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Schlagwort: Interview (Seite 1 von 2)

5 Fragen an Wolfgang Wirth

Wolfgang Wirth -...und ich will nicht gnädig sein!

Wolfgang Wirth -…und ich will nicht gnädig sein!

Lieber Wolfgang,

vielen Dank für „…und ich will nicht gnädig sein!„.

Ich bin immer über die Hintergründe und über die Entstehung einer Geschichte neugierig und freue mich natürlich sehr über das kleine Interview mit Dir.

Tina:
Der Thriller spielt zu Beginn in Kappadokien, in der tiefsten Türkei. Ist das ein Land und ein Reiseziel, welches Sie selbst fasziniert und auch schon selbst bereist haben?

Wolfgang:

Ich habe in der Tat die im Buch beschriebene, abenteuerliche Reise selbst gemacht, wenn auch nicht als Abiturabschluss und auch ohne blutigen Mord. Man lernt auf solchen Trips Land und Leute besser kennen. In meinen Büchern lasse ich gerne eigene Erlebnisse, u.A. von meinen Reisen rund um die Welt, mit einfließen, das macht die Geschichten anschaulicher.

Tina:
Rache als prägendes Thema zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch. Während Nick sich dank seiner innigen Rachegedanken das Überleben im Gefängnis sichert, sind seine alten Klassenkameraden scheinbar von Gier zerfressen. Was treibt Sie persönlich an?

Wolfgang:

Glücklicherweise weder Rache noch Gier! Ruhe und Frieden ist, was ich erleben möchte, und somit Spaß am Leben. Wenn ich das dann noch mit Freunden teilen kann, ist Alles perfekt. Mit meinen Büchern ist es ähnlich. Ich habe Spaß daran, spannende Geschichten zu erfinden und zu teilen. Wie jeder „Künstler“ freue ich mich natürlich auch über den „Applaus“!

Tina:
Dieser Krimi zeigt die tiefsten Abgründe, in die Menschen hineingeraten können. Die Sünden überschlagen sich fast und selbst der Pfarrer hat „Leichen“ im Keller. Fehlt den Menschen heutzutage Ihrer Meinung nach die Ehrlichkeit als Grundeigenschaft?

Wolfgang:

Ja, ich glaube, dass unsere Gesellschaft von Egoismus und Ellbogenmentalität geprägt ist, jeder ist nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht. In diesem Zuge leidet auch die Ehrlichkeit. Gerade in der Politik ist dies immer wieder erkennbar, weltweit. Mit Verlogenheit wird die Welt regiert. Schade, es könnte so schön auf unserer Erde sein, wenn die Völker ehrlich und friedlich miteinander umgingen.

Tina:
Nick betrachtet Joe als seinen Freund. Diese Freundschaft umfasst allerdings auch Mord, Gewalt und scheinbar ausgezeichnete Spionagekenntnisse. Was macht für Sie wahre Freundschaft aus?

Wolfgang:

Wie heißt es so schön: „Mit guten Freunden kann man Pferde stehlen“ – ich füge hinzu: „…und auch zurückbringen!“ Leider merken Menschen häufig erst in schwierigen Situationen, wer ihre wahren Freunde sind. Dies vorher zu erkennen heißt wahre Freundschaft.

Tina:
Mainz und Wiesbaden sind neben der Türkei der zentrale Spielort des Thrillers. Findet man in diesen „beschaulichen“ Städtchen auch wahre Abgründe für Ihren nächsten Thriller?

Wolfgang:

Ich wollte dieses Mal meine Geschichte in meine Heimat verlegen, ohne daraus einen „Lokalkrimi“ zu machen. Die Story könnte auch in jeder anderen Stadt spielen. Meine bisherigen Plots fanden immer in großen Metropolen statt wie Paris, Dubai, Berlin (siehe auch Antwort 1). Aber es hat natürlich immer einen besonderen Reiz, wenn der Leser bestimmte Ecken wiedererkennt oder Bezug zu lokaler Politik oder Problemen wiederfindet. Ob mein nächstes Buch wieder Heimatbezug hat, weiß ich noch nicht, wird aber wahrscheinlich auf einem Kreuzfahrtschiff stattfinden, vielleicht auch auf dem Rhein… 

 

5 Fragen an Emil Horowitz

Gespräche auf einem absurden Planeten

Gespräche auf einem absurden Planeten

Ich bedanke mich nochmals herzlich bei Emil Horowitz für sein neues Ebook „Gespräche auf einem absurden Planeten“.  Meine Rezension dazu findet Ihr hier. Im Anschluss bat ich Emil Horowitz noch um ein kleines Interview, natürlich bezugnehmend auf sein neues Buch.

Tina: Tiefgründige Romane und mehrteilige Familiengeschichten sind derzeit aktueller denn je, man besinnt sich wieder zur eigenen Vergangenheit. Bei Ihren Kurzgeschichten hatte ich als Leserin den Eindruck, dass einem mehrfach der Spiegel der Realität vorgehalten wird. Brauchen wir diesen Spiegel mehr denn je, damit wir uns überhaupt noch als Mensch darin erkennen können?

Emil Horowitz: Aus meiner Sicht hat belletristische Literatur eine dieser beiden Aufgaben: die Reflexion der wirklichen Welt, um sich durch das Lesen mit Aspekten des Seins zu beschäftigen, die vorher außerhalb des Blickwinkels lagen, oder die Reise in phantastische Welten, die uns zeitweise aus den Zwängen unseres Daseins befreit und uns an Orte schickt, die uns sonst verschlossen bleiben. In meiner schriftstellerischen Arbeit verfolge ich beide Richtungen. Bei „Gespräche auf einem absurden Planeten“ war mir vor allem die Relflexion der realen Welt wichtig. Ja, ich finde es wichtig, das wir uns regelmäßig diesen Spiegel vorhalten. Ich glaube aber nicht, dass uns unsere heutige Zeit dazu einen besonderen Grund liefert. Es ist wie bei einem Blumenbeet: Nur bei regelmäßiger Pflege wird das Beet blühen. Wenn wir das tun, gibt es für Phasen besonderer Pflege keine Notwendigkeit, sie wären ein Zeichen vorangegangener Vernachlässigung.

Tina: Das Cover Ihres Buches erinnert mich an neu gewonnene Buchgenres. Heute sind Mangas und Marvel-Storys auf dem Buchmarkt nicht mehr wegzudenken, diese Geschichten sind voller Helden und Antihelden und erzählt sich fast alleine durch deren Bilder. Was hat Sie ausgerechnet entgegen dem Trend dazu verleitet, Kurzgeschichten zu schreiben?

Emil Horowitz: Dazu gibt es zwei Antworten. Erstens: Ich richte mich nicht nach Trends, sonst wäre ich Modestylist statt Schriftsteller geworden. Zweitens: Kurzgeschichten sind in der Regel nicht das Ergebnis einer bewussten Entscheidung. Sie fallen ganz automatisch an, während man sich mit anderen Projekten beschäftigt. Manchmal drängen sie sich regelrecht auf. Sind sie in ausreichender Anzahl zusammengekommen, wird ein Buch daraus. Das ist ein ergebnisoffener Vorgang. So dauert die Akkumulation von Geschichten zu meinem anderen Kurzgeschichtenprojekt „Fraktalroman“ bereits seit über zehn Jahren an. Es besteht durchaus die Möglichkeit, dass daraus nie ein Buch wird.

Tina: Was braucht man Ihrer Meinung nach, um diesem Irrsinn unserer Zeit, der ja in ihren Kurzgeschichten deutlich hervorgehoben wird, zu entfliehen? 

Emil Horowitz: Ich glaube, der Versuch, dem Wahnsinn unserer wirklichen Welt entfliehen zu wollen, ist der falsche strategische Ansatz. Eskapismus führt nur scheinbar zu befriedigenden Lösungen. Wir sollten uns den Absurditäten und Abwegen unserer Welt mutig und entschlossen stellen und versuchen, einen Weg zu finden, damit umzugehen. Wenn uns das gelingt, könnten unsere Erkenntnisse vielleicht auch anderen helfen.

4. Wo fängt für Sie Phantasie an und wo hört Realität auf?

Emil Horowitz: Das ist eine derart komplexe Frage, dass sie Stoff für ein eigenes Buch wäre. Allerdings treffen Sie da einen Nerv bei mir, denn die Fragen Wie real ist die Virtualität und Wie virtuell ist die Realität gehören zu meinen Lieblingsthemen. Ich habe früher eine elektronische Publikationsform herausgegeben, die heute kaum mehr bekannt ist, das eZine (Electronic Magazine). In meinem damaligen eZine „avAtaR“ habe ich dieses Thema in dem Artikel „Die V-Akten“ behandelt. Wenn es Sie interessiert, hier der Link: http://www.nexo.de/avatar/

5. Meine letzte Urlaubsreise liegt jetzt genau einen Monat zurück. Unser Trip entlang der Ostküste der USA war sehr erholsam und schon lange notwendig. Wo können Sie am Besten entspannen und über neue Buchideen nachdenken?

Emil Horowitz: Ich glaube, ich habe noch nie über neue Buchideen nachgedacht. Die Ideen haben immer bei mir angeklopft, meistens als Ergebnis assoziativer Prozesse aus dem sozialen Umfeld. Mittlerweile habe ich eine Datenbank mit Buchideen, die für mehrere Schriftstellerleben reichen. Derzeit hoffe ich, dass mir nichts Neues mehr einfällt, denn jede neue Idee verstärkt meine Unruhe, in meinem Restleben nur einen verschwindend kleinen Teil meiner Erzählkonzepte realisieren zu können.
Vielen Dank für die offenen und wirklich sehr interessanten Antworten. Ich bin gespannt auf weitere Storys aus der „Datenbank der Buchideen“.

Exklusiv-Interview mit Stefan Kämpfen –
Autor von „Machos, Macheten & Mojitos“

Lieber Stefan,

ich freue mich, dass Du mir für ein kleines Interview zu Deinem Buch

Machos, Macheten & Mojitos“ zur Verfügung stehst.

 

 

Du nimmst uns als Leser in Deinem aktuellen Buch mit durch einen Rucksackurlaub quer durch Südamerika. Was darf bei einem solchen Trip auf gar keinen Fall in Deinem Rucksack fehlen?

Stefan: Etwas vom Wichtigsten sind Fotokameras. Ich nehme immer zwei mit (eine Spiegelreflex und eine Pocket-Kamera), denn ich bin nicht nur ein leidenschaftlicher Texter, sondern auch ein sehr fleißiger Fotograf. Fluch und Segen gleichzeitig sind die ganzen Auflade-Kabel für technische Geräte, für die es beinahe einen eigenen Rucksack benötigt und ohne die man heutzutage kaum mehr auskommt (leider). Auch wichtig ist ein Inhalator, den ich im Notfall gegen mein Asthma einsetzen kann, sollte ich zu stark mit Katzen in Berührung kommen. Das kommt allerdings zum Glück selten vor. Vor jeder Reise nehme ich mir vor, möglichst wenig zu packen, was ich aber noch nie wirklich geschafft habe. Dafür ist der Inhalt akribisch organisiert: Ich packe alle thematisch zueinander passenden Dinge in Plastiksäcke und schreibe diese nachher mit einem Marker an.

Bist Du eher ein Reisechaot und fährst einfach darauf los, oder sitzt Du zuhause schon Wochen vorher über Landkarten, diversen Reiseführern und bist im Internet auf der Suche nach dem perfekten Ziel und der besten Route? 

Stefan: Ich bin eher der organisierte Typ und je älter ich werde, desto mehr nimmt das zu. In Reiseführern zu lesen ist ein großes Hobby von mir, egal, ob ich vorhabe, nächstens in das gelesene Reiseland zu fahren oder nicht. Bei mir zu Hause stapeln sich ganze Regale mit Reiseführern und Karten, weshalb ich immer schon im Vorfeld ganz gut informiert bin. Das ist vermutlich mitunter ein Grund, weshalb mir noch nie etwas Gravierendes beim Reisen passiert ist, selbst in berüchtigten Gebieten.

In Deinem Trip durch Südamerika reist Du mit Deiner Freundin Puppe. Aus eigener Erfahrung ist es nicht immer leicht, mit dem Partner zu reisen, wenn man sich im ganz normalen Alltag nicht rund um die Uhr sieht und dann plötzlich 24 Stunden gemeinsam verbringt. Wie gehst Du damit um?

Stefan: Vorweg muss ich erwähnen, dass die Romanfigur »Puppe« im realen Leben nicht existiert und ich meine Freundin auch nicht so nenne. Trotzdem konnte ich natürlich vieles von der Erfahrung meiner eigenen Beziehung in die Geschichte miteinfließen lassen, obwohl das nicht Themenschwerpunkt von der Geschichte in »Machos, Macheten & Mojitos« ist. Grundsätzlich haben wir, – so langweilig das jetzt klingt –, nur sehr wenig Probleme damit, über einen längeren Zeitraum auf engem Raum zusammen zu sein. Vermutlich hängt es damit zusammen, dass wir uns nach über 18 Jahren Beziehung einfach sehr gut kennen und wir es uns gewohnt sind, viele Reisen zusammen zu unternehmen. Klar gibt es auch bei uns Reibereien und Gefühlsausbrüche, aber meist handelt es sich um Bagatellen, die sehr schnell wieder vergessen sind. Wir besinnen uns immer schnell wieder auf das Wesentliche und darauf, dass man beim Reisen aufeinander angewiesen ist und auch eine Verantwortung gegenüber seinem Reisepartner hat.

Ich frage mich immer, wie man im Flugzeug schlafen kann, ich beneide jeden Fluggast, der sich im Sitz zurücklehnt und nach dem Landen völlig frisch und ausgeschlafen in den Urlaub startet. Hast Du da einen ultimativen Tipp?

Stefan: Selbst nach über 15 Jahren Reisen bin ich selber noch auf der Suche nach dem Geheim-Rezept, denn ich schlafe auch nicht wirklich gut in den Fliegern. Trotzdem denke ich, dass das Fliegen insgesamt einfacher geworden ist in den letzten Jahren, vor allem wegen dem schnelleren Handling an den Flughäfen. Bis zu 10 Stunden Flugzeit finde ich zu ertragen, aber danach wird’s dann schon ein wenig zum Geduldsspiel. Ich selber verfolge zwei Strategien, mit denen ich bisher immer ganz gut gefahren bin: Zum einen versuche ich beim Fliegen meinen Wach/Schlaf-Rhythmus aufrechtzuerhalten. Das heißt, wenn ich einen Nachtflug habe, dann versuche ich, die meiste Zeit zu schlafen. Bei einem Flug am Tag versuche ich wach zu bleiben, was ja bei dem ganzen Elektronik-Angebot nicht besonders schwierig ist. Der zweit Punkt ist eine alte Kriegsregel, die da lautet: Wenn du essen kannst, dann iss! Wenn Du schlafen kannst, dann schlafe! Wenn du trinken kannst, dann trinke! Usw.

Gibt es für Dich ein Land, in das Du niemals reisen würdest und was sind Deine Gründe dafür?

Stefan: Grundsätzlich bin ich offen für alle Staaten, aber natürlich habe ich bezüglich Länder oder Gegenden auch gewisse Präferenzen. Ich hüte mich davor, in wirklich sehr gefährliche Gegenden zu fliegen, aber man muss da ganz genau differenzieren. Der Besuch von Kiew oder Tokio finde ich wegen der relativen Nähe zu Tschernobyl oder Fukushima unangenehmer als der Aufenthalt beispielsweise in San Pedro Sula (Honduras), das zeitweise die höchste Mordrate der Welt inne hatte. Im letztgenannten Ort war ich schon einmal auf der Durchreise und ich habe mich da sicher gefühlt. Es ist nämlich letztlich immer eine Frage der Perspektive und hat ganz wesentlich mit guter Vorbereitung, mit Wissen, Erfahrung und dem Vermeiden von Risiken zu tun. Klar reise ich nicht in Länder, in denen Krieg herrscht oder die gerade bombardiert werden.

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