Akiva Weingarten – Ultraorthodox – Mein Weg

Akiva wird als erster Sohn in die ultraorthodoxe Familie Weingarten hineingeboren. Sein Vater übt natürlich keinen Beruf aus, sondern studiert tag täglich die Thora. Seine Mutter sorgt während dessen nicht nur für den Haushalt, sondern erzieht neben den zehn eigenen Kindern auch die zahlreichen Tagespflegekinder.

Akiva wächst sehr behütet auf. Die Thora gibt die Regeln vor und daran gibt es nichts zu beanstanden oder gar zu hinterfragen.

Sein Lebensweg ist ihm bereits vorgegeben. Ehen werden arrangiert und selten steckt Liebe dahinter, sondern eher die Kunst, ein passendes „Gegenstück“ zu finden. Eine Ausbildung, gute Schulleistung oder sonstige Fähigkeiten braucht die Braut nicht wirklich zu besitzen.

Akiva Weingarten steckt vollständig fest im Judentum. Seine Glaubensgemeinschaft der Satmarer-Chassidim gehört zu den Ultra Orthodoxen.

Es ist verständlich, dass die Welt „dadraußen“ für die Kinder verlockend ist. Doch diese Glaubensgemeinschaft versteht es geschickt, den Abenteuerdrang ihrer Kinder und Jugendlichen auf ein minimales Maß zu reduzieren.

Akiva Weingarten muss sich davon befreien. Seine Ehe läuft miserabel, da kann auch kein Rabbi mehr helfen. Von seinen drei Kindern nimmt er Abstand und flieht nach Berlin. Doch es ist keine Flucht vor seiner Familie und seinen Lieben, es ist eine Flucht aus der Religion. Er kann und muss sich von dieser endlich befreien und sich selbst verwirklichen.

Fazit

Beeindruckend schildert Akiva Weingarten von seinem Weg. Was Glaube eigentlich bedeutet und wie es sein kann, strickt danach zu leben, hinterlässt einen Beigeschmack und macht dem Leser schnell klar, dass es manchmal auch zu viel des „Guten“ sein kann.

Den Grundsätzen der Thora und des jüdischen Glaubens hingegen will Akiva Weingarten gar nicht entkommen, sondern nur für sich selbst neu entdecken.

Mit seinem Buch schreibt er ganz offen über die Missstände seiner Kindheit und dem harten Kampf in ein neues, nicht vorgeschriebenes und offenes Leben.

Herzlichen Dank an Akiva Weingarten und an das Gütersloher Verlagshaus sowie an Literaturtest für das Rezensionsexemplar. Es bot mir einen Blick „hinter“ die Kulissen einer solch mächtigen und traditionsreichen Weltreligion.

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