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Monat: April 2019 (Seite 1 von 4)

Günter Faltin –
David gegen Goliath

Günter Faltin – David gegen Goliath

Wir können Ökonomie besser? Können wir? Die Frage habe ich mir als Selbständige natürlich schon oft gestellt! Wir leben in einer Welt des Überflusses. Wir sammeln, horten und sind nicht in der Lage, uns von Dingen, ob gut oder schlecht, zu trennen.

Mit Günter Faltin begeben wir uns auf die Suche nach einem Ausweg aus unserem Dilemma. Wir blicken zurück in unsere wirtschaftliche Vergangenheit. Beeindruckend lesen wir von der Macht und der Gier der Marktführer und der Markeninhaber. Lernen von deren Tricks, deren Aufbau einer Marke und wie man es sicherlich heute mit einem guten Gewissen nicht mehr machen sollte.

Wie einfach kann es sein, mit einer guten Idee ein wirtschaftliches und stabiles Unternehmen aufzubauen? Mit simplen Strategien, die einem hier an die Hand gegeben werden, braucht man jetzt nur noch das richtige Produkt.

Bereits als junger Unternehmer sollte man sich darüber im Klaren sein, dass man nicht nur nach unermesslichem Reichtum streben sollte. Mit den Lebensgeschichten diverser erfolgreicher Gründer macht es einem Faltin leicht, die wesentlichen Themen der Ökonomie der Zukunft zu verstehen.

Scheitern ist ausdrücklich erlaubt. Das daraus resultierende Wissen gibt einem als Gründer ausreichend „Startkapital“ mit auf den Weg. Mit großem Interesse habe ich mich mit dem Thema Marketing beschäftigt. Hier gilt final die Ansage, weniger ist mehr. Große Werbeaktionen und Social Media Strategien sollten ausreichend überprüft und nur dezent eingesetzt werden.

Im letzten Kapitel zeigt Faltin, wie einfach es sein kann, mit wenigen Ressourcen nachhaltig und ökologisch ein Unternehmen aufzubauen. Gemeinsamkeiten als sinnvoll und Wertschätzung gegenüber seinen Lieferanten und Produktherstellern  scheint in der heutigen Welt nicht gerade selbstverständlich.

Beeindruckt war ich von der Ehrlichkeit und der Offenheit von Günter Faltin. Gegen den ökonomischen Strom zu schwimmen erfordert nicht nur Mut, sondern auch für mich eine lehrreiche Form des Egoismus.

Mit „David gegen Goliath“ sieht man die derzeitige Lage unserer Marktwirtschaft mal wieder dankenswerter Weise mit anderen Augen.

Ich bedanke mich herzlich bei Günter Faltin, bei Murmann – Haufe und bei Literaturtest für das Rezensionsexemplar.

Gabriele Kunkel –
Mord im Piemont

Gabriele Kunkel – Mord im Piemont

Sinistra Cassotto verschlägt es auf der Suche nach dem weißen Trüffel in die Nähe des Trüffelmekkas Alba. Bei ihrem Bekannten Michael kommt sie in dessen Waldhütte unter um sich als Foodscout für einen Münchener Feinkostladen mit den neuesten Trends in Sachen Genuss, aber auch mit edelster Ware zu versorgen.

Das weiße Gold hat es Sina angetan und zieht für einen kurzen Zeitraum massenweise Käufer und Händler zur Trüffelmesse. Doch dieses Jahr ist der Markt wie leergefegt. Kein Regen, keine Trüffel.

Sina stolpert auf dem Weg zu ihrer Waldhütte über einen mürrischen Trüffelsucher samt Suchhund und tags darauf über eine Leiche.

Unverhofft steckt Sina nun ihre halbitalienische Nase zu tief in die Mordermittlungen, was zu einem weiteren Toten führt. Mit Hilfe des Hüttennachbarn Bruno, dem jetzt angereisten Michael und ein paar verrückten Hunden schafft die illustre, nach Genuss gierende Truppe, sich mit dem ortsansässigen Commissario anzulegen.

Falcone fackelt jedoch nicht allzu lange mit den halbitalienischen Detektiven. Die Zelle ruft und ein Abenteuer der Freunde jagt das nächste.

Mit Sina genießt man alles, was der Piemont zu bieten hat. Geschichten über Trüffel, selbstgemachte Schokolade und alles, was mit Liebe und viel Handarbeit geschaffen wurde. Wir lesen über den Mund in den Magen und mit Sina gleich direkt ins Herz.

Gabriele Kunkel hat mit „Mord im Piemont“ einen wahren Genusskrimi geschaffen. Kauzige Trüffeljäger, uralte Traditionen und Handarbeit, die nur wenige Regionen und nur wenige Menschen zu bieten haben.

Zwischen Sina und Falcone knistert es gewaltig. Sizilianisches Temperament trifft auf scharfe Chilischoten, halbitalienisches Blut auf einmalig von der Natur geschaffenes.

Gekonnt verführt uns Gabriele Kunkel mit Tartufo, edlen Weinen und zarten, würzigen Kräutern. Beherzt packt Sina in die Gerüchteküche und Gabriele Kunkel hinterlässt für den „Nachgeschmack“ noch ein paar leckere Rezepte.

Ich hoffe inständig, dass dies nicht das letzte „Genuss“-Abenteuer von Sina war. Der Geschmack macht definitiv Lust auf mehr!

Ich bedanke mich herzlich bei Gabriele Kunkel und beim Louisoder Verlag für das Rezensionsexemplar.

J. Courtney Sullivan –
Aller Anfang

J. Courtney Sullivan – Aller Anfang

Vier Freundinnen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, landen auf dem Smith College. Während Bree auf der innigen Suche nach sich selbst und einer ersten richtigen und ernsthaften Beziehung ist, schafft es Sally kaum, die Verlustängste durch den Tod ihrer Mutter zu überstehen. Celia hingegen will aus ihrem erzkatholischen Familienhaus entfliehen und April, die Tochter einer wahren Hippieübermutter kämpft mit ihrer Verbissenheit, die Welt zu verbessern.

Jede für sich genommen sind es junge mutige Frauen, die auf einem reinen Frauencollege ihren weiteren, natürlich renommierten Lebensweg bestreiten wollen. Gemeinsam hingegen können sie die Welt verändern.

Während der College Jahre begegnen die vier Freundinnen jeglichem Klischee einer Frauenuniversität und stärken ihre innige Freundschaft durch großzügige Liebe zueinander. Als Sally vor den Traualtar schreitet, zieht das erste Mal ein feiner Nebel aus Angst über die Vier. Mit dem Ende der Studienzeit und der darauf folgenden Selbstfindung begab sich jede auf ihre eigene Suche nach dem Glück, jedoch scheint nur Sally ihre wahre Bestimmung und vor allem ihren Fels in der Brandung gefunden zu haben.

Mit J. Courtney Sullivan begeben wir uns auf eine Reise zu uns selbst. Erkennen Ähnlichkeiten in den vier Freundinnen, die uns mal lieb, mal weniger reizvoll erscheinen und hoffen darauf, dass eine solche Freundschaft, wie Bree, Celia, April und Sally sie führen, für immer halten möge.

Freundschaft bedeutet auch, verzeihen zu können. Respekt im Umgang miteinander und Verständnis für das Anderssein, das gibt uns Sullivan hier großzügig mit auf die eigene Reise zu sich selbst.

Mit viel Witz und Sympathie begleitet man die vier jungen Frauen auf ihrem Lebensweg. Mutig berichtet Sullivan über die großen Feministinnen, die in unserer Weltgeschichte schon lange vor unserer Zeit für unsere Freiheiten kämpften. In einer auch heute noch männerdominierten Welt liest sich „Aller Anfang“ jedoch nicht wie ein Ratgeber für Frauen in Unterdrückung, sondern macht Mut, auch mal außergewöhnliche Pfade zu betreten. Natürlich darf auch die Liebe in diesem Roman nicht fehlen, die so vielerlei schöne Geschichten zu erzählen hat.

Ich bedanke mich bei J. Courtney Sullivan, beim Deuticke Verlag sowie bei Lovelybooks für das Rezensionsexemplar.

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