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Schlagwort: Türkei (Seite 1 von 4)

Peter Beck –
Die Spur des Geldes

Peter Beck – Die Spur des Geldes

Winter, begnadeter Whiskey- und Katzenfan wird beauftragt, die Bankunterlagen eines toten Deutschen zu überprüfen.

Sein Arbeitgeber, eine Schweizer Privatbank ist natürlich über die Anfrage des BKAs nicht erfreut. Als Winter anfängt, Nachforschungen über den Steuersünder anzustellen, fliegen ihm die Kugeln um die Ohren. Das der Tote nicht eines natürlichen Todes gestorben ist, liegt klar auf der Hand und als seine Geliebte von einem Scharfschützen niedergestreckt wird, ist die Jagd eröffnet.

Gemeinsam mit Annika, der besten Freundin der Geliebten macht sich Winter auf Spurensuche.

Seine Reise führt ihn über Deutschland, in die Türkei und von dort ins tiefste Russland. Dort macht er mehrfach Bekanntschaft mit einem widerlichen Mafiaboss. Dieser findet schnell Gefallen an Winter und setzt diesen ganz oben auf seine Abschlussliste.

Doch Winter lässt sich so schnell nicht hinters Licht und um die Ecke bringen. Mit begnadeter Hilfe der Computerspezialistin Leonie, seiner neuen Liebschaft Annika und dem deutschen Polizisten Frank gelingt es ihm, den perfiden Plan dieses größenwahnsinnigen Oligarchen aufzudecken.

Gekonnt knotet man nach und nach die losen Fäden zusammen und überlegt sich nach der letzten Seite, ob man sein Wasser jetzt aus dem Hahn oder doch lieber aus der Flasche trinken will.

Es war mir wieder ein riesiges Vergnügen, mit Tom Winter böse Menschen zu jagen. Mit großem Herz und einem offenen Ohr für den einfachen Mann, macht Tom Winter, der ehemaligen Schweizer Polizist, es einem leicht, ihn zu mögen.  N

Peter Beck gelingt es spielend mit seinem Tom Winter, James Bond wie einen kleinen dummen Schuljungen dastehen zu lassen. Sein Protagonist steht für Ehrlichkeit, Direktheit und Wertschätzung. Klischees sind hier Fehlanzeige! Ich werde wie immer die kleinen feinen Spitzen, den Kater Sheriff und die guten Sprüche vermissen.

Ich bedanke mich bei Peter Beck und dem Emons-Verlag sowie bei Lovelybooks für das Rezensionsexemplar, welches wieder einen Ehrenplatz in meiner Bibliothek erhalten wird.

Wolfgang Wirth –
…und ich will nicht gnädig sein!

Wolfgang Wirth - und ich will nicht gnädig sein

Wolfgang Wirth – und ich will nicht gnädig sein

Das Abitur ist geschafft und die lange geplante Reise per Rucksack durch die Türkei steht an. Nick trifft im tiefsten Hinterland auf die hübsche Ceren. Morgens wird er blutüberströmt von seinen Klassenkameraden mit der ermordeten Ceren aufgefunden. Der Prozess ist kurz und schmerzlos und die anschließende Haft in der Türkei der reinste Horror.

Kurz vor dem Aufgeben besinnt sich Nick und beschließt mit dem Amerikaner Joe und dem Rumänen Matteo auszubrechen. Die abenteuerliche und gefährliche Reise bis zu Nicks Ziel beginnt.

In seiner Heimat Mainz endlich angekommen, ist ihm allerdings schon Ceres älterer Bruder auf den Fersen, der Sühne und den Tod für seine Schwester fordert. Doch Nick ist zu sehr damit beschäftigt, die Mitglieder seiner alten Clique aufzutreiben und ihnen deren eigene Vergehen zur Last zu legen.

Jenny, selbst Mitglied dieser alten Clique und jetzt Polizistin kommt selbst ihren alten Schulkollegen auf die Schliche. Sie tritt somit in Konkurrenz zu Nick. Doch nach dem ersten Mord ist beiden klar, dass hier noch jemand anderes die Strippen zieht und schon alle Leichen im Keller zu kennen scheint. Dieser ist dabei weder auf Nicks Rache noch auf Jennys Gerechtigkeit aus ist und somit schweben beide ebenfalls in höchster Gefahr.

Wolfgang Wirth hat mit seinem Buch einen klassischen „Whodunit“ Thriller geschaffen. Nicks Unschuld wird vom Leser während der ganzen Geschichte in Frage gestellt. Wer ist der Feind und wer ist eigentlich der Freund, wer der eigentliche Killer? Alle Mitglieder dieser ehemaligen Clique haben durch den Mord an der jungen Ceren in ihrem weiteren Leben einen scheinbar ehrlichen Weg eingeschlagen. Dennoch prägt der jetzt vorhandene Reichtum, die Macht über andere Menschen und die eigene Gier heute deren Alltag. Man stellt sich als Leser die Frage, ob man nach so einer Erfahrung im Leben nur noch von Egoismus bestrebt ist und sich selbst immer mehr dem Wesen des wahren Killers anpasst. Hier muss ein Geheimnis nach dem anderen gelüftet werden und die Liste ist lang.

Die im Artikel hinterlegten Verlinkungen, bzw. die Rezensionen beziehen sich auf Produkte, die ich nicht selbst erstanden habe. Sie wurden mir von den Herstellern bzw. Verlagen oder Autoren zur Rezension kostenlos zur Verfügung gestellt! #Werbung, Rezension

Desweiteren bedanke ich mich für ein kleines Kurzinterview bei Wolfgang Wirth über „…und ich will nicht gnädig sein!“.

 

Ahmet Ümit –
Die Gärten von Istanbul

Kommissar Nevzat steht vor einem großen Rätsel. Sein Team findet an der Atatürk-Statue eine Leiche mit aufgeschlitzter Kehle. Nichts weißt weiter auf den Tatort hin bis man in der Hand des Toten, der pfeilartig vor dem Denkmal ausgebreitet daliegt, eine historische Münze auftaucht.

Zeynep, die junge Assistentin Nevzats und heimliche Freundin von Ali, Nevzats brummeligen und etwas ungestümen Kollegen beginnt mit ihrer Recherche über den Toten.

Erst als ein weiteres Opfer an einer weiteren historischen Städte samt antiker Münze auftaucht, scheint es vor Verdächtigen nur so zu wimmeln.

Beide Mordopfer waren unbeliebt, waren in dunkle Bau- und Immobilienmachenschaften verwickelt und hinterlassen nicht wirklich trauernde Familien.

Hilfe erhält Nevzat von der Exfrau des ersten Toten, einer Museumsdirektorin, die sich besonders gut mit der Historik und den Herrschern von Istanbul auskennt, aber für den Kommissar und besonders für Ali extrem verdächtig bleibt.

Die Morde gehen weiter und von den Tätern bleibt weiterhin keine Spur.

Nevzat selbst, der gerade schwer mit seiner eigenen Vergangenheit und seinen familiären Verlusten zu kämpfen hat, stolpert völlig blauäugig über die entscheidende Spur.

Die Gärten von Istanbul ist für mich kein klassischer Krimi. Die 728 Seiten der Geschichte sind mit detaillierten Beschreibungen des gegenwärtigen Istanbuls bepackt, sodass man für einen Besuch definitiv keinen Reiseführer mehr benötigt.

Auch die historischen Ausflüge in die diversen Herrscherzeiten, Numismatik und hier insbesondere in die Bauzeiten, Planungen und Zerstörungen des alten Istanbuls lassen bei Historik-Fans bei diesem Krimi die Herzen höher schlagen.

Teilweise geraten die Morde in den Hintergrund, sei es durch die detaillierten Beschreibungen der Denkmäler, Gärten und Menschen sowie den wirklich schwierigen Problemen aus der Vergangenheit Nevzats sowie dessen engstem Freundeskreis.

Für mich war der Ausflug nach Istanbul weniger spannend, was aber durch die historischen Einlagen und die Bemühungen des Autors, Verständnis für eines solch durch Krisen und Machtwechsel überforderte kleine Stück Land zu erwecken, wieder in ein ganz anderes Licht gerückt wurde.

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