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Pierre Jarawan –
Am Ende bleiben die Zedern

Pierre Jarawan – Am Ende bleiben die Zedern

Was bleibt von uns übrig, wenn wir immer auf der Suche sind? Diese Frage muss sich Samir fast täglich selbst stellen.

Auf der Flucht aus dem Libanon verschlägt es die Familie nach Deutschland. Erst in einer Turnhalle, dann im Flüchtlingsheim und später dank des Engagements des Vaters geht es erstmals in ein eigenes Heim. Samir wächst als Kind in einer behüteten Familie auf. Deutschland hat sich als Chance für die Familie herausgestellt und auch die engen Freunde Hakim und dessen hübsche Tochter Yasmin profitieren von der Flucht.

Heimweh prägt jedoch den Vater Samirs so sehr, dass er beginnt, diesem wunderbare Geschichten aus dem fernen Libanon zu erzählen. Nichtsahnend, das Samir diese Geschichten irgendwann zu einer Flucht vor sich selbst und seinem Leben führen werden.

Eines Tages verschwindet der Vater spurlos und Samir verfällt in eine Starre, mit der er nicht wirklich umgehen kann. Die Familie löst sich auf, all die schönen Geschichten kleben an ihm und er kann sich nicht von ihnen lösen um sich selbst zu befreien.

Yasmin schlägt ihm eine Reise in den Libanon vor. Dort soll Samir nach seinem Vater zu suchen und mit seiner Vergangenheit endlich abschließen.

Dort jedoch trifft er, begleitet von einem begnadeten Taxifahrer, auf seine restliche Familie, alte Freunde seines Vaters und macht eine überraschende Entdeckung.

Mit Jarawan begeben wir uns in ein Land, was von Krieg und Machtkämpfen der Politik und dem Militär lange Jahre unterjocht und unterdrückt wurde. Viele Menschen sind spurlos verschwunden, einigen gelang die Flucht in ein scheinbar besseres Leben.

Einzig die alten Geschichten halten Samir am Leben und er lässt sich ganz nah auf den Libanon ein. Zwiegespalten bereist er die mystischen Stätten und begreift, dass die Geschichten keine Erfindungen seines Vaters wahren.

In „Am Ende bleiben die Zedern“ begibt man sich mit Samir auf eine Suche und hinein in eine Geschichte, die einen durch ein zerrüttetes Land und einen großen Zwiespalt der Kulturen führt. Man begibt sich in ein Land, welches lernen muss, seine eigene Geschichte zu bewahren.

Robert Cormier –
Unheilvolle Minuten

Unglaublich, wie viel Leid Jugendliche sich selbst und anderen antun können. Als Karen eines Abends zu früh nachhause kommt, ist alles verwüstet. Die rebellierenden Jugendlichen, die alles kaputt gemacht haben sind noch da. Karen bemerkt zu spät, dass sie einen Fehler begangen hat und gerät in deren Fänge.

Sie packen sie und sie endet verletzt im Keller. Einzig der Nachbar hat alles gesehen und es beginnt ein Rachefeldzug, bei dem anschließend keiner mehr etwas zu lachen hat!

Die ältere Schwester Jane beginnt nach der „Rettung“ Karens, aus dem Leben zu triften und die ganz Familie hat so ihre Probleme mit dem Weiterleben.

Erst als Karen endlich aus dem Koma erwacht, kommt fast, aber auch nur fast alles wieder ins Reine….

Robert Cormier schafft mit seinem Jugendroman eine mittlerweile alltägliche Szenerie. Wer kennt nicht diese Likes und Dislikes, die Tiefen des Internets und ein Trend zur Selbstjustiz sehen wir allabendlich in den Nachrichten.

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