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Kategorie: Bibliothek (Seite 2 von 327)

Sabine Wery von Limont –
Das geheime Leben der Seele

Die zentrale Frage, die man sich als Leser stellt: Wieso sind wir, wie wir sind? Und müssen wir so bleiben?

In den fünf zentralen Kapiteln befasst sich von Sabine Wery von Limont mit ihrem Sachbuch „Das geheime Leben der Seele“ mit dem limbischen System, dem Konsistenzprinzip, dem Krankheitsfall, der Psychosomatik und final mit dem Gleichgewicht.

Wer unter diesem Buch ein reines Fachbuch für Psychologen und Hirnforscher versteht, liegt falsch. Sabine Wery von Limont befasst sich mit der Seele des Menschen so, dass selbst Laien die zentralen Fragen und selbst medizinische Fachtexte umsetzten können.

Mit ausreichenden Beispielen von Ursache und Wirkung wird schnell klar, was uns Mensch eigentlich ausmacht, ob gänzlich erforscht oder nicht.

Mit feinem Humor und einem wirklich interessanten Schreibstil fällt es dem Leser leicht, sich ein eigenes und gutes Bild von seiner Seele, wie auch die von anderen zu machen und Sabine Wery von Limont versteht es ausgezeichnet, sich mit diesem nicht wirklich greifbaren Thema zu befassen.

Für mich ein gelungenes Sachbuch, was mich viel über die Seele und natürlich auch viel über mich selbst gelehrt hat.


Markus Orths –
Max

Mit Markus Orths gehen wir als Leser auf eine wunderbare Reise. Max Ernst, ein Künstler, der die Freiheit über alles in der Welt liebte und schon in der Kindheit gegen sein Elternhaus rebellierte, wächst und gedeiht 1920 in Paris. Als verarmter, zwischen Wahnsinn und Kunstsinn schwankender junger Künstler trifft er auf Gleichgesinnte.

Als der Krieg ausbricht und Hitler in Paris einmarschiert, ist Max schon auf der Flucht. Doch auch er wird von den Franzosen interniert, flieht mit mehr Glück als Verstand nach Portugal in sein finales Exil nach Amerika.

Während all dieser kunstschaffenden Jahre wird er begleitet von mutigen und großartigen Frauen, die Max erst zu dem großartigen Künstler machten, die er immer zu hoffen wagte.

Begleitet von seiner ersten Frau Lou, über eine dramatische Galapaul hinweg zu Marie-Berthe, die ihn so einiges lehrte. Mit Leonora findet er eine Gleichgesinnte und in Peggy findet er seine Rettung aus dem Exil, aber nur Dorothea hält ihn so lange am Leben.

Orths Einblick in Max Ernst so kompliziertes und künstlerisches Leben ist nicht einfach, begleitet von Flucht, Verfolgung und dem inneren Drang, Kunst zu erschaffen, gelingt es ihm aber exzellent, ein eigenes und offenes Bild von dem Menschen Max Ernst zu zeichnen.

Jan Böttcher –
Das Kaff

Micha Schürtz kehrt als Bauleiter eines bescheidenen Bauträgerprojektes in sein altes kleines Heimatdorf zurück. Als Untermieter zieht er bei seinem alten Schulfreund Greg in dessen Kleinstadthaus und bereut es sofort. Aus Langeweile treibt es ihn abends auf den örtlichen Fußballplatz und dort in die Arme seines ehemaligen Mitspielers, der ihn gleich als Jugendtrainer verpflichtet.

Misstrauen legt sich über das Dorf, das Bauprojekt gestaltet sich als schwierig und Micha selbst macht es seinem Gegenüber auch nicht gerade leicht. Sein Bruder gibt sich ihm als Dorfchronist überlegen und seine Schwester wirft ihm die lange Abwesenheit und die Ferne Berlins vor.

In der Vergangenheit hängen geblieben, trifft er auf Carla, die eine seiner geplanten Wohnungen bezieht und erstmals sieht er in Tobi, Carlas Sohn, die Lösung seines Problems. Dieser bringt ihn erst auf die Palme, dann auf die entscheidende Probe.

Jan Böttcher hat mit „Das Kaff“ einen verblüffenden Roman geschaffen, in dem man sich öfters wiederfindet als einem lieb ist.

Was rückständig, langweilig und öde als Kaff daher kommt, entpuppt sich als die Heimat und scheinbare Geborgenheit, die man vielleicht auch nach jahrelanger Suche nicht gefunden hat.

Eine Rückkehr zum eigenen Ich scheint in uns Menschen doch so tief verwurzelt zu sein, dass man sich nur schwer dagegen wehren kann.

Vielen Dank an den Aufbau-Verlag für das Rezensionsexemplar!

 

 

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