Ruth Ware – Woman in Cabin 10

Lo Blackwood soll als Journalistin die Jungfernfahrt der Aurora begleiten. An Bord des Schiffes ist alles vertreten, was Rang und Namen hat und in Lord Bullmers neue Firma investieren und kräftig die Werbetrommel rühren soll. Für Lo stellt sich diese Fahrt als ganz besonders Sprungbrett in ihrer Journalistenkarriere dar, soll sie doch ihre schwangere Chefin vertreten.

Ausgerechnet eine Woche vor der Abfahrt wird Lo Opfer eines Einbruchs in ihrer Wohnung. Sie hofft diesem Angstzustand mit dieser aufregenden Schifffahrt zu entkommen. Doch gegen die Beklommenheit kommt auch das Luxusschiff nicht an. Lo merkt zu spät, dass es sich bei diesem ultramodernen Boot um nichts anderes als eine Stecknadel auf unendlicher See handelt.

Für das Galadinner am Abend leiht sie sich von der Dame aus der Nachbarkabine Wimperntusche und gerät dadurch nichtsahnend in einen Mordkomplott.

Lo wird durch ein dumpfes Platschen geweckt und erkennt auf ihrem Balkon nur noch einen hellen sinkenden Fleck im der Meeresbrise und einen Blutfleck an der gläsernen Reling.

Angstzustände bringen die Lo daraufhin fast um den Verstand. Um mit sich selbst endlich wieder im Reinen zu sein, begibt sie sich auf gefährliches Terrain und beschließt, diesen Mord aufzuklären.

Was für den Leser als klassischer „Whodunit“ beginnt, verstrickt sich immer mehr in einen düsteren und fiesen Psychothriller. Ruth Ware gelingt es besonders gut, die dunklen Geheimnisse der Gäste und die Gehorsamkeit des Boardpersonals mehrfach in Frage zu stellen.

Julia Nachtmann verleiht Lo eine Stimme, die den Zuhörer mehrfach schaudern lässt. Mit stets einem Funken Hoffnung wagt sich die junge Journalistin in die Abgründe von Reichtum, Spekulation und tiefen Hass.  

Ware erhöht die Spannung „Kapitel“ um „Kapitel“ mit Einspielern der verzweifelten Familie und Freunde.

Lo will man Flügel verleihen und hofft auf den Sprung von Board, aber dort wartet nur das dunkle tiefe Meer!

Ich bedanke mich herzlich bei DAV für das Rezensionsexemplar.