tinaliestvor

books and more

Schlagwort: Exil

Rafik Schami –
Ich wollte nur Geschichten
erzählen

Ein Hörbuch der ganz besonderen Art. Mit der Kunst des Erzählens entwaffnet Rafik Schami jeden bösen Gedanken.

Mit seiner Landung in Frankfurt im Jahr 1971 beginnt die Erzählung über sein bisheriges Leben. Auf der Flucht vor dem Regime und irgendwie auch vor einem kleinen Teil vor sich selbst begibt er sich nach Deutschland. Bepackt mit einem riesigen Stapel Papier, seinem wichtigsten Hab und Gut, gelingt es ihm nach und nach Fuß zu fassen in einem Land, was so völlig fremdartig und so ganz anders ist als seine Heimat Syrien.

Als Exilautor erzählt er uns kleine Erlebnisse, seine Hoffnungen und seine nie endenden Träume von einer guten Welt, in der alle Menschen ein Daseinsrecht und das Recht auf wiedergewonnen Träume haben.

Wer mehr Einblick hinter den so bekannten und doch so scheuen Autor erhalten will, hat sich genau richtig für dieses Hörbuch entschieden.

Gelesen von Wolfgang Berger, gelingt es dem Verlag erneut, einem Autor eine passende Stimme zu verleihen, die uns auf das Schicksal vieler Menschen und auf deren Träume aufmerksam macht.

 

Adrienne Friedlaender –
Willkommen bei den
Friedlaenders!

Die freie Journalistin Adrienne Friedlaender nimmt ohne lange zu zögern aus der Hamburger Erstaufnahme den syrischen Flüchtling Moaaz bei sich auf.

Als ob der Alltag mit vier Kindern, einer 90-jährigen Großmutter, einem senilen Kater und einem neurotischen Hund nicht schon anstrengend genug wäre, beschließt der Familienrat sich dennoch für eine Aufnahme.

Mit Moaaz tritt eine völlig andere Kultur in ihr gemeinsames Leben. Die deutsche Kultur und das Leben als freier Mensch mit einem Zuhause muss erst gelernt werden.

Die Friedlaenders stolpern über Sprachbarrieren, Kulturunterschiede und über die Zeit.

Die Willkommenskultur wird gelebt und man erhält als Leser auch einen Einblick in den normalen Alltag, der bei Flüchtlingen aus Warten, Schlafen und der Sehnsucht nach der Heimat und der fernen Familie besteht.

Dankbar und offen erleben wir die hautnahe Integration und das Flüggewerden eines Menschen, dem man ein kleines Stückchen Heimat  und ein Teil seines Herzens geboten hat, und mit Geduld sowie dem Mut, auch mal einen realistischen Blick in andere Kulturen zu werfen.

Merken

Merken

Merken

Devakumaran Manickavasagan –
Im Glashaus gefangen zwischen Welten

Ich beginne ausnahmsweise mal mit einem Zitat: „Eine Welt voller widersprüchlicher Gesichtszüge“. Das trifft die Grundaussage von Devas Buch. Wie fühlt es sich an, zwischen zwei Kulturen aufzuwachsen? Wie geht man mit dem Kriegstrauma, der Flucht und dem Verlust im Exil um? Wie erlebt man die eigene Kultur in einer völlig anderen Welt?

Das sind Fragen, die nur im „Kleinen“ gestellt werden und in der Öffentlichkeit meist nicht abgehandelt werden.

Mit Deva erhält der Leser einen tiefen Einblick in die Seele eines Geflüchteten, der beide Sichtweisen erlebt hat. Wozu kann Tradition, Glaube und die zurückgelassene Kultur führen? Es stellt sich die Frage, wie man davon loskommt um ein eigenes mehr oder weniger freies Leben zu führen.

Deva begibt auf die Reise in seine eigene Vergangenheit mit der er nur schwer und nur mit Hilfe von außen zumindest teilweise abschließen kann und macht deutlich, wie schwer es für einen Menschen sein kann, zwischen zwei so extrem unterschiedlichen Kulturen und Traditionen hin- und hergerissen zu sein.

Die Liebe jedoch, ein entscheidender Faktor, ob zur eigenen Familie oder zu sich selbst, scheint ein Ausweg zu sein.

Ein offenes und ehrliches Buch in dem man sich auch als ein Mensch, der nicht zwischen zwei Kulturen feststeckt, sich trotzdem in den Zwängen des Lebens wiederfindet.

Begleitet Deva auf seiner Lesereise hier und hier.

 

 

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Boris Meyn –
Der eiserne Wal

Commissarius Bischop ermittelt wieder. IMG_20160725_201954

Der Hafen soll ausgebaut werden, aber die Pläne sind noch nicht in die Tat umgesetzt. Während Auswanderer aufgrund der anhalten Flaute im Hafen festsitzen und dieser überbevölkert ist, wird ein Toter gefunden.

Ein Hamburg-Krimi der ganz anderen Art mit einem beeindruckenden Ermittler, historisch interessantem Thema und einer spannenden Wendung.

Eine würdige Fortsetzung!

© 2018 tinaliestvor

Theme von Anders NorénHoch ↑