfach kreuz und quer durch Madagaskar und das alles wegen einer Schildkröte? Aber klar doch! Jutta Hammer bringt von ihren mehrfachen Reisen einige interessante Geschichten über das Land, die Menschen und die Lebenseinstellung der Madegassen mit.

Erschreckend einfach und mit einer gehörigen Portion „Über“-Lebensmut erzählt die Autorin von ihrer Studien- und Urlaubszeit auf dieser kleinen Insel, die mit gepflegter Entspannung einen Deutschen erst mal auf den Boden der Tatsachen zurückholt. Wer Luxus, Komfort und einen Rundumservice sucht, der ist hier völlig fehl am Platz.

Als Leser erhält man großzügig Einblick in das Familienleben, den Umgang mit der Kultur und dem Umgang gegenüber Fremden. Gute Tipps sind zahlreich und auch die Schildkröten als Forschungsprojekt kommen nicht zu kurz.

Ein rundum gelungenes Sachbuch über eine doch erstaunlich kleine, aber doch sehr weltoffene afrikanische Insel.

 

Emma Garnier –
Grandhotel Angst

Im März 1899 reist die frisch verheiratete Engländerin Nell Dickinson mit ihrem Ehemann Oliver an die italienische Riviera. Ihre Flitterwochen wollen die beiden im Grandhotel Angst, welches auch als Kontaktbörse für Olivers Handel mit italienischer Malerei dient, verbringen.

Nell schreckt das dortige Personal mit ihrer Ähnlichkeit zu Lucrezia, einer alten Legende auf, deren scheinbare Selbstverbrennung auf den Bau des Hotels zurückgehen soll und ihre Neugierde ist geweckt. Ihr Ehemann Oliver, der die Flitterwochen natürlich auch als ein Investment ansieht, verscheucht vorerst die geheimnisvollen Geschehnisse aus Nells Gedanken, bis ein Geschäftspartner Olivers ermordet aufgefunden wird und ein weiterer Nell mit Informationen über die „wahren“ Machenschaften ihres Mannes versorgt.

Von den weiteren Geschehnissen völlig überfordert flieht Nell Hals über Kopf und versucht, Licht in das Dunkel ihrer Ehe, ihrer Vergangenheit und besonders in ihre Zukunft zu bringen.

Grandhotel Angst ist ein meisterhaft erzählter Roman über ein verlassenes Hotel und eine junge Frau, die Ende des 19. Jahrhunderts versucht, sich ihrer eigenen Zukunft klar zu werden und dabei in ein grandioses Spiel aus Lug und Trug gerät, bei dem der Hauch der Vergangenheit sich wie ein dunkler Schatten über sie legt.

 

Lorenzo Licalzi –
Signor Rinaldi kratzt die Kurve

Diego, bekannter Autor will endlich mit seinem Leben abschließen. Er hat alles erreicht, ist mehr oder weniger zufrieden mit sich selbst und findet, dass es nun ein guter Zeitpunkt wäre, zum Abschluss zu kommen.

Als Notlösung soll er auf seinen Enkel aufpassen, da seine Tochter mit ihrem Mann zur frisch verstorbenen Schwiegermutter nach Paris verreisen müssen. Für Diego ist es nicht einfach, seinen pubertierenden Enkel Pietro  und dessen riesiges Fellmonster Sid zu hüten.

Er beschließt vorerst das Beste daraus zu machen und sieht die Aufgabe nur als kurze Planverschiebung, die sich allerdings als langfristig herausstellt, da mit der Reise nach Paris Pietros Eltern einen tödlichen Unfall erleiden.

Von der Trauer gepackt und völlig überfordert beschließt Diego, das er sicherlich nicht für Pietro verantwortlich sei und packt ihn samt Sid in seine Göttin auf einen kuriosen kleinen Roadtrip quer durch Italien auf dem Weg nach Rom.

Auf der Fahrt werden sie von der Vergangenheit eingeholt, treffen liebgewonnene alte Freunde, begehen neue Freundschaften und finden letztendlich zu sich selbst und vor allem zum Leben zurück.

Ein für mich melancholisches, humorvolles kurzweiliges Hörbuch, das es einem leicht macht, Diego zu mögen und in der Hoffnung zu schwelgen, dass er seine ursprünglichen Pläne nie ausführen mag.

Christoph Höhtker –
Das Jahr der Frauen

Frank Stemmer ist durch mit der Welt und deren Sorgen. Er unterbreitet seinem Psychologen eine Wette, bei der er in 12 Monaten pro Monat genau eine neue Frau kennenlernt.

Er stellt sich mit Anfang vierzig nochmal der kurzzeitigen Partnersuche und hat es dabei natürlich gerne unverbindlich.

Es beginnt eine Jagd durch alle möglichen Dating-Portale, durch dubiose Bars und als übler Road-Trip einmal quer um die Welt.

Die Frauen, unterschiedlicher sie nicht sein könnten, sind treuherzig, weltoffen und irgendwie auch ein wenig aus der Zeit gefallen.

Während das Drama seine Kreise zieht und der undankbare Job Stemmers ihn auch immer mehr die Luft zum Atmen nimmt, bleibt ihm nicht einmal mehr die Möglichkeit final eine Bilanz zu ziehen.

Ein Jahr, 12 Frauen und ein jähes Ende! Den Hörer erwartet keine ulkige Partnersuchshow sondern die Geschichte eines Menschen, der überdrüssig seines Selbst einen irrigen Weg einschlägt und sich dessen Ende nicht wirklich bewusst, aber erhofft hat. Man sollte zumindest Grundkenntnisse der englischen sowie französischen Sprache besitzen und sich durch Abschnitte, die mit etc., etc. enden, nicht abschrecken lassen.

Marian Izaguirre –
Der Opal und die Schlange

Mestre findet eine Sensation. In einem alten koptischen Kloster findet der junge Archäologe einen Haufen alter Schriftrollen und darunter auch ein lange verschollen gelaubtes okkultes Buch. img_20161124_215844

Die Jagd nach diesem Schriftstück beginnt und Mestre verliert sie. Er ist aber derart von ihre gebannt, dass er sich auf die Suche nach den Dieben macht und hetzt quer über den südlichen Kontinent und begibt sich mehr als einmal in Lebensgefahr.

Ein spannender Archäologie-Krimi im Bann eines okkulten Glaubens.

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