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Schlagwort: Polizei (Seite 1 von 10)

Christi Daugherty –
Echo Killer

Oh, Harper! Mit Christi Daugherty begeben wir uns in das schwüle und mit Spanish Moose bewachsene Savannah, Georgia.

Christi Daugherty – Echo Killer

Harper, die junge Kriminaljournalistin der Lokalzeitung hat es in der Nachtschicht des Polizeiressorts gewöhnlich mit Straßenkriminalität, Autounfällen und gelegentlich einem Ehestreit zu tun. Doch als sie an den Tatort in einer etwas besseren Wohngegend gerufen wird und ihr es tatsächlich gelingt durch das Küchenfenster einen Blick auf den Tatort zu werfen, steht für Harper die Welt plötzlich still.

Die Szenerie ist bis aufs Letzte Detail mit dem schon langezurückliegenden Mord an ihrer Mutter identisch. Für Harper steht fest, dass sie dieses Mal den Killer schnappen wird. Doch ihre Ermittlungen führen nur dazu, dass sie verfolgt wird und in ihrem jetzigen Zustand bei ihren Freunden und Bekannten eine Grenze überschreitet.

Christi Daugherty hat es geschafft, sich in Savannah wiederheimisch zu fühlen. Man fährt mit Harper und ihrem Camaro durch die Straßen und hält nach einem Killer Ausschau, der sich in ihrem direkten Umfeld scheinbar bestens auskennt.

Besonders gelungen finde ich die Wahl des Opfers. Selten war einem eine brutal ermordete Leiche bis zur letzten Seite so unsympathisch, dass man als Leser sogar etwas Mitleid mit dem Killer entwickelt.

Harpers Art und Weise, ihre Gier nach dem Killer zu stillen beweist einmal mehr, dass sie den Mord an ihrer Mutter auch jetzt noch nicht überwunden hat. Diese Narben liegen so tief, dass es ihr nur schwer gelingt, diejenigen Menschen, die sie lieben, an sich heran zu lassen.

Mit einem Auf und Ab der Gefühle gehen wir auf eine Südstaatenkillerjagd mit einem überraschenden Ende. Festzustellen bleibt, dassmit Harpers eigener Vergangenheit noch ausreichend Stoff für weitere Ermittlungen vorhanden ist und ich mich freuen würde, erneut diese junge unnachgiebige Journalistin auf eine weitere Killerjagd begleiten zu dürfen.

Vielen Dank an rororo und an vorablesen für diesen Thriller, der mich wieder an die schönen Stunden meines letzten Südstaatenurlaubes erinnert.

Lutz Wilhelm Kellerhoff –
Die Tote im Wannsee

Lutz Wilhelm Kellerhoff – Die Tote im Wannsee

Berlin im Jahr 1968. Es geht drunter und drüber. Nach dem Tod von Benno Ohnesorg herrscht Chaos in der Stadt und die Polizei ist machtlos.

Als eine junge Frau mit mehrfachen Stichwunden am Wannseeufer angeschwemmt wird, tritt Kommissar Heller auf den Plan. Gemeinsam mit seinem verhassten Kollegen Doll soll er dem Mord so schnell es geht und natürlich ohne großes Aufsehen aufklären.

Die Spur führt Heller anfangs in die radikale Studentenszene und danach direkt zum Ehemann der Toten.

Dieser spielt Katz und Maus mit mehreren Parteien und endet erhängt in Untersuchungshaft.

Der Abschiedsbrief und das Verhalten seines Kollegen Doll lässt Heller erneut zweifeln. Ihm wird schnell klar, dass er als Untergebener seiner Chefs und als Opfer mehrerer Gegenparteien zum perfekten Spielball der herrschenden Stimmung geworden ist.

Doch Heller lässt sich nicht abschrecken. Dubiose Beförderungsangebote, Mordanschläge, dunkle Familiengeheimnisse und Liebesgeständnisse bringen nur noch mehr dazu, den Fall zu lösen.

Das Autorentrio Lutz, Wilhelm und Kellerhoff lassen Kommissar Heller noch nicht mal seinen Kharman Ghia. Sein komplettes Leben wird im wahrsten Sinne des Wortes in Schutt und Asche gelegt. Die dunkle Kriegsvergangenheit des Vaters und der scheinbare Unfalltod seiner Mutter lastet schwer auf seinen Schultern. Bestechliche Kollegen kann er noch weniger ertragen wie die Lügen seiner Verhörgegner.

In Kommissar Heller findet man alles, was die Menschen damals bewegt hat. Die Hoffnung auf ein friedliches Leben, ein Ausweg aus dem politischen Machtspiel durch die Studentenrevolte und der großen Sehnsucht nach Liebe und einer Familie, um die es sich zu kämpfen lohnt!

Mit „Die Tote im Wannsee“ ist es dem Autorentrio ausgezeichnet gelungen, für die Jahrgänge danach einen Blick in die Vergangenheit zu werfen. Der Zwiespalt der damaligen Generation zwischen Ost und West hat bis heute noch kein Ende gefunden.

Vielen Dank an Literaturtest für das Rezensionsexemplar!

Die im Artikel hinterlegten Verlinkungen und Rezensionen beziehen sich auf Produkte, die ich nicht selbst erstanden habe. Sie wurden mir von den Herstellern, Verlagen oder Autoren zur Rezension kostenlos zur Verfügung gestellt! #Werbung, Rezension

 

Cilla & Rolf Börjlind –
Springflut

Cilla & Rolf Börjlind - Die Springflut

Cilla & Rolf Börjlind – Die Springflut

Die junge Polizeischülerin Olivia erhält den als Seminararbeit  einer der ungelösten Fälle ihres verstorbenen Vaters als Seminararbeit.

Verbissen macht sie sich auf in den Norden um die Mordszenerie vor Ort in sich aufzunehmen und kommt zu dem Schluss, dass sie für diesen ungeklärten Fall einen anderen Blickwinkel benötigt.

Sie macht sich auf die Suche nach dem damaligen Kollegen ihres Vaters und muss feststellen, dass dieser schon lange aus dem Polizeidienst ausgestiegen ist.

Gleichzeitig macht ein Trupp Jugendliche Jagd auf Obdachlose und postet ihre brutalen Schlägervideos im Netz. Doch bei Vera, der Freundin von Tom Stilton gehen sie einen Schritt zu weit. Sie stirbt an ihren Verletzungen in ihrem Wohnwagen.

Während Olivia immer tiefer in den Fall einsteigt und selbst die Konsequenzen erlebt, ist sie dankbar, als sie Tom Stilton als einer der Obdachlosen erkennt und nunmehr zum Unmut dessen, nicht mehr von seiner Seite weicht.

Als Tom erfährt, wie weitreichend Olivias eigene Ermittlungen gehen, muss er über seinen eigenen Schatten springen und alte Kontakte aktivieren.

Cilla & Rolf Börjlind bringen in „Die Springflut“ Olivia dazu, sich ihrer selbst bewusst zu werden. Ihre Ermittlungen führen die junge Polizeischülerin zu einem exklusiven Callgirl-Ring. Wie der Zufall es so will, treffen sich am anderen Ende der Welt zwei Menschen. Der alte Fall von Olivia wird über Meilen hinweg gefährlich ins Rollen gebracht. Dabei wird eine gewaltige Lawine an Intrigen, dunklen Machenschaften, Mordgeständnissen und Verwicklungen bis in die höchsten Polizeikreise zutage getragen, die es Olivia und ihren neuen Freunden nicht einfach machen.

Starke Charaktere prägen diesen Krimi. Gegensätze scheinen unerlässlich und am bitteren Ende darf dennoch jeder genau der Mensch sein, der er zu sein vermag.

Mit Springflut gelingt dem Krimi-Duo ein gelungener Auftakt einer spannenden neuen Reihe! Den zweiten Teil „Die dritte Stimme“ habe ich bereits vor einiger Zeit gelesen. Es war mir ein spannendes Vergnügen, etwas mehr über diese außergewöhnlichen Charaktere zu erfahren.


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