tinaliestvor

books and more

Seite 3 von 514

Nancy Springer –
Enola Holmes –
Der Fall des verschwundenen Lords

Nancy Springer – Enola Holmes und der Fall des verschwundenen Lords

Enola Holmes steckt in einem Dilemma. Ihre Mutter ist spurlos verschwunden und hat ihr nichts außer zwei nervigen, deutlich älteren Brüdern und einem zerfledderten Heft in Geheimsprache hinterlassen.

Mit Mycroft und Sherlock ist nicht zu spaßen. Enola soll demnächst eine bessere Erziehung in einem Mädcheninternat genießen. Währenddessen machen sich beide Brüder auf die Suche nach der verschwundenen Mutter.

Von der fehlt jedoch jede Spur und es stellt sich heraus, dass ihre Flucht schon vor langer Zeit geplant war. Als Enola begreift, was es mit dem geheimnisvollen Buch ihrer Mutter auf sich hat, schmiedet sie einen Plan.

Ihre Flucht verschlägt sie nach London. Dieser Moloch will so gar nicht in Enolas Vorstellung dieser wunderschönen Stadt passen und gerät mitten hinein in einen Vermisstenfall.

Inspektor Lestrate ist ratlos auf der Suche nach einem kleinen vermissten Lord und Enola trägt, verkleidet als junge trauernde Witwe, gekonnt ihre Ermittlungsergebnisse bei.

Nichtsahnend für Enola wird aus dem Vermisstenfall eine Entführung und sie selbst steht ganz oben auf der Liste der Kidnapper.

Es kommt wie es kommen muss. Doch Enola, als eine Holmes, weiß sich gekonnt zu wehren.

Mit Nancy Springer erleben wir mit Enola Holmes einen spannenden Jugendkrimi, der sich geschickt dem letzten Jahrhundert Londons bedient. Ob Hüftschmeichler, Popolster oder elende Armenhäuser, Springer macht Geschichte dank Enola Holmes wieder lebendig.

Mit viel Witz und einer gehörigen Prise Abenteuer fliehen wir mit Enola Holmes quer durch London. Ihr Einfallsreichtum, ihren feinen Witz und ihren Mut macht Lust auf weitere Geschichten. Als jüngere Schwester des Meisterdetektives Sherlock Holmes und des mysteriösen Myroft Holmes gelingt es Enola spielend, dass man dieses schlaue junge Mädchen in sein Herz schließt.

Gekonnt gelesen von Luisa Wietzorek wird Enola Holmes lebendig. Mit viel Feingefühl und gutem Gespür bin ich gespannt auf die nächste Vertonung.

Vielen Dank an „der Hörverlag“ für das Rezensionsexemplar.

5 Fragen an Byron Weigand

Lieber Byron, vielen Dank für Deine Antworten!

1. In deinem Krimi hast Du Dich sehr auf ganz besonders Milieu beschränkt, was war dafür ausschlaggebend?

In „Hurensohn“ geht es genau darum, nämlich um den Sohn einer Frau, die sich prostituiert. Das meine ich nicht als Schimpfwort, sondern als faktische Tatsache. Anfangs scheint das Stigmata eindeutig, doch im Laufe der Geschichte wird der Blickwinkel aufgeweicht und die Zuordnung zur Person – und auch Wertung des Wortes – wird im Zwielicht der Handlung immer schwieriger.

Als ich das Buch geplant habe, stellte ich mir gebrochene Menschen vor, die alle ganz allein ihr Schicksal zu tragen hatten. Missbrauch war in vielen dieser Schicksale zu finden und dieser Missbrauch konnte ganz unterschiedlich aussehen. Sexueller Missbrauch, Drogenmissbrauch und eben auch Kindesmissbrauch. Mir wurde relativ schnell klar, dass diese Reizüberflutung nur dort spielen konnte, wo Missbrauch und käuflicher Sex zum Alltag gehören: dem Rotlicht-Milieu.

2. Deine Geschichte ist ja nichts für zarte Seelen. Realität oder ein guter Schuss Fiktion?

Ich möchte der Auflösung der Geschichte nicht vorweg nehmen, daher bleibe ich hier etwas schwammig: wer glaubt, dass sich nur ein sehr krankes Hirn eine solch abartige Geschichte ausdenken kann, der irrt. Das Leben des „Hurensohnes“ hat sich tatsächlich so abgespielt (und am Ende des Buches verrate ich seinen Namen …).

3. Die Polizisten in deinem Buch verbiegen ganz schön unsere Gesetz. Findest Du, dass unsere Gesetzgebung noch passend zu unserer heutigen Lebenssituation ist?

Das ist eine sehr schwierige Frage, die ich aus zwei Perspektiven beantworten möchte. Zum einen ist es so, dass uns die moderne Gesellschaft vor Schwierigkeiten bringt, die es noch vor etwa 20 Jahren nicht gab. Beispielsweise der Umgang mit Rockerclubs, Familienclans oder die Gefahr durch Terroristen. Die Behörden reagieren auf die neuen Herausforderungen langsam, sind durch Stellenabbau und medialen Druck beeinträchtigt. Die Stimmung in der Gesellschaft ist aufgeladen, der Mob lauert auf allen Seiten des politischen Spektrums. All diese Dinge greife ich in meinem Buch auf. Mein Protagonist Robert Bormann ist diesem Druck Tag für Tag ausgesetzt und scheitert daran. Er wird am Ende quasi zum Wolf, um den Wolf zu jagen. Als ich mir meinen männlichen Hauptcharakter vorgestellt habe, dachte ich an einen Cowboy aus der Zeit des wilden Westens. Ein Antiheld, der ständig betrunken ist und immer eine Hand am Revolver hat. Im Grunde ist er kein Gesetzeshüter, sondern ein Outlaw. Insofern habe ich mich aus der erzählerischen Perspektive um die Antwort gedrückt – allerdings war das auch gar nicht mein Thema.

Ich als Mensch allerdings (nicht als Autor) glaube, dass die Gesetzgebung schon noch unserer heutigen Lebenssituation angemessen ist – unsere Behörden müssten sie nur konsequent und selbstbewusst durchsetzen.

4. Ist unser Leben durch unsere Herkunft vorbestimmt? In Deiner Geschichte hat ja die Herkunft einen ganz dicken roten Faden.

Eine sehr philosophische Frage. Ich glaube, dass dies tatsächlich so ist und die Kunst im Leben daraus besteht, dieser Vorherbestimmung zu entfliehen. In der Realität scheitern wahrscheinlich 99% aller Menschen an dieser Aufgabe, aber ihre Lebensgeschichten sind dennoch interessant. Dieser Kampf ist der Motor einer jeden Geschichte, der darüber entscheidet, ob der Leser ein Buch bis zum Ende durchliest (bzw. überhaupt zu lesen beginnt). Je schlechter die Chancen stehen, um so interessanter wird die Geschichte. Obwohl meine Protagonistin Stella viele schlechte Eigenschaften hat, fiebert man doch mit ihr. Ihr Kampf um das eigene Schicksal und das ihres Sohnes macht die zur Sympathieträgerin.

5. Was ist Dein nächstes Projekt?

Wie man unschwer erkennen kann, habe ich eine Faszination für menschliche Abgründe und finstere Settings. Darüber hinaus orientiere ich mich gern an wahren Geschichten, die ich in einen authentischen und aktuellen Kontext setze. Mein kommendes Buch wird (soviel verrate ich an dieser Stelle) im Strafvollzug spielen – wir kommen also in den Knast. Doch auch hier, wo scheinbar die Rollen klar in „gut“ und „böse“ aufgeteilt sind, wird man am Ende niemandem mehr trauen können. Oh, und einen polarisierenden Titel wird auch wieder tragen. Doch mehr kann ich an dieser Stelle nicht verraten – denn Verräter sind im Knast nicht gut gelitten …

Ich bedanke mich nochmal ganz herzlich bei Byron Weigand und bin gespannt auf den nächsten Krimi!

Emanuel Koch
Die positive Kraft des Zweifelns

Emanuel Koch – Die positive Kraft des Zweifelns

Wer kennt nicht die Zweifel, die einen im Job und im Alltag manchmal begegnen und sich so schnell nicht abwimmeln lassen? Mit Emanuel Koch betrachten wir diese Zweifel allerdings nicht als unser Feindbild, sondern lernen, sie als positiven Anreiz zu sehen.

Wer in der heutigen Arbeitswelt nichts mehr in Frage stellt, kommt einem Computer oder einem Roboter gleich. Die besten und erfolgreichsten Ideen unserer Vergangenheit beruhen auf Zweifel und auf Widerstand.

Während wir uns schon im zarten Kindesalter mit allerlei Zweifeln auferlegen, fällt uns es mit zunehmendem Alter natürlich nicht leichter, die Zweifel in eine positive Kraft umzukehren.

Mit seinen zehn großen Zweifeln macht Emanuel Koch dem Leser schnell klar, wo das eigentliche Problem liegt und gibt auch Lösungsmöglichkeiten mit an die Hand.

Besonders beeindruckt, beziehungsweise habe ich mich selbst in dem Kapitel „Sicherheit geben, Unsicherheit zulassen“ wiedergefunden. Gekonnt den eigenen Zweifel überwinden und bestehende Zweifel in einem Projektteam gekonnt offen zu formulieren, war stets ein heikles Thema. Diese Art der Offenbarung sucht man vergebens in Marketing und in Businessführungsratgebern.

Mit Leichtigkeit gelingt es Emanuel Koch, sich selbst einmal etwas genauer zu betrachten. Fündig wird man leicht. Erschreckend einfach erkennt man sich in den alten vorgegebenen Handlungsmustern, die jetzt allerdings schonungslos offen auf dem Tisch liegen.

Dieser Ratgeber macht deutlich, dass man aus Zweifeln schlichtweg und ergreifend lernen kann. Wer sich selbst und andere hinterfragt, schafft neue Ansatzpunkte und regt die Kreativität an.

Diese „Unsicherheit als Erfolgsfaktor“ grenzt uns Menschen vor allem in der immer schneller wachsenden Entwicklung in Künstlicher Intelligenz und der Leistungsfähigkeit von Computern ab. Was wäre also ein Mensch ohne Zweifel? Es beruhigt mich ungemein, dass scheinbar in jedem Menschen ein Funken „Zweifel“ steckt.

Vielen Dank an Econ und an Emanuel Koch für das Rezensionsexemplar.

« Ältere Beiträge Neuere Beiträge »

© 2019 tinaliestvor

Theme von Anders NorénHoch ↑