Tom Hillenbrand –
Montecrypto

Ed Dante kennt sich aus. Mit Bilanzen und der Suche nach verschwundenem Geld verdient er als Privatdetektiv mit Schwerpunkt Finanzen sein Geld. Von London nach L. A. hat ihn die Bankenpleite und seine wilden Spekulationen an der Börse getrieben.  

Sein neuer Auftrag ist selbst für den sarkastischen Engländer ein wenig „too much“. Der Cosplay-Star Martel beauftragt ihn mit der Suche nach ihrem versteckten Erbe. Ihr Stiefbruder Gregory Hollister, steinreich durch Kryptowährung hat selbstverständlich nicht all seine Vermögenswerte jährlich bei den Finanzbehörden gemeldet.

Als Dante sich in dessen Mancave aufmacht wird ihm klar, dass Hollister sich als paranoider Neurotiker mit konfuser Sammelleidenschaft entpuppt. Neben dem scheinbar original Delorian und  einer ausgewählten Plattensammlung ganz nach dem Geschmack Dantes befinden sich zahlreiche Vitrinen mit Münzen vor Ort. Im Büro des Bitcoin-Meisters findet er Laptop, Passwort und einen Haufen uralte Dias mit seltsamen Beschriftungen.

Als er das Gebäude verlässt wird er observiert. Die junge Frau stellt sich als Bloggerin mit eigenem Finanzjournal ganz in der Bitcoin-Welt heraus.

Da Dante sich zwar blendend im Finanzmarkt auskennt, sind ihm Kryptowährungen jeglicher Art ein Graus. Er braucht also Hilfe und Mercy, nicht uneigennützig, steht parat.

Nichtahnend lösen die beiden eine Schnitzeljagd nach dem versteckten Milliarden von Montecrypto aus. Bei Youtube geht ein Video des heiligen Montecrypto viral. Wie von den Toten auferstanden brilliert Hollister als One-Man-Show und stachelt den Hype weiter an. In Las Vegas tritt Dante per Zufall in der Wüste auf den ersten Hinweis und gilt fortan in der weltweiten Krypto-Szene als Quatermain der ersten Stunde.

Die Uhr tickt. Es geht um viel Geld und die Börse sowie der gesamte Finanzmarkt geraten ins Wanken. Das ruft selbstverständlich diverse Behörden mit drei Buchstaben aufs Spielbrett. Die Schatzsuche führt Dante nach Zug. In der Schweiz macht er eine mysteriöse Entdeckung und löst erneut mit der Hilfe der Dias einen weiteren Videoupload des Verstorbenen aus…

Tom Hillenbrand ist definitiv ein Garant für Spannung. Mit ihm hetzt man schier atemlos quer durch die Weltgeschichte. Vor dem Einstieg in diesen Thriller war mir zwar dieser Bitcoin-Hype und Kryptowährungen geläufig. Dante und Mercy machen jedoch mit ihrer Schatzsuche klar, dass wir in unserer Finanzwelt noch lange nicht am Ende der Fahnenstange angekommen sind. Egal ob Stablecoins, Turtlecoins oder aufkommende Bezahlapps – die Zukunft unseres Geldes geht wie alles andere auch digital.

Geld regiert die Welt und Menschen wie Gregory Hollister lassen den Leser mehr als einmal einen Blick in Richtung Geldbeutel und den darin enthaltenen Fiat-Scheinen blicken.

An diesem Thriller haben Volkswirte wahre Freunde. Ich bin als Cocktaillover jetzt dank Dantes Salatbar ein wenig in Zugzwang geraten und ja, auch die alten CDs der Beastie Boys werden heute Abend noch aus dem verstaubten Regal geholt.

Vielen Dank an Tom Hillenbrand und an den Kiwi-Verlag. Es war mir ein geniales Lesevergnügen.

Sehr zu empfehlen ist auch die Krimi Reihe mit Xavier Kieffer von Tom Hillenbrand. Mehr dazu hier.

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