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Monat: Juli 2019 (Seite 1 von 6)

Donna Leon –
Schöner Schein

Donna Leon – Schöner Schein

Commissario Brunettis achtzehnter Fall!

Was wäre Italien ohne die Mafia und ohne das riesige Müllproblem? Vielleicht ein noch schöneres Land mit bezaubernden alten Städten und einer belebten und gelebten Kultur!

Brunetti stößt beim Abendessen seiner Schwiegereltern auf eine junge Frau, die sich mit Hingabe alten Griechen und Römern widmet. Seine Leidenschaft für die Bücher und die politischen Reden ist geweckt, kann doch Signora Marinello sie reihenweise zitieren.

Endlich auf einen gleichgesinnten Leser getroffen übersieht Brunetti beflissentlich das leicht über alle Maßen hinaus geliftete Gesicht der jungen Frau.

Tags drauf trifft er in der Questura auf ein weiteres Rätsel. Ein Polizist aus einer Sondereinheit lässt sich von Patta hofieren und der hat natürlich nichts Besseres zu tun, als ihn an Brunetti zu übergeben.

Beide beweisen ihre Sturheit mit Verschwiegenheit und kommen nur durch einen gemeinsamen Freund auf den gleichen Nenner.

Ein mysteriöser Mord, ein dubioses Handyfoto und illegal geschmuggelter Müll beschäftigt die Beiden ab sofort.

Doch wie so immer gibt es Zuständigkeitsgerangel und erst als der Polizist erschossen aufgefunden wird, lässt sich Brunetti gemeinsam mit Vianello nicht mehr aufhalten.

Die Spur führt natürlich zur Camorra und die stinkt einfach zum Himmel. Doch da wäre ja auch immer noch die geliftete Signora, die Brunetti nach wie vor keine Ruhe lässt.

Bei Donna Leon kann man sich sicher sein, dass es sich nie nur um einen gewöhnlichen Mord handelt. Hier spielt die Politik Italiens, die sich immer weiter auswirkende Macht der Mafia und natürlich auch die Leidenschaft der Italiener eine große Bedeutung.

Unser Laster der modernen Zeit zu bewältigen hat sich ausgerechnet die Camorra als Geschäftsmodel patentieren lassen und wer mit dieser „Firma“ verhandeln will, hat seinen Grabstein besser schon bestellt. Das Müllproblem unserer Länder wird bekannterweise das Müllproblem der Dritten Welt.

Während Paola für die Macht der Frauen kämpft, kämpft Brunetti mit der Last der Politik, die sich scheinbar seit seinen Lieblingspolitikern und Philosophen aus dem alten Rom in keiner Weise geändert hat.

Jonas Winner –
Murder Park

Jonas Winner – Murder Park

Jeffrey Bohner hat es unter die Top Ten der amerikanischen Serienkiller geschafft. Sein Erbe soll nun medienwirksam aufgepeppt werden und sein alter Tatort, der stillgelegte Vergnügungspark Zodiac Island, wird dank eines großzügigen Investors wieder der Öffentlichkeit zugängig gemacht.

Vor der Eröffnung lädt die Parkverwaltung ausgewählte VIPs ein, die schon in der Vergangenheit mit dem Zodiac-Park zu tun hatten. Das Auswahlverfahren erfolgt über einen renommierten Psychiater.

Als Paul Greenblatt, der Polizeireporter, die Insel erneut betritt, wird er von einem dunklen Schatten umhüllt, der ihn nicht loszulassen scheint und die Show beginnt.

Was dann allerdings auf die ausgewählten zwölf Teilnehmer dieses speziellen Wochenendes zukommt, liegt jenseits ihrer Vorstellungskraft.

Erneut geht ein Killer um und Paul stellt sich die Frage, ist Jeffrey Bohner wirklich tot?

Dieser skurrile neue Freizeitpark lässt für spezielle Angebote keine Wünsche offen. Paul, der damals als Kind dort einen wahnsinnigen Albtraum erlebte, wird klar, dass schon damals in diesem Park nicht alles mit rechten Dingen zuging.

Jonas Winner hat mit Murder Park den Albtraum eines jeden Rummelliebhabers geschaffen. Mördermemorabilien wo man nur hinsieht, dunkle Geheimnisse kommen ans Licht und nach und nach ist der Killer ihnen auf den Fersen.

Blutige Morde, dunkle Geheimnisse und ein Killer, der sich dank der Parkanlage von den Tierkreiszeichen inspirieren lässt.

Dank Uve Teschner hört man mit Spannung, wie sich Paul um seine eigene Vergangenheit windet. Sich mit seiner eigenen Familie und dem Tot zu befassen scheint fasst noch schlimmer als die scheinbar vergebliche Hoffnung auf die hoffentlich bald anlegende Fähre.

Wie eine Hetzjagd folgen wir Teschner durch die Story und stellt sich die Frage, wer ist hier eigentlich wer und wer sagt die Wahrheit?

Eine wirklich gelungene Vertonung. Gruselig und sehr spannend. Jonas Winner hinterlässt einen bleibenden Eindruck für den nächsten Besuch in einer Geisterbahn.

Jonas Winner stellt sich als hervorragender Thriller-Autor heraus, der den Leser wie auch den Hörer auf Murder Park das Grauen lehrt.

Donna Leon –
Das Mädchen seiner Träume

Donna Leon – Das Mädchen seiner Träume

Commissario Brunettis siebzehnter Fall.

Brunetti trägt seine Mutter zu Grabe und trifft dabei auf einen alten Schulfreund seines Bruders. Der ehemalige Missionar aus dem Kongo bittet daraufhin Tage später Brunetti um einen Rat und um dessen Hilfe.

Eine neue Kirche scheint ihr Unwesen zu treiben und den neuen Gläubigen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Genau das Richtige also für Paola Brunetti, der solche Menschen gehörig gegen den Strich gehen.

Gemeinsam beschließen die Brunettis mit Hilfe von Inspettore Vianello und dessen Frau, sich diese neue Art von Glaubensgemeinschaft mal genauer anzusehen.

Tags darauf fischen Vianello und Brunetti eine Mädchenleiche aus dem Kanal. Die Kleine ist ziemlich übel zugerichtet und hat scheinbar gestohlenen Schmuck bei sich versteckt.

Da das Mädchen nicht als vermisst gemeldet wird, führt ihr Bild durch Zufall zu den Roma, die etwas außerhalb und auf dem Festland zum Leidwesen der dortigen Bewohner siedeln.

Dieses Mädchen lässt Brunetti keine Ruhe mehr und er versucht alles in seiner Macht stehende, den Fall zu lösen.

Wie immer bei Donna Leon verstrickt man sich genau wie Vianello und Brunetti in einen Zwiespalt. Man wird sich klar über die herrschende Situation des Opfers und deren Leben. Lange verfolgt und nirgendwo ansässig zu sein, führt zu Unwissenheit und Unkenntnis gegenüber diesen Menschen.

Die politische Situation seines Chefs Patta führt Brunetti erneut dazu, etwas ungewöhnlichere Wege zu gehen und kann dank seiner guten und jahrelang gepflegten Beziehungen dennoch etwas bewegen.

Bei Leon wird schnell klar, wie ein Land wie Italien regiert und geführt wird. Im Süden herrscht die Mafia, in Rom der Papst und ansonsten die Korruption. Während die Kurie sich mehr um das Geld seiner Schäfchen als um deren Seelenheil kümmert, führt Verfolgung und Ausgrenzung wie bei dem Volk der Roma unter den Menschen zu Neid und Hass.

Brunetti sieht jedoch stets das Gute im Menschen.

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