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Schlagwort: Trauer (Seite 1 von 6)

Britta Sabbag –
Blackwood –
Briefe an mich

Britta Sabbag – Blackwood – Briefe an mich

Gesine Nowak hat es nicht gerade besonders leicht. Als ihre Mutter plötzlich verstirbt wird sie von ihrer Tante im fernen Irland aufgenommen. Ihrer Heimatstadt Wien nachtrauernd hängt sie nun im kleinen irischen Blackwood fest und hier ticken die Uhren ganz anders.

Bei ihrem nächtlichen Fluchtversuch wird sie von Arian Mary, dem reichen und unverschämt gut aussehnenden Sohn der ortsansässigen Butterdynastie, gerettet.

Um Gesine ist es seit dieser verhängnisvollen Nacht geschehen. Die ersten Schultage enden ebenfalls in einem Desaster als sie die Hauptrolle für die anstehende Schulaufführung erhält und sich so Arians Freundin Lilian zur Feindin macht.

Beim ortsansässigen Radiosender wird Gesines Leben schonungslos offen gelegt. Ihre Unwissenheit über die irischen Sitten und dem Umgang mit den ortsansässigen Mythenwesen bringen das Heimweh- und trauergeplagte Leben ganz schön durcheinander.

Als Großstädterin belächelt sie das Verhalten und die alten Sitten, bis sie einen mysteriösen Brief, ausgerechnet von sich selbst, in ihrem alten Schreibtisch findet.

Mit Britta Sabbag wagen wir einen Schritt in die irländische Mythenwelt und in das verliebte Herz eines jungen Mädchens. So viele Gefühle, die beherrscht und auch ausgelebt werden wollen machen es dem Hörer leicht, Gesine zu mögen.

Man fiebert mit Gesine im Haus der Marys um Arians Liebe, kämpft mit ihr gegen die fiese Lilian und hofft natürlich ganz und gar auf ein lupenreines Happy End.

Doch Gesines Geschichte scheint keineswegs leicht erzählt. Die endlose Trauer über den Tod der Mutter macht den völligen Neustart des hübschen aufgeweckten Mädchens schwer. Umgeben von Neugier, Freundschaft und Liebe schafft es die Magie jedoch, dass man dieses kleine irische Kaff Blackwood nach all den bestandenen Abenteuern in sein Herz zu schließen.

Man erkennt sich selbst in Gesine und in den Bewohnern von Blackwood wieder.

Milena Karas vertont witzig und mit viel Energie Gesines „Überlebenskampf“ auf dem irischen Land und verzaubert den Hörer mit ihrer Stimme.

Vielen Dank an „Der Audio Verlag“ und an Britta Sabbag für das Rezensionsexemplar.

Carolin Elizabeth Talbot –
Wir drehen uns noch immer auf der Welt

Carolin Elizabeth Talbot –
Wir drehen uns noch immer auf der Welt

Emma ist mit ihrer Welt endgültig fertig. Arbeitslos und ohne Hoffnung auf einen neuen Job muss sie zurück zu ihrer Großmutter. Genau in die Einöde zurück, von wo sie nach dem Abitur einst floh.

Die Zeit rinnt dahin und um die Beziehung der beiden steht es keinen Deut besser als nach der erstmaligen Trennung, bis Emma ein kleines Tagebuch in Sütterlin findet. Sie fasst sich ein Herz und fängt an es zu lesen. Nachdem sie ihre Großmutter mit diesem kleinen Büchlein konfrontiert, bricht endlich der Damm. Der Vergangenheit stehen beide mit offenen Armen gegenüber. Der Tod Emmas Eltern und das harte Leben der Großmutter hatte lange Jahre Schatten auf diese Beziehung geworfen.

Als Emma dann auch noch David, den jungen und quirligen Spanier kennenlernt, scheint sich die Welt endlich wieder weiterzudrehen. Doch auch David, geflohen auf der Suche nach Arbeit, sieht sich auf einem langen Weg des Scheiterns. Die Beziehung wird hart auf die Probe gestellt.

Emma greift erneut zu dem alten Büchlein und wird mit der Front des ersten Weltkrieges konfrontiert. Rudolf erlebt die erste Zeit wie im Traum. Es wird gefeiert und ausgiebig gelebt. Er trauert um die Zurückgebliebenen und um seine einzig wahre Liebe. Doch die Front rückt näher und als die ersten Schüsse fallen, wird auch Rudolf klar, dass ein Leben auf dieser Welt nicht nur aus sonnigen Tagen besteht, sondern auch viel Leid und Trauer mit sich bringt.

Mit Carolin Elizabeth Talbot begeben wir uns auf die Suche nach dem Sinn in unserem Leben und auf eine lange Reise. Begleitet durch ein altes Tagebuch aus Kriegszeiten lernen wir mit Emma, David und der Großmutter verschiedene Sichtweisen und Überlebensstrategien kennen, die sich quer durch Europa und scheinbar auch durch alle Schichten zieht. Selbstfindung, Verzeihen und Liebe resultieren aus unseren Stärken und Schwächen.

Vielen Dank an Carolin Elizabeth Talbot für das Rezensionsexemplar. Es war mir wieder ein Vergnügen. Meine Rezension zum Erstlingswerk „Cloudfänger“ findet Ihr hier.

Anne-Gine Goemans –
Honolulu King

Anne-Gine Goemans – Honolulu King

Hardy Hardy führt in seinem niederländischen Toko ein bescheidenes Leben. Seine Enkelin und seine alten Bandmitglieder George und Cok helfen ihm aus, während er sich rührend um seine demente Frau Christina in einem Seniorenheim kümmert.

Um mit seiner dunklen, kriegsbelasteten Vergangenheit abzuschließen, gelingt es Hardy bei der ortsansässigen Freimaurerloge sein Baustück zur Aufnahme zu präsentieren. Anders als erwartet sind die Reaktion verhalten, ja sogar Angst schwebt in der Luft.

Seine Enkelin Synne, selbst in ihrer eigenen Welt auf der Sehnsucht nach wahrer Liebe gefangen, befasst sich mit alten Kassettenaufnahmen. Die Interviews auf den Kassetten befassen sich alle mit der indonesischen Kriegsvergangenheit und lassen kein gutes Haar an den Japanern und anderen Besatzern.

Hardy beschließt nach der Veröffentlichung seines Baustücks auch gegenüber seiner Familie und seiner engsten Freunde eine Wiedervereinigung seiner alten Band und gibt musikalisch alles, was er zu bieten hat.

Während dieser Geschichte befand ich mich mehrfach auf Kriegsfuß mit Hardy, mit Synne und ja, manchmal auch mit Aswani. Es ist schwer, so viel Kriegsleid auf so wenigen Seiten zu verarbeiten und dabei stets natürlich nur die eigene Vergangenheit zu betrachten.

Diese unglaubliche Trauer, die diese so multikulturelle und von Musik und Kunst umgebene Familie so in ihrem Bann hält, macht es dem Leser schwer, sich für diese offene und mutige Musik zu begeistern.

Wer von Anne-Gine Goemans erwartet, hier die Geschichte über eine hawaiianische Version des Buena-Vista-Social Clubs zu lesen, liegt völlig falsch. Mit Honolulu King begegnet man scheinbar dunklen Familiengeheimnissen, einer Welt der völligen Zerstörung und so viel Hass, dass man sich manchmal als Leser selbst aufmuntern muss. Diese Kriegsdramen gehören zwar der Vergangenheit an, aber die Welt und die Menschen ihren eigentlichen Frieden darüber hinaus noch nicht gefunden haben.

Die im Artikel hinterlegten Verlinkungen, bzw. die Rezensionen beziehen sich auf Produkte, die ich nicht selbst erstanden habe. Sie wurden mir von den Herstellern bzw. Verlagen oder Autoren zur Rezension kostenlos zur Verfügung gestellt! #Werbung, Rezension

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