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Schlagwort: Bestechung (Seite 1 von 7)

Petra Ivanov –
Die Entführung

Petra Ivanov – Entführung

Pal Palushi liegt sein neues Mandat als Strafverteidiger schwer im Magen. Der junge Muslim soll die junge Lara Blum entführt haben und schweigt seit seiner Inhaftierung.

Während Pal versucht, sich aus den Fängen der Ermittler zu ziehen und eine Beziehung zum Wohl der Entführten zu seinem Klienten aufzubauen, kehrt seine Freundin Jasmin Meyer aus dem fernen Thailand zurück.

Ihr Versuch, die zurückliegende dreimonatige eigene Entführung zu verarbeiten gelang ihr zumindest in Thailand außergewöhnlich gut. Doch jetzt zurück in der Schweizer Realität kehren die bösen Dämonen zurück. Pal, sichtlich gerührt von dem Angebot der Unterstützung, versucht jedoch, das Schlimmste von Jasmin fernzuhalten.

Von Lara Blum hat die Polizei immer noch keine Spur und nur dank Pals Eingreifen und Jasmins Zuarbeit als ehemalige Polizistin führt endlich ein scheinbar kleiner Wink alle gemeinsam ins Herz der muslimischen Gemeinde.

Nichtsahnend hat sich Pal mit der Staatsanwältin eine neue Feindin gemacht, die auf allen Fronten gleichzeitig zu kämpfen scheint. Doch offener Krieg mit der Polizei kommt für den Exkosovaren Pal nicht in Frage.

Als Rinor, Pals Neffe und Patenkind sich immer mehr zurückzieht, hängt auch in der eigenen Familie der Haussegen schief. Doch Rinor hat nicht wieder erwarten eine Freundin gefunden, sondern ist in die Fänge einer islamistischen Splittergruppe geraten.

Pal wird von allen Seiten beschossen und Jasmin unterstützt ihn, auch mit der Hilfe ihrer alten Kollegen vom Leib und Leben wo sie nur kann.

Die Uhr für Lara Blum tickt und die Zeit wird knapp. Jasmin möchte unter keinen Umständen, dass ein Mensch ihr eigenes Schicksal erneut erleben muss.

Petra Ivanov schafft es wie immer gleich auf Anhieb, dass man ihre Hauptprotagonisten einfach mögen muss. Während ich mit Jasmin bereits in den Bänden mit Flint & Cavalli Bekanntschaft gemacht habe, zeigt sich Pal als Mensch, der sichtlich um das Wohl seiner Mandanten bemüht ist. Ob schuldig oder nicht, das spielt für Pal keine Rolle.

Der Zwiespalt der integrierten Familien zeigt sich gut in der Art und Weise, wie stark auch Pals Familie noch von den Zwängen aus der alten Heimat verfolgt wird. Es entbrennt ein oberflächlicher Krieg zwischen den Gläubigen und den Ungläubigen und dieser zieht eine Spur von Hasspredigern, Extremisten und Splittergruppen mit sich, die unsere offene Kultur mit Argwohn und mit strengem Glauben und alten Verhaltensmustern entgegnen.

Ich bedanke mich bei Literaturtest sowie bei Petra Ivanov für den vierten Teil von Meyer & Palushi.

Donna Leon –
Auf Treu und Glauben

Commissario Brunettis neunzehnter Fall

Donna Leon – Auf Treu und Glauben

Urlaubszeit ist Reisezeit und so steht auch für die Brunettis eine Reise nach Tirol in kühlere Gefilde an.

Während ganz Venedig unter der erbarmungslosen Hitze ächzt, beschließt Vianello, sich etwas mehr mit seiner Tante zu beschäftigen. Die rüstige alte Dame verbringt zum Leidwesen der restlichen Familie ihr Erspartes unter dubiosen Umständen an den Mann.

Begeistert von Horoskopen, Wahrsagern und Tartotkartenlegern ist sie scheinbar einem ausgefuchsten Dieb auf den Leim gegangen.

Schnell ist Brunetti dank Elettra davon überzeugt, dass hier Hilfe von Nöten ist.

Kurz vor Brunettis Abreise taucht ein alter Bekannter auf, der ihm vertrauliche Unterlagen aus dem Gericht übergibt. Mit spitzen Fingern findet Brunetti schnell heraus, dass hier Fälle vor dem Gericht verschleppt werden und mache gar noch mehreren Jahren noch nicht ausgeurteilt wurden.

Da immer wieder die gleiche Richterin und ein Beamter auftauchen, beschließt Brunetti Elettra auf den Fall aufmerksam zu machen. Die lässt ihre Beziehungen spielen und gerät persönlich hinein in das kleine Schmierentheater.

Tags darauf sitzen die Brunetti mit seiner Familie im Zug als sich Claudia meldet und ihn aus dem Urlaub zurückbeordert. Der Mord an einem hochgelobten Beamten am Gericht lässt Brunetti wie auch Vianello aus dem Urlaub zurückkehren.

Für die beiden beginnt ein interessantes Katz- und Mausspiel, bei dem die üblichen Verdächtigen wie Geldgier, Sex und Liebe sich im Mordmotiv mehrfach abwechseln.

Donna Leon lässt an ihrer geliebten Heimatstadt oft kein gutes Haar. Der Massentourismus, die Sorge um die Umwelt und die allseits beliebte Bestechlichkeit bringt nach wie vor weitere Kriminalgeschichten rund um Brunetti und seinem illustren Ermittlerteam.

Während Brunetti stets in ruhigem Maße und ohne viel Aufregung sich um seine Opfer kümmert, biegt Elettra das Gesetz wie es ihr passt.

Vianello repräsentiert sich in diesem Stück als meisterhafter Familienmensch, dessen Glaube an das Gute im Menschen stets Hoffnung gibt.

Ein Land, gespalten zwischen Moderne und Altertum, hat es sicherlich nicht leicht, sich auf die neue Zeit vollkommen einzulassen.

Donna Leon –
Schöner Schein

Donna Leon – Schöner Schein

Commissario Brunettis achtzehnter Fall!

Was wäre Italien ohne die Mafia und ohne das riesige Müllproblem? Vielleicht ein noch schöneres Land mit bezaubernden alten Städten und einer belebten und gelebten Kultur!

Brunetti stößt beim Abendessen seiner Schwiegereltern auf eine junge Frau, die sich mit Hingabe alten Griechen und Römern widmet. Seine Leidenschaft für die Bücher und die politischen Reden ist geweckt, kann doch Signora Marinello sie reihenweise zitieren.

Endlich auf einen gleichgesinnten Leser getroffen übersieht Brunetti beflissentlich das leicht über alle Maßen hinaus geliftete Gesicht der jungen Frau.

Tags drauf trifft er in der Questura auf ein weiteres Rätsel. Ein Polizist aus einer Sondereinheit lässt sich von Patta hofieren und der hat natürlich nichts Besseres zu tun, als ihn an Brunetti zu übergeben.

Beide beweisen ihre Sturheit mit Verschwiegenheit und kommen nur durch einen gemeinsamen Freund auf den gleichen Nenner.

Ein mysteriöser Mord, ein dubioses Handyfoto und illegal geschmuggelter Müll beschäftigt die Beiden ab sofort.

Doch wie so immer gibt es Zuständigkeitsgerangel und erst als der Polizist erschossen aufgefunden wird, lässt sich Brunetti gemeinsam mit Vianello nicht mehr aufhalten.

Die Spur führt natürlich zur Camorra und die stinkt einfach zum Himmel. Doch da wäre ja auch immer noch die geliftete Signora, die Brunetti nach wie vor keine Ruhe lässt.

Bei Donna Leon kann man sich sicher sein, dass es sich nie nur um einen gewöhnlichen Mord handelt. Hier spielt die Politik Italiens, die sich immer weiter auswirkende Macht der Mafia und natürlich auch die Leidenschaft der Italiener eine große Bedeutung.

Unser Laster der modernen Zeit zu bewältigen hat sich ausgerechnet die Camorra als Geschäftsmodel patentieren lassen und wer mit dieser „Firma“ verhandeln will, hat seinen Grabstein besser schon bestellt. Das Müllproblem unserer Länder wird bekannterweise das Müllproblem der Dritten Welt.

Während Paola für die Macht der Frauen kämpft, kämpft Brunetti mit der Last der Politik, die sich scheinbar seit seinen Lieblingspolitikern und Philosophen aus dem alten Rom in keiner Weise geändert hat.

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