Martha Grimes
–Wenn die Mausefalle schließt
– Der Zug fährt ab

Zwei Romane in einem Band

Wer Martha Grimes kennt, der freut sich stets auf gut gesponnene Kriminalromane mit Inspektor Jury und weiteren liebgewonnenen Protagonisten.

Doch hier weicht Martha Grimes von ihren Prinzipien ab.

Edith, eine alleinstehende Frau mittleren Alters ist in der Zeit nach dem Tod ihrer Mutter hängen geblieben. Sie sehnt sich nach Freundschaft, Liebe und Geborgenheit.

Stets ihrem Mittwochsritual folgend genießt Sie Kaffee und Kuchen in Mrs. Dawson´s Tea Room. Dort trifft sie durch Zufall auf einen berühmten Schauspieler.

Archie Marchbanks ist gelangweilt von seinem Leben. Die Rollen entsprechen nicht seinen Vorstellungen und mit den Regisseuren gibt es ständig gezänk. Da kommt ihm eine Abwechslung in Form von Edith gerade recht.

Beide schließen Freundschaft. Wobei Archie das selbstverständlich anders bezeichnen würde. Edith hingegen genießt anfänglich die Treffen und fiebert den kommenden Mittwochnachmittagen sehnlichst entgegen.

Als sie ihre Freundschaft etwas genauer betrachtet, ist sie sich jedoch selbst nicht mehr im Klaren, was hier so genau gespielt wird.

Im zweiten Roman führt uns Martha Grimes durch die Kulinarik Londons und in eine etwas seltsame Beziehung ebenfalls unter Freunden.

Der hochgelobte Reiseschriftsteller und die alleinstehende Dame ziehen ihre Spur durch die Restaurantwelt Londons. Während sie stets sich nach der Ferne sehnt und auf abenteuerliche Erzählungen ihres Gegenübers wartet, ist dieser das Reisen leid und findet einzig Worte über das Essen. Auch hier führt einer den anderen irgendwie hinters Licht.

Fazit

Martha Grimes hinterlässt zerplatzte Träume. Ob Sehnsucht nach Freundschaft und Geborgenheit oder einfach der Hoffnung, dem eigenen langweiligen Leben zu entkommen. Beide Frauen stecken fest und lassen sich von heuchlerischen und dominierenden Männern als Freunde das Leben erst recht schwer machen. Doch auch nach dem Ende der Freundschaft geht das Leben weiter.

Zwei Romane die so gar nicht in die sonstige schriftstellerischen Genre von Martha Grimes passen, jedoch mit viel Feinsinn das Leben von zwei einsamen Frauen ablichten.

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