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Schlagwort: Reise (Seite 1 von 8)

Martin Amanshauser –
Die Amerikafalle

Wir lieben sie, wir hassen sie. Nichts spaltet einen Menschen so sehr wie die USA. Ich kann mich Martin Amanshauser nur anschließen und stelle mir bei meinen Besuchen dort vor, das Barak Obama immer noch der Präsident dieser ach so großen Nation ist.

Mit „Die Amerikafalle“ hat Martin Amanshauser eine wunderbare Lektüre geschaffen, die sich nicht als Reiseführer, sondern als „Amerika-Versteher“ versteht.

Wie ticken die Amerikaner und wie gelingt es ihnen in den wirklich schwierigsten und abwegigsten Situationen immer freundlich zu bleiben? Warum herrschen dort In- und Outdoor so derart unterschiedliche Temperaturen und was um Gottes Namen will uns Trump eigentlich vormachen?

Mit einer Engelsgeduld und feiner gezielter Aufmüpfigkeit macht sich Amanshauser auf in die dunkle und unverkennbare Welt des großen Amerikas, durch Touristenmagnete, fernab von Highways und auf einen Unicampus, für den es sicherlich mehr Verhaltensregeln gibt, als unsere Gesetzbücher Paragraphen hat.

Mit viel Freude habe ich mich in diesem Buch wiedergefunden. Dank eines Trips quer durch Florida, den Rentner- und Touristenstaat Amerika haben wir uns nach Kalifornien gewagt. Auch hier quer durch den Staat lernt man die scheinbare Leichtigkeit des Lebens, wie nett und höflich andere Menschen sein können und wo man stets den besten Burger bekommt.

Zurück in Good old Germany packt einen kurz nach der Landung die Sehnsucht nach den unendlichen Weiten und dem Übermaß an Freiheit bis einen die ersten Tweets des amtierenden Präsidenten wieder in die Realität zurückholen.

Rachel Joyce –
Der nie abgeschickte Liebesbrief an Harold Fry

Was wäre das Leben ohne die Erinnerung und einen kleinen Funken Hoffnung? Queenie Hennessy verbringt ihre letzten Tage in einem kleinen beschaulichen Hospiz im Norden Englands.

Sie betrachtet ihr Leben und beschließt, ihrer einzig wahren Liebe noch einen offenen und ehrlichen Brief zu schreiben, nichtsahnend, dass der sich gleich zu Fuß von der Südspitze Englands auf die Wanderschaft zu ihr macht.

Unterwegs verschickt er Postkarten und hält somit die kleine Bewohnergruppe sowie das Hospizpersonal, welches vorwiegend aus Nonnen besteht, ganz schön auf Trapp.

In Etappen erfahren wir vom Leben Queenies, ihren scheinbaren Fehlern und unbedachten Entscheidungen, die alle in Verbindung mit ihrer einzigen Liebe zu Harold Fry bestehen.

Aus einer Bürofreundschaft zwischen Harold und Queenie entsteht eine kleine knisternde Liebschaft, die sich die beiden bis zum letzten Tag ihrer Zusammenarbeit nicht eingestehen wollen.

Doch der Tod David, Harolds Sohn verändert schlagartig alles.

Das Hörbuch aus dem Hause Argon, gelesen von Andrea Sawatzki lässt den Hörer selbst bestimmen, ob man die Entscheidungen Queenies und natürlich auch die von Harolds bis zum Schluss teilen kann und will.

Rachel Joyce hat eine wunderbare Romanze und eine bezaubernde Geschichte über zwei Liebende geschaffen, deren Hoffnung bis zum letzten Atemzug keimt.

 

 

 

 

Exklusiv-Interview mit Stefan Kämpfen –
Autor von „Machos, Macheten & Mojitos“

Lieber Stefan,

ich freue mich, dass Du mir für ein kleines Interview zu Deinem Buch

Machos, Macheten & Mojitos“ zur Verfügung stehst.

 

 

Du nimmst uns als Leser in Deinem aktuellen Buch mit durch einen Rucksackurlaub quer durch Südamerika. Was darf bei einem solchen Trip auf gar keinen Fall in Deinem Rucksack fehlen?

Stefan: Etwas vom Wichtigsten sind Fotokameras. Ich nehme immer zwei mit (eine Spiegelreflex und eine Pocket-Kamera), denn ich bin nicht nur ein leidenschaftlicher Texter, sondern auch ein sehr fleißiger Fotograf. Fluch und Segen gleichzeitig sind die ganzen Auflade-Kabel für technische Geräte, für die es beinahe einen eigenen Rucksack benötigt und ohne die man heutzutage kaum mehr auskommt (leider). Auch wichtig ist ein Inhalator, den ich im Notfall gegen mein Asthma einsetzen kann, sollte ich zu stark mit Katzen in Berührung kommen. Das kommt allerdings zum Glück selten vor. Vor jeder Reise nehme ich mir vor, möglichst wenig zu packen, was ich aber noch nie wirklich geschafft habe. Dafür ist der Inhalt akribisch organisiert: Ich packe alle thematisch zueinander passenden Dinge in Plastiksäcke und schreibe diese nachher mit einem Marker an.

Bist Du eher ein Reisechaot und fährst einfach darauf los, oder sitzt Du zuhause schon Wochen vorher über Landkarten, diversen Reiseführern und bist im Internet auf der Suche nach dem perfekten Ziel und der besten Route? 

Stefan: Ich bin eher der organisierte Typ und je älter ich werde, desto mehr nimmt das zu. In Reiseführern zu lesen ist ein großes Hobby von mir, egal, ob ich vorhabe, nächstens in das gelesene Reiseland zu fahren oder nicht. Bei mir zu Hause stapeln sich ganze Regale mit Reiseführern und Karten, weshalb ich immer schon im Vorfeld ganz gut informiert bin. Das ist vermutlich mitunter ein Grund, weshalb mir noch nie etwas Gravierendes beim Reisen passiert ist, selbst in berüchtigten Gebieten.

In Deinem Trip durch Südamerika reist Du mit Deiner Freundin Puppe. Aus eigener Erfahrung ist es nicht immer leicht, mit dem Partner zu reisen, wenn man sich im ganz normalen Alltag nicht rund um die Uhr sieht und dann plötzlich 24 Stunden gemeinsam verbringt. Wie gehst Du damit um?

Stefan: Vorweg muss ich erwähnen, dass die Romanfigur »Puppe« im realen Leben nicht existiert und ich meine Freundin auch nicht so nenne. Trotzdem konnte ich natürlich vieles von der Erfahrung meiner eigenen Beziehung in die Geschichte miteinfließen lassen, obwohl das nicht Themenschwerpunkt von der Geschichte in »Machos, Macheten & Mojitos« ist. Grundsätzlich haben wir, – so langweilig das jetzt klingt –, nur sehr wenig Probleme damit, über einen längeren Zeitraum auf engem Raum zusammen zu sein. Vermutlich hängt es damit zusammen, dass wir uns nach über 18 Jahren Beziehung einfach sehr gut kennen und wir es uns gewohnt sind, viele Reisen zusammen zu unternehmen. Klar gibt es auch bei uns Reibereien und Gefühlsausbrüche, aber meist handelt es sich um Bagatellen, die sehr schnell wieder vergessen sind. Wir besinnen uns immer schnell wieder auf das Wesentliche und darauf, dass man beim Reisen aufeinander angewiesen ist und auch eine Verantwortung gegenüber seinem Reisepartner hat.

Ich frage mich immer, wie man im Flugzeug schlafen kann, ich beneide jeden Fluggast, der sich im Sitz zurücklehnt und nach dem Landen völlig frisch und ausgeschlafen in den Urlaub startet. Hast Du da einen ultimativen Tipp?

Stefan: Selbst nach über 15 Jahren Reisen bin ich selber noch auf der Suche nach dem Geheim-Rezept, denn ich schlafe auch nicht wirklich gut in den Fliegern. Trotzdem denke ich, dass das Fliegen insgesamt einfacher geworden ist in den letzten Jahren, vor allem wegen dem schnelleren Handling an den Flughäfen. Bis zu 10 Stunden Flugzeit finde ich zu ertragen, aber danach wird’s dann schon ein wenig zum Geduldsspiel. Ich selber verfolge zwei Strategien, mit denen ich bisher immer ganz gut gefahren bin: Zum einen versuche ich beim Fliegen meinen Wach/Schlaf-Rhythmus aufrechtzuerhalten. Das heißt, wenn ich einen Nachtflug habe, dann versuche ich, die meiste Zeit zu schlafen. Bei einem Flug am Tag versuche ich wach zu bleiben, was ja bei dem ganzen Elektronik-Angebot nicht besonders schwierig ist. Der zweit Punkt ist eine alte Kriegsregel, die da lautet: Wenn du essen kannst, dann iss! Wenn Du schlafen kannst, dann schlafe! Wenn du trinken kannst, dann trinke! Usw.

Gibt es für Dich ein Land, in das Du niemals reisen würdest und was sind Deine Gründe dafür?

Stefan: Grundsätzlich bin ich offen für alle Staaten, aber natürlich habe ich bezüglich Länder oder Gegenden auch gewisse Präferenzen. Ich hüte mich davor, in wirklich sehr gefährliche Gegenden zu fliegen, aber man muss da ganz genau differenzieren. Der Besuch von Kiew oder Tokio finde ich wegen der relativen Nähe zu Tschernobyl oder Fukushima unangenehmer als der Aufenthalt beispielsweise in San Pedro Sula (Honduras), das zeitweise die höchste Mordrate der Welt inne hatte. Im letztgenannten Ort war ich schon einmal auf der Durchreise und ich habe mich da sicher gefühlt. Es ist nämlich letztlich immer eine Frage der Perspektive und hat ganz wesentlich mit guter Vorbereitung, mit Wissen, Erfahrung und dem Vermeiden von Risiken zu tun. Klar reise ich nicht in Länder, in denen Krieg herrscht oder die gerade bombardiert werden.

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