Ich habe selten mit einem Buch so gekämpft. Elyria, mit soviel Selbstzweifel im Gepäck flieht vor ihrem Ehemann, vor ihrer Mutter und vor der Welt mit einem einfachen Visum nach Neuseeland.

Catherine Lacey – Niemand verschwindet einfach so

Dort angekommen begibt sie sich auf eine Reise. Ihr ureigenes Ziel, ihre Selbstfindung, wirft sie mehr als einmal über Bord.

Sie trampt mit abenteuerlichen Typen quer über die Insel und übernachtet in Scheunen, Hütten und auch mal im Freien. Stets begleitet wird sie von ihrer trostlosen Vergangenheit.

Mit Gelegenheitsjobs hält sie sich über Wasser, schließt Bekanntschaften, bleibt aber allen Menschen wie auch dem Leser unnahbar.

Gefangen in ihrer Vergangenheit, ihrem Selbstfindungsprozess und einer bitterlichen Wahrheit reisen wir als Leser mit Elyria und möchten diese junge Frau einfach nur noch wachrütteln.

Mit Catherine Lacey habe ich es mir nicht leicht gemacht. Diese preisgekrönte Geschichte empfand ich als anstrengend und die Aufopferung meinerseits, diese Geschichte zu Ende zu lesen, ist meine Art, Elyria einen gehörigen Schub in die richtige Richtung zu geben.

Einzig mit ihrer besonderen Art, die Geschichte Elyrias zu erzählen, lies mich diese Lesereise zu Ende führen. Sätze wie, „ Meine Entscheidungen waren arme Schlucker…“, hielten mich bei dieser Leidensgeschichte über Wasser.

Ich bedanke mich beim Aufbau-Verlag für diese ganz eigene Reise durch Neuseeland.