Michel Bergmann –
Der Rabbi und der Kommissar –
Du sollst nicht morden

Henry Silberbaum ist kein gewöhnlicher Rabbi. Er ist jung, belesen und stets up-to.date. Seine on-off Beziehung zu seiner New Yorker Freundin hält ihn auf dem Boden der Tatsachen, wenn er sich mal wieder in etwas verrennt.

Doch dieses Mal kann sie ihm nicht helfen.

Als die hochangesehene Frau Axelrath verstirbt, wird er stutzig. Die rüstige und sehr vermögende Dame wollte der jüdischen Gemeinde in Frankfurt eine Bibliothek im Wert von einer Million spenden, aber jetzt plant Rabbi Silberbaum ihre Beerdigung.

Dank zahlreicher gelesener Krimis betrachtet er das Schlafzimmer der alten Dame selbstverständlich als Tatort und vermutet keinen normalen Tod. Er gerät dadurch zwischen die Fronten der Vermögensverwalterin der Toten und ihrem Nochehemann, der sich bezüglich des Erbes schon die Hände reibt.

Henry muss beweisen, dass hier irgendetwas nicht mit rechten Dingen zugegangen ist und überzeugt seinen neuen besten Freund, Kommissar Berking ihm zu helfen. Doch Kommissar Berking ist eine harte Nuss und Henry muss all seinen Charme spielen lassen.

Rabbi Henrys Ermittlungen bleiben natürlich nicht unbemerkt und die jüdische Szene in Frankfurt inklusive dem Altenheim stehen Kopf. Seinem Chef Friedländer kommt das gerade recht, sucht er schon seit Wochen nach einem Grund für eine Abmahnung.

Friedländer hat jedoch seine Rechnung so ganz und gar ohne Rabbi Henry gemacht. Der junge Rabbi ist für seine etwas unkonventionelle Art und Weise beliebt bei Alt und Jung. Zahlreiche Freunde samt seiner bissigen Vorzimmerdame unterstützen ihn bei der Aufklärung.

Selbst Kommissar Berking erliegt nach und nach Henrys Thora-Sprüchen und kommt nicht umhin, sich vor dem begnadeten Menschenkenner zu verbeugen.

Fazit

Michel Bergmann hat mit Rabbi Henry Silberbaum eine witzige und kluge Ermittlerfigur erschaffen, die man einfach mögen muss. Entwaffnend erklärt er sämtliche schwierige politische und historische Themen und trägt damit zu Offenheit und Verständnis für diese Religion bei. Knifflige Ereignisse und spitzfindige Redewendungen sind ganz sein Ding.

Ich kann mich Wladimir Kaminer nur anschließen: Ich bin ebenfalls begeistert!

Herzlichen Dank an Michel Bergmann und an den Heyne-Verlag für das Rezensionsexemplar.



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