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Kategorie: Thriller (Seite 2 von 44)

Kathy Reichs –
Totengeld

Kathy Reichs – Totengeld

Kathy Reichs Bücher kann ich nicht einfach in meinen SUB stellen! Teil 16 der Temperence Brennan Reihe in Afghanistan überzeugt mal wieder mit viel Ehrgeiz, Witz und einem spannenden Plot.

Tempe wird der Fall einer unbekannten Leiche zugeteilt. Die junge Tote wurde nach ersten Erkenntnissen überfahren und dann auf der Straße zum Sterben liegengelassen. Selbst Slidell, der zynische Mordermittler, der Tempe in dem Fall zur Seite steht, lässt das nicht kalt.

Hoffnungslos macht sich Slidell an die Ermittlungen, einzig eine Club Karte einer Fluglinie erweist sich als Hinweis auf die Unbekannte. Doch wer Tempe kennt, der weiß, das Aufgeben keine Option darstellt.

Die Ermittlungen führen quasi ins Nichts. Slidell wird einem neuen Fall mit höchster Aufmerksamkeit zugeteilt und Pete, Tempes Exmann verschafft ihr die Ehre, in ein Krisengebiet zu fliegen.

Die Hoffnung, in Afghanistan auf Tochter Katy zu treffen, lässt Tempe frohen Mutes packen.

Unten angekommen soll sie bei einer Verhandlung vor dem Kriegsgericht aussagen. Ein junger Marine wird eines Kriegsverbrechens angeklagt und ausgerechnet Tempe soll die beiden Leichen exhumieren und Beweise sichten.

Ein Luftangriff später und mit einem seltsamen Foto zurück in Charlotte überschlagen sich die Ereignisse.

Die Spur führt zu einem Schmugglerring und zu Dew, dem Ermittler des ICE. Der hingegen entpuppt sich als mehr oder weniger hilfreich und Tempe muss gehörige Überzeugungsarbeit leisten.

Slidell zeigt sich von seiner besten Seite. Findet einen Fiesling nach dem anderen und dennoch führen all diese unglaublich bösen Menschen nicht zur Lösung des Falls.

Kathy Reichs begibt sich mit diesem Thriller in die dunkelsten Abgründe des Menschen. Menschenhandel ist neben Drogenschmuggel ein ebenso erfolgreiches Businessmodell und der Kreativität scheinen keine Grenzen gesetzt.

Während Tempe sich in die Gefahr eines Außeneinsatzes in einem Krisengebiet begibt, wird dem Leser schnell klar, dass Amerika nach wie vor von ihren Einsätzen in Afghanistan überzeugt ist. Unterdrückung, Drogenhandel und Feindlicher Beschuss führt zu Konflikten, die unabhängig von der Bekämpfung der Taliban gelöst werden müssen.

Mit Totengeld wird die weltweite und ausgezeichnete Vernetzung von Kriminellen offengelegt. Die Regierungen und die ermittelnden Behörden sind machtlos und oft nur noch Zuschauer einer bedauerlichen Szenerie.

Kathy Reichs hat es jedoch wie immer geschafft, dem Leser einen wahrlich guten Einblick in die aktuelle Weltkrisensituation zu verschaffen, ohne dabei ihr eigenes Land und deren Probleme aus den Augen zu verlieren. Mit gutem Plot und ausgezeichnetem Schlagabtausch zwischen Tempe und Slidell freue ich mich natürlich auf den nächsten Teil der Reihe.

Benedikt Gollhardt –
Westwall

Benedikt Gollhardt – Westwall

Julia Gerloff ist anders. Aufgewachsen in einer ländlichen Kommune strebt sie einen anderen Lebenswandel als ihr Vater, Lupo, ein Althippie an.

Als Überläufern will sie bei der Polizei Karriere machen und ist eine begeisterte Schülerin. In der S-Bahn lernt sie Nick kennen, der sie gekonnt um seinen Finger wickelt.

Julia kann es kaum fassen, dass sie endlich in einem normalen Leben ohne Bauwagen, Selbstversorgung und Lagerfeuer angekommen ist. Doch das anerzogene Misstrauen lässt sie stutzen. Sie lässt ihre Beziehungen spielen und überprüft Nick.

Nick, der sich ebenfalls als Aussteiger betrachtet, hat es gewagt, bei Julia einen Schritt zu weit zu gehen.

Mit der Wahrheit im Gepäck löst er eine ungeahnte Lawine aus, der erst im dunklen schwelt und dann gewaltig hervorbricht.

Ausbilder Roosen sorgt sich um Julia. Als diese sich ihm anvertraut, steht der nächste Anschlag bereits bevor.

Ab sofort explodiert die Welt um Julia. Als ihr Vater brutal von einem Jugendlichen ermordet wird, bricht die dunkle ungeahnte Wahrheit aus der Vergangenheit ans Licht.

Für die junge Frau ist nichts mehr so, wie es mal war. Wer ist noch Freund? Wer ist Feind?

Nick, der sich ebenfalls aus den Fängen des Verfassungsschutzes befreit und wiedererwarten seines dortigen Betreuers nun ganz eigene Ziele verfolgt, zieht sich das Netz immer enger zusammen.

Fein webt Benedikt Gollhardt in Westwall die Maschen zusammen. Aus Polizei, Verfassungsschutz und Terroristen wird ein Bündel von Menschen, die der Leser erst sortieren muss.

Wie auch schon Julia fragt sich der Leser ständig, wer ist der Gute und wer der Böse.

Die Szenerie, finster im alten Bunkerviertel rund um den Westwall gelegen, umgibt sich mit alten Nazis, Ewiggestrigen und zu neuem Leben erwachten Terroristinnen.

Zu spät begreift Julia, wer hier den Takt vorgibt und die entscheidenden Fäden in diesem Netz zieht.

Ein Thriller, der aktueller und brisanter nicht sein könnte!

Vielen Dank an Benedikt Gollhardt und an den Penguin-Verlag für das Rezensionsexemplar. Jetzt ist der Westwall definitiv mal ein Wochenendtrip wert.

Ernest Nybørg –
Der Cellist –
Lena Halberg

Ernest Nybørg – Der Cellist – Lena Halberg

Lena Halberg scheint vorerst im beschaulichen Meran zur Ruhe gekommen zu sein. Ihren Job bei dem Sender RAI macht sie glücklich und Tom trägt dazu ebenfalls bei und lässt sie ihre traurige und brisante Vergangenheit ein wenig vergessen.

Doch dann bringt ausgerechnet Tom sie auf eine neue Spur, die sich aus den aktuell veröffentlichten Panama-Papers ergibt. Sie hat Lunte gerochen und ist natürlich kaum aufzuhalten.

Ein toter Banker in Estland und dubiose Konten führen Lena mal wieder quer durch Europa. Immer mit viel Feuer unter dem Hintern, gekonnt bissig und nie auch nur einen Moment zögernd. Doch dieses Mal hat sie sich ernsthaft mit mehreren Geheimdiensten, ohne es zu ahnen angelegt.

Während sich die Strippenzieher in Russland in Sicherheit wiegen, kommt es ausgerechnet in Bolivien zu einer wichtigen Entscheidung. Der dortige Minister will mit den riesigen Lithium-Vorkommen in den Wüsten Boliviens endlich den lang ersehnten Aufschwung für sein Land.

Als er das Angebot einer dubiosen amerikanischen Lobbyistin ablehnt, löst er damit eine Kettenreaktion aus, die am anderen Ende der Welt die Erde erzittern lässt.

Lena gelingt es dank ihres alten Freundes Hawk, dem ehemaligen amerikanischen Präsidentenberater, dieses Netz aus dunklen Machenschaften langsam zu entwirren.

Spannend verwickelt Ernest Nybørg die verschiedenen Geheimdienste miteinander und zeigt auf, dass im digitalen Zeitalter Geheimnisse nur schwer zu bewahren sind.

Musikalisch unterlegt mit einem begnadeten Cellisten beginnt Lenas Reise in Italien und endet wieder dort. Geld regiert die Welt, nach wie vor. Lena Halberg mit ihren vielen Helfern und Freunden macht dies allerdings für den Leser ein wenig erträglicher. Man hofft auf weitere Enthüllungen in Form von Panama Papers. Doch nach wie vor erlebt man, dass ausgerechnet, dass die Regierungen unserer Länder selbst an diesen Machenschaften beteiligt sind und Bestechung, Korruption und Unterdrückung an der Tagesordnung stehen.

Der vierte Teil von Lena Halberg macht wieder neugierig auf den hoffentlich bald erscheinenden nächsten Teil dieser spannenden Thriller-Reihe.

Vielen Dank an Ernest Nybørg für das Rezensionsexemplar.

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