tinaliestvor

books and more

Schlagwort: Interview (Seite 1 von 3)

5 Fragen an Corinna Möhrke

Wie kommt man auf die Idee, ein solches Thema in einem Kinderbuchformat zu verfassen?
Das Thema hat sich mir im kontinuierlichen Umgang mit Kindern immer wieder angeboten, manchmal geradezu aufgedrängt, so dass ich den häufigen, manchmal panischen Fragen und den Ängsten der Kinder wie z.B.: „Was ist eigentlich, wenn

  • die mich ärgern?“
  • die anderen über mich lachen?“
  • ich das nicht schaffe?“
  • usw.

etwas entgegen setzten wollte. So ist die Idee aus dem Leben geboren und ich habe sie nur noch aufgeschrieben.

Ich „leide“ manchmal an Kopfkino der anderen Art, d. h. ich denke einfach zu viel nach. Aber jetzt kenne ich ja eine Möglichkeit, auch diesem vielleicht ein wenig entgegen zu treten. Nutzen Sie selbst auch eine Art von Kopfkino?

Ja, immer und immer wieder. Es ist Trainingssache und letztlich auch eine Lebensaufgabe, mit den Ängsten und Sorgen, die einem das Leben so bietet, vernünftig umzugehen.

„Kindermund tut Wahrheit kund“, wer kennt diesen Spruch nicht? Warum sind Kinder so schmerzhaft ehrlich?

Weil die Erziehung noch nicht lange genug gewirkt hat bwz. wirken konnte, um sie „eingenordet“ zu haben.

Sie bieten in Ihrem Beruf auch pädagogische Unterstützung durch Tiertherapien an. Wie sind Sie da auf den „Hund gekommen“?

Meine Eltern züchten seit über 65 Jahren Foxterrier, so dass die Hunde schon vor mir in der Familie waren und ich im wahrsten Sinne des Wortes „zum Hund“ gekommen bin. Die Vorzüge und Vorteile des Umganges mit Hunden habe ich am eigenen Leben erlebt und wollte dieses Kindern vermitteln, die diesen Vorteile eben gerade nicht und besonders nötig haben.

Die Arbeit mit Menschen setzt eine Menge an Neugierde und Empathie voraus und dennoch leidet unsere Gesellschaft genau an solchen Fachkräften. Wie kann man solche Berufe für junge Schüler und Schülerinnen interessanter machen?

Empathie muss vermittelt/gelehrt/gelebt werden, dann kommen die Schüler und Schülerinnen später von selber auf die Idee, so ein Berufsbild toll, spannend, interessant zu finden. Doch leider wird Empathie im (schulischen) Alltag sehr wenig vermittelt. Genau das vermittelt aber der Umgang mit Tieren/Hunden und so bin ich zu dem Berufswunsch gekommen.

Ich bedanke mich ganz herzlich für die Antworten bei Corinna Möhrke! Die Interviewfragen bezogen sich auf das Buch „Klara & Delfi„.

5 Fragen an Nica Casement

Frederike ist auf der Flucht vor ihrer eigenen Vergangenheit und hofft auf ihrer Reise endlich davon loszukommen. Wie gelingt es Dir als Autorin dem uns allen so bekannten „Hamsterrad“ zu entkommen. Was ist deine Art der Flucht?

Schreiben! Da ich das nicht hauptberuflich verfolge, stellt das Schreiben an sich (das Drumherum weniger) eine hervorragende Auszeit vom Alltag dar. Deshalb würde ich auch nie autobiografisch schreiben oder mich nur auf ein Genre festlegen.

Lars entpuppt sich in seinem tiefsten Inneren doch noch als Mensch, der sich trotz seiner Verfehlungen nach Liebe und nach Geborgenheit sehnt. Als Leser schwankt man zwischen Mitleid und mit dem Drang diesen Jäger zu stoppen. Fehlt uns in der heutigen Zeit nicht allen ein wenig Menschlichkeit?

Ob sie uns fehlt, das weiß ich nicht genau. Ich denke aber, dass viele Menschen sie Konsum, Bequemlichkeit, Wohlstand oder Egoismus unterordnen – oder schlichtweg überfordert sind. Das gilt insbesondere, wenn Entscheidungsträger es an Konsequenz und Lösungswillen für die wichtigen Probleme der Welt fehlen lassen. Sicherlich entsteht dann bei vielen Menschen der Eindruck: „Was soll ich kleines Licht denn ausrichten, wenn die Mächtigen der Welt nichts tun?“ Meiner Meinung nach darf das jedoch nicht als Ausrede herhalten.

Der Roman folgt einer bestimmten „Spur“ durch Schweden. Ist es eine Deiner ehemaligen Reiserouten? .

Tatsächlich habe ich jeden der genannten Orte besucht (mit Ausnahme von Oslo, aber das liegt ja auch nicht Schweden). Daher habe ich auch eine zu den einzelnen Buchkapiteln passende Fotoserie auf meiner Homepage veröffentlicht. Genau dieselbe Reihenfolge oder Route hatte ich allerdings nicht.

Mit dem Norden verbinden wir Hygge, Besinnlichkeit und Ruhe. Aber auch sehr blutige Thriller und brutale Mordgeschichten. Wie passt das Deiner Meinung nach zusammen?

Einmal ohne Begleitung in einem dieser tiefen, dichten und endlosen Wälder stehen, vielleicht sogar kurz vor Sonnenuntergang – da kommen die finsteren Vorstellungen ganz von alleine!

Für einen anstehenden Tripp in den Norden darf in Deinem Gepäck niemals fehlen?

Warme Kleidung, eine (Wander-)Karte – aus Papier! -, ein Kompass und ein Messer.

Ich bedanke mich ganz herzlich bei Nina Casement für das Interview zu ihrem aktuellen Buch „Jagdsaison„.

Anne-Gine Goemans –
Honolulu King

Anne-Gine Goemans – Honolulu King

Hardy Hardy führt in seinem niederländischen Toko ein bescheidenes Leben. Seine Enkelin und seine alten Bandmitglieder George und Cok helfen ihm aus, während er sich rührend um seine demente Frau Christina in einem Seniorenheim kümmert.

Um mit seiner dunklen, kriegsbelasteten Vergangenheit abzuschließen, gelingt es Hardy bei der ortsansässigen Freimaurerloge sein Baustück zur Aufnahme zu präsentieren. Anders als erwartet sind die Reaktion verhalten, ja sogar Angst schwebt in der Luft.

Seine Enkelin Synne, selbst in ihrer eigenen Welt auf der Sehnsucht nach wahrer Liebe gefangen, befasst sich mit alten Kassettenaufnahmen. Die Interviews auf den Kassetten befassen sich alle mit der indonesischen Kriegsvergangenheit und lassen kein gutes Haar an den Japanern und anderen Besatzern.

Hardy beschließt nach der Veröffentlichung seines Baustücks auch gegenüber seiner Familie und seiner engsten Freunde eine Wiedervereinigung seiner alten Band und gibt musikalisch alles, was er zu bieten hat.

Während dieser Geschichte befand ich mich mehrfach auf Kriegsfuß mit Hardy, mit Synne und ja, manchmal auch mit Aswani. Es ist schwer, so viel Kriegsleid auf so wenigen Seiten zu verarbeiten und dabei stets natürlich nur die eigene Vergangenheit zu betrachten.

Diese unglaubliche Trauer, die diese so multikulturelle und von Musik und Kunst umgebene Familie so in ihrem Bann hält, macht es dem Leser schwer, sich für diese offene und mutige Musik zu begeistern.

Wer von Anne-Gine Goemans erwartet, hier die Geschichte über eine hawaiianische Version des Buena-Vista-Social Clubs zu lesen, liegt völlig falsch. Mit Honolulu King begegnet man scheinbar dunklen Familiengeheimnissen, einer Welt der völligen Zerstörung und so viel Hass, dass man sich manchmal als Leser selbst aufmuntern muss. Diese Kriegsdramen gehören zwar der Vergangenheit an, aber die Welt und die Menschen ihren eigentlichen Frieden darüber hinaus noch nicht gefunden haben.

Die im Artikel hinterlegten Verlinkungen, bzw. die Rezensionen beziehen sich auf Produkte, die ich nicht selbst erstanden habe. Sie wurden mir von den Herstellern bzw. Verlagen oder Autoren zur Rezension kostenlos zur Verfügung gestellt! #Werbung, Rezension

« Ältere Beiträge

© 2019 tinaliestvor

Theme von Anders NorénHoch ↑