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Schlagwort: Polizei (Seite 1 von 13)

Petra Johann –
Die Entführung

Petra Johann – Die Entführung

Leni Festing und Ronja Aurich sind die besten Freundinnen. Auch diesen Sommer verbringen sie gemeinsam ihre Schulferien am Chiemsee.

Es ist der Sommer, den Leni nie vergessen wird. Die Beiden werden auf der Fahrt zum Ferienhaus entführt. Drei Millionen Mark Lösegeld fordert der Entführer.

Die Polizei schleust sich in die Villa von Karl Festing, der es nicht gewohnt ist zu verlieren. Er weigert sich, die Lösegeldforderung anzunehmen und verhandelt. Panik bricht aus. Das Ermittlerteam hat alle Hände voll zu tun, die verzwickten Familienverhältnisse auf beiden Seiten zu verstehen und Festings engste Vertraute zu durchleuchten.

Während Leni ihren Tod kommen sieht, rebelliert Ronja in ihrem Verließ. Die Stimme des Entführers kommt ihr bekannt vor. Aber wie kann das sein? Bei ihren Eltern ist nichts zu holen, währenddessen Lenis Vater im Geld schwimmt.

Die Lösegeldübergabe der Entführung entpuppt sich als Farce. Ronjas Eltern werden darin verwickelt und vom Geld selbst fehlt jede Spur. Während Leni heil bei ihrem Vater ankommt, fehlt von Ronja jede Spur. Als die Mädchen ausgetauscht werden sollen, fallen Schüsse.

Jahre später trifft Leni auf einen der Entführer. Ihr wird klar, dass alle Menschen um sie herum sich in eine Wand des Schweigens hüllten. Doch Leni, erwachsen und von Wut gepackt, begibt sich auf Spurensuche. Ihre eigene Vergangenheit hat jedoch an ihr selbst Spuren hinterlassen und sie steht erneut an einem Scheideweg.

Mit Petra Johann begibt man sich auf Spurensuche in der Vergangenheit. Macht, Gier und Reichtum macht Menschen zu unkontrollierbaren Wesen.

Während Leni in ihrem Leben sich so sehr nach Liebe und Geborgenheit sehnt, lebt Ronja genau in dieser Welt, die allerdings von Geldsorgen und dunklen Familiengeheimnissen beschattet wird.

So unterschiedlich die beiden Mädchen sind, so nahe sind sie sich.

Ein gewagtes Verwirrspiel plagt die Ermittler, die selbst nach Jahren den Fall der vermissten Ronja nicht lösen konnten. Erst als es Leni wagt, gegen ihre eigene Familie aufzubegehren, tauchen neue Spuren auf.

Johann macht dem Leser klar, dass hier wirklich nichts ist, wie es scheint. Gekonnt zieht sie ihre Leser in den Bann von Reichtum, Macht und in eine Welt aus Drogen, aus der es nur selten gelingt, auszubrechen.

Vielen Dank an blanvalet und an Jellybooks für das Rezensionsexemplar!

Benedikt Gollhardt –
Westwall

Benedikt Gollhardt – Westwall

Julia Gerloff ist anders. Aufgewachsen in einer ländlichen Kommune strebt sie einen anderen Lebenswandel als ihr Vater, Lupo, ein Althippie an.

Als Überläufern will sie bei der Polizei Karriere machen und ist eine begeisterte Schülerin. In der S-Bahn lernt sie Nick kennen, der sie gekonnt um seinen Finger wickelt.

Julia kann es kaum fassen, dass sie endlich in einem normalen Leben ohne Bauwagen, Selbstversorgung und Lagerfeuer angekommen ist. Doch das anerzogene Misstrauen lässt sie stutzen. Sie lässt ihre Beziehungen spielen und überprüft Nick.

Nick, der sich ebenfalls als Aussteiger betrachtet, hat es gewagt, bei Julia einen Schritt zu weit zu gehen.

Mit der Wahrheit im Gepäck löst er eine ungeahnte Lawine aus, der erst im dunklen schwelt und dann gewaltig hervorbricht.

Ausbilder Roosen sorgt sich um Julia. Als diese sich ihm anvertraut, steht der nächste Anschlag bereits bevor.

Ab sofort explodiert die Welt um Julia. Als ihr Vater brutal von einem Jugendlichen ermordet wird, bricht die dunkle ungeahnte Wahrheit aus der Vergangenheit ans Licht.

Für die junge Frau ist nichts mehr so, wie es mal war. Wer ist noch Freund? Wer ist Feind?

Nick, der sich ebenfalls aus den Fängen des Verfassungsschutzes befreit und wiedererwarten seines dortigen Betreuers nun ganz eigene Ziele verfolgt, zieht sich das Netz immer enger zusammen.

Fein webt Benedikt Gollhardt in Westwall die Maschen zusammen. Aus Polizei, Verfassungsschutz und Terroristen wird ein Bündel von Menschen, die der Leser erst sortieren muss.

Wie auch schon Julia fragt sich der Leser ständig, wer ist der Gute und wer der Böse.

Die Szenerie, finster im alten Bunkerviertel rund um den Westwall gelegen, umgibt sich mit alten Nazis, Ewiggestrigen und zu neuem Leben erwachten Terroristinnen.

Zu spät begreift Julia, wer hier den Takt vorgibt und die entscheidenden Fäden in diesem Netz zieht.

Ein Thriller, der aktueller und brisanter nicht sein könnte!

Vielen Dank an Benedikt Gollhardt und an den Penguin-Verlag für das Rezensionsexemplar. Jetzt ist der Westwall definitiv mal ein Wochenendtrip wert.

Byron Weigand –
Hurensohn

Byron Weigand – Hurensohn

Bormanns Leben ist eigentlich schon vorbei, als es gerade begonnen hat. In äußert schlechten Verhältnissen aufgewachsen schafft er es dennoch zur Polizei und macht Karriere. Doch sein letzter Fall vernichtet ihn.

Einzig der Alkohol hält ihn am Leben und lässt ihn die dunklen Stunden während seinen Ermittlungen gegen einen Kinderpornoring vergessen.

Als er während seiner Arbeit einen Schritt zu weit geht, kann sein Kollege endlich einschreiten und seinen lang gehegten Plan in die Tat umsetzten. Bormann muss weg, komme was wolle und dessen letzter Einsatz und Ausraster kam ihm gerade recht.

Frisch suspendiert läuft er Stella in die Arme. Die junge rumänische Prostituierte sucht ihr vermisstes Kind und legt somit Bormann ihren Finger in die frische Wunde.

Benni ist schon seit Tagen verschwunden. Die Polizei legt diesen Fall zu den Akten. Kinder von Prostituierten und Drogensüchtigen stehen nicht gerade ganz oben auf der To-Do Liste.

Doch Stellas Trauer trifft Bormann unerwartet hart.

So beschließt er erst mal die Finger vom Alkohol zu lassen.

Er merkt zu spät, das hier einfach zu viele dubiose Gestalten die Finger mit im Spiel haben und trifft mehr als einmal auf alte Bekannte, die ihm das Leben erneut zur Hölle machen.

Mit Byron Weigand begibt man sich in die Welt der Drogen und der Prostitution. Einmal in dieser Hölle gelandet, scheint der Ausweg nur schwer. Für viele endet ihr Leben in der Drogensucht und der Lebensweg scheint schon als Kind vorgezeichnet.

Frauen sind hier nichts wert und werden als bessere Ware betrachtet. Kriminalität, Gewalt und Tod umgehen die Ermittler der Polizei und das Leben auf der Straße vom einem bis zum nächsten Schuss scheint unüberbrückbar.

Byron Weigands Ruhrpott Krimi ist nichts für zarte Gemüter. Hier geht es ums nackte Überleben und um den nächsten Schub. Die Gier der Sucht ist unüberwindbar.

Vielen Dank bei Byron Weigand für diesen ehrlichen und erschütternden Ruhrpottkrimi.

Im Anschluss an meine Rezension stand mir Byron Weigand noch für ein kleines Interview zur Verfügung.

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