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Schlagwort: Kanada (Seite 1 von 4)

Kathy Reichs –
Blut vergisst nicht

Kathy Reichs – Blut vergisst nicht

Tempe wird zu einer vermeintlichen Wasserleiche gerufen, die sich schnell als Selbstmord herausstellt. Froh, der tropischen Hitze des Sommers zu entkommen will sie sich schon auf den Rückweg in ihr Labor machen, als die Fingerabdrücke den Toten identifizieren und somit mit Rätseln umgeben.

Der Selbstmörder war bereits 1968 für Tod erklärt worden und das Militär macht für gewöhnlich bei Ihren Rückholeinsätzen keine Fehler. Wie kommt dann allerdings der in Vietnam gefallene Soldat Jahre später als Selbstmörder in einen See nach Kanada?

Tempe hat Lunte gerochen und ruft ihren alten Freund Danny an, der auf Hawaii immer noch für das Militär in deren eigener riesiger Abteilung zurückgeführte Kriegsopfer identifiziert. Mit ihrer Tochter Kathy im Gepäck werden Danny und Tempe nach den ersten Recherchen mit einer weiteren Leiche konfrontiert, bei der es sich dank der vorhandenen Marke ebenfalls um den kanadischen Selbstmörder handeln soll. Jetzt bekundet auch Detective Ryan Interesse und zieht in das strandnahe Ferienhaus samt mitgebrachter Tochter Lilly im Gepäck.

Kathy Reichs ist ein Garant für Spannung. Mit gewohnter Manier ermittelt Temperence Brennan in ihrem Metier mit alten Freunden und Bekannten und lässt sich auch durch einen schweren Autounfall nicht von diesen scheinbaren Irrwegen der Ermittlungen abbringen.

Während Hawaii als das Urlaubsparadies von allen Hochglanzmagazinen glänzt, wird schnell klar, das natürlich auch hier der Drogenhandel, Gangs und Schmuggel schon längst auf den bezaubernden Inseln angekommen sind. Die Detectives Ding und Lang überraschen mit überzeugenden Dialogen.

Beeindruckend schildert Reichs die Ermittlungsarbeit der JPAC im 13. Teil „Blut vergisst nicht“ der Temperance Brennan Reihe . Niemand wird je zurückgelassen als Slogan für das amerikanische Militär ist mit extrem aufwendigen Verfahren und einer Einsatzgewalt belegt, die ihresgleichen sucht. Jeder, der sich schon einmal die militärische Zeremonie des „unbekannten Soldaten“ live angesehen hat, versteht, was es für die Mitglieder des amerikanischen Militärs bedeutet.

Ich bin natürlich schon auf die nächsten Ermittlungen von Tempe und Ryan gespannt.

Barbara Fradkin –
Die Schneetoten

Barbara Fradkin – Die Schneetoten

Über Weihnachten habe ich mich bereits mit der kanadischen Krimiszene beschäftig und bin so auch auf Barbara Fradkin gestößen.

Irreführung steht bei Barbara Fradkin ganz groß im Vordergrund. Amanda Doucette begibt sich nach einem schweren Trauma mit einer gemischten Gruppe von jugendlichen Flüchtlingen in die tiefste Schneewildnis Kanadas. Dort will sie vor allem zwischen den verschiedenen Glaubensrichtungen und tief verwurzelter Kriegswunden vermitteln.

Kurzfristig drängt sich ein abgelehnter Schüler. Amanda beschließt, trotz Ablehnung ihres Mitarbeiters, den jungen Kanadier Luc mit auf die Tour zu nehmen.

Als ob die Kälte nicht schon allen zu schaffen machen würde, brodelt es untereinander gewaltig, dennoch gelingt es Amanda und ihren beiden Führern die Jugendlichen in eine wahre Abenteurertruppe zu verwandeln.

Erst als Luc verschwindet, immer mehr Geheimnisse gelüftet werden und dann auch noch Yasmina allein in die Wildnis aufbricht wird Amanda klar, dass hier eigentlich ein ganz anderes Spiel gespielt wird und sie von Anfang an die Regeln nicht verstand.

Mit Hilfe von Amandas Freunden, dem Journalisten und Mitinitiator Matthew sowie dem Mountie Chris, dem Retter aus ihrer letzten brenzligen Situation gelingt es nach und nach, diesen so perfiden Plan zu durchschauen.

Wer kennt nicht Kanadas unglaubliche schneebedeckten Weiten und diese bezaubernden modernen und offenen Millionenstädte? Doch Barbara Fradkin betrachtet ihr Heimatland von einer ganz anderen Seite. Während Kanada sich als Einwandererland rühmt, scheinen doch die Immigranten auf sich gestellt und ganz besonders die nächste Generation noch mehr mit sich selbst und der Vergangenheit in Konflikt.

Das Land selbst auf eine großartige Zukunft und massenweise Tourismus eingestellt, scheitert an zwei Landessprachen und an einer Polizeiverwaltung, die ein Laie kaum zu verstehen vermag.

Fradkin macht mit „Die Schneetoten“ auf die Verletzbarkeit der Natur und dem unnatürlichen Drang der Menschen nach Freiheit aufmerksam. Generationen von Menschen auf der Flucht und dem Wunsch nach Freiheit haben sich allerdings auch in Kanada noch nicht wirklich selbst gefunden.

Ich bedanke mich herzlich beim Aufbau Verlag für das kostenlose Rezensionsexemplar.

Da es sich bei „Die Schneetoten“ bereits um den 2. Teil der Amanda Doucette Reihe handelt, empfiehlt es sich, zuerst den 1. Band „Die Toten in den Klippen“ zu lesen, auch wenn die beiden Krimis sich dennoch unabhängig voneinander lesen lassen.



Louise Penny –
Hinter den drei Kiefern

Louise Penny – Hinter den drei Kiefern

Direkt an der amerikanischen Grenze zu Vermont wohnt Polizeichef Gamache in dem kleinen Dörfchen Three Pines in Québec. Während der Drogenhandel schon lange den Ton angibt ist sich Gamache klar, das seine Polizei vor langem schon gegen diese Macht verloren hat. Er beschreitet mit einer Idee einen völlig neuen Weg und wählt dabei seine Mitwisser gezielt aus, denn auch unter seinesgleichen ist die Korruption angekommen.

Während Gamache in Montreal versucht, gegen den Strom zu schwimmen taucht in seinem kleinen Heimatstädtchen eine dunkle verhüllte Gestalt auf, die mitten auf dem Dorfanger bewegungslos verharrt. Am nächsten Tag beginnt die Gestalt den Dorfbewohnern Angst zu machen und Gamache zweifelt erst an der Gestalt und dann an sich. Mit der Hilfe seines Schwiegersohnes beschließt er das Rätsel der mysteriösen Figur auf dem Dorfanger zu lösen. Tags darauf ist die Gestalt jedoch verschwunden und die kleine Gemeinde atmet auf. Doch nicht für lange, denn die Leiche des Verhüllten wird ermordet im Kirchenkeller gefunden.

Gamache wird bei der ersten Betrachtung des Opfers klar, das hier noch ein ganz anderes Spiel gespielt wird und setzt dabei seine lange Karriere und die vieler seiner Mitstreiter aufs Spiel und beginnt, seinen schon lange ausgearbeiteten Plan nunmehr in die Tat umzusetzen.

Mit Louise Penny begibt man sich in das kleine beschauliche Dörfchen Three Pines. Hübsch mit Bäckerei, Buchladen und Pension mit Bistro ausgestattet mag man mit der verschrobenen Ruth und ihrer Ente Rosa bei einem leckeren Gin-Tonic und einem Stück Baguette über Gott und ganz besonders über die Welt diskutieren und hofft, dass diese wunderschöne  Zeit des Traumes nie vorübergehen mag. Doch mit Penny kehrt auch das Dunkle und die Vergangenheit mit in diesen kleinen Dorfanger und hinterlässt bei den liebgewonnenen Charakteren einen Schauer zurück, der nur gemeinsam bekämpft werden kann.

Mit Gamache hat Penny einen Ermittler erschaffen, der öfter über den Tellerrand hinausschaut und in jedem Menschen etwas Gutes findet, aber auch vor dem Bösen in der Welt die Augen nicht verschließt.

Sehr schade ist allerdings, dass es erst der 13. Teil in die deutsche Übersetzung geschafft hat! Die ersten 12 Bände werde ich mir jetzt im Original besorgen. Dieses kleine Dorf Three Pines hat eine magische Anziehungskraft, der man kaum entkommt!

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