Donna Leon – Schöner Schein

Commissario Brunettis achtzehnter Fall!

Was wäre Italien ohne die Mafia und ohne das riesige Müllproblem? Vielleicht ein noch schöneres Land mit bezaubernden alten Städten und einer belebten und gelebten Kultur!

Brunetti stößt beim Abendessen seiner Schwiegereltern auf eine junge Frau, die sich mit Hingabe alten Griechen und Römern widmet. Seine Leidenschaft für die Bücher und die politischen Reden ist geweckt, kann doch Signora Marinello sie reihenweise zitieren.

Endlich auf einen gleichgesinnten Leser getroffen übersieht Brunetti beflissentlich das leicht über alle Maßen hinaus geliftete Gesicht der jungen Frau.

Tags drauf trifft er in der Questura auf ein weiteres Rätsel. Ein Polizist aus einer Sondereinheit lässt sich von Patta hofieren und der hat natürlich nichts Besseres zu tun, als ihn an Brunetti zu übergeben.

Beide beweisen ihre Sturheit mit Verschwiegenheit und kommen nur durch einen gemeinsamen Freund auf den gleichen Nenner.

Ein mysteriöser Mord, ein dubioses Handyfoto und illegal geschmuggelter Müll beschäftigt die Beiden ab sofort.

Doch wie so immer gibt es Zuständigkeitsgerangel und erst als der Polizist erschossen aufgefunden wird, lässt sich Brunetti gemeinsam mit Vianello nicht mehr aufhalten.

Die Spur führt natürlich zur Camorra und die stinkt einfach zum Himmel. Doch da wäre ja auch immer noch die geliftete Signora, die Brunetti nach wie vor keine Ruhe lässt.

Bei Donna Leon kann man sich sicher sein, dass es sich nie nur um einen gewöhnlichen Mord handelt. Hier spielt die Politik Italiens, die sich immer weiter auswirkende Macht der Mafia und natürlich auch die Leidenschaft der Italiener eine große Bedeutung.

Unser Laster der modernen Zeit zu bewältigen hat sich ausgerechnet die Camorra als Geschäftsmodel patentieren lassen und wer mit dieser „Firma“ verhandeln will, hat seinen Grabstein besser schon bestellt. Das Müllproblem unserer Länder wird bekannterweise das Müllproblem der Dritten Welt.

Während Paola für die Macht der Frauen kämpft, kämpft Brunetti mit der Last der Politik, die sich scheinbar seit seinen Lieblingspolitikern und Philosophen aus dem alten Rom in keiner Weise geändert hat.