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5 Fragen an J. Knecht

1. Gedichte, ist das in der heutigen Zeit von Instagram und Snapchat noch zeitgemäß?

Ich bin der Meinung, dass heute generell zu viel geschrieben wird. Ob Facebook, Instagram, oder andere Medien – heute darf jeder schreiben und sofort seine Gedanken veröffentlichen. Wir haben ein großes Bedürfnis uns, auf diese Weise, mitzuteilen, vielleicht, weil in realem Leben keiner hört uns wirklich zu. Die Gedichte wirken in dieser Welt ziemlich rustikal, aber manchmal brauchen wir etwas rustikales, um zu uns selbst zu finden.

2. Was war Ihr „Auslöser“, sich ausgerechnet für das Genre „Lyrik bzw. Gedichte“ zu entscheiden?

Gedichte in ihrer Kurzform, geben mir die Möglichkeit Themen, die für mich von Bedeutung sind, auf dieser Weise, ziemlich schnell zu verarbeiten, anzuhalten, anzusprechen. Ich möchte manchen Ereignissen ihre Wichtigkeit bescheinigen und die für mich selbst, unvergesslich machen. Kurz und schnell, wie das Leben selbst. Das Leben ist manchmal zwar ein Roman, aber solchen zu schreiben bedarf mehr Zeit, als ich im Moment habe.

3. Wie reagiert ihr persönliches Umfeld, wenn diese sich in Ihren Gedichten selbst erkennen?

Es klingt vielleicht unglaubwürdig, aber eigentlich weiss kaum jemand, dass ich schreibe. In dieser Hinsicht bin ich mehr, wie ein anonymer User, der sein Profil nicht ganz offenbaren will.

4. Selbstreflexion scheint ja heute kein Thema mehr zu sein. Das komplette Leben findet in der Öffentlichkeit statt, sollte man sich wieder mehr zu sich selbst als Mensch besinnen?

Es herrscht fast gerade eine Art Exhibitionismus – alles will gezeigt werden, alles will öffentlich erlebt werden. Es gibt immer weniger Tabus, dafür immer mehr Toleranz. Wir würden uns vieles vorwerfen lassen, aber intolerant will keiner mehr sein.
Dazu verhalten uns oft so, als ob wir unsterblich wären. Selbstreflexion fängt oft dann an, wenn uns klar wird, dass unsere Zeit begrenzt ist und wir uns mit der Selbstfindung besser beeilen sollen.

5. Gibt es noch weitere Projekte von Ihnen?

Ich werde vermutlich weiter schreiben. Es ist meine Art zu mir selbst zu finden, inne zu halten, mich zu erfreuen, begeistern,
empören und manchmal gar nicht so sein, wie ich es bin, sondern so, wie ich es gerne wäre. Und nicht hätte.

Ich bedanke mich herzlich bei J. Knecht für das kleine feine Interview!

5 Fragen an Corinna Möhrke

Wie kommt man auf die Idee, ein solches Thema in einem Kinderbuchformat zu verfassen?
Das Thema hat sich mir im kontinuierlichen Umgang mit Kindern immer wieder angeboten, manchmal geradezu aufgedrängt, so dass ich den häufigen, manchmal panischen Fragen und den Ängsten der Kinder wie z.B.: „Was ist eigentlich, wenn

  • die mich ärgern?“
  • die anderen über mich lachen?“
  • ich das nicht schaffe?“
  • usw.

etwas entgegen setzten wollte. So ist die Idee aus dem Leben geboren und ich habe sie nur noch aufgeschrieben.

Ich „leide“ manchmal an Kopfkino der anderen Art, d. h. ich denke einfach zu viel nach. Aber jetzt kenne ich ja eine Möglichkeit, auch diesem vielleicht ein wenig entgegen zu treten. Nutzen Sie selbst auch eine Art von Kopfkino?

Ja, immer und immer wieder. Es ist Trainingssache und letztlich auch eine Lebensaufgabe, mit den Ängsten und Sorgen, die einem das Leben so bietet, vernünftig umzugehen.

„Kindermund tut Wahrheit kund“, wer kennt diesen Spruch nicht? Warum sind Kinder so schmerzhaft ehrlich?

Weil die Erziehung noch nicht lange genug gewirkt hat bwz. wirken konnte, um sie „eingenordet“ zu haben.

Sie bieten in Ihrem Beruf auch pädagogische Unterstützung durch Tiertherapien an. Wie sind Sie da auf den „Hund gekommen“?

Meine Eltern züchten seit über 65 Jahren Foxterrier, so dass die Hunde schon vor mir in der Familie waren und ich im wahrsten Sinne des Wortes „zum Hund“ gekommen bin. Die Vorzüge und Vorteile des Umganges mit Hunden habe ich am eigenen Leben erlebt und wollte dieses Kindern vermitteln, die diesen Vorteile eben gerade nicht und besonders nötig haben.

Die Arbeit mit Menschen setzt eine Menge an Neugierde und Empathie voraus und dennoch leidet unsere Gesellschaft genau an solchen Fachkräften. Wie kann man solche Berufe für junge Schüler und Schülerinnen interessanter machen?

Empathie muss vermittelt/gelehrt/gelebt werden, dann kommen die Schüler und Schülerinnen später von selber auf die Idee, so ein Berufsbild toll, spannend, interessant zu finden. Doch leider wird Empathie im (schulischen) Alltag sehr wenig vermittelt. Genau das vermittelt aber der Umgang mit Tieren/Hunden und so bin ich zu dem Berufswunsch gekommen.

Ich bedanke mich ganz herzlich für die Antworten bei Corinna Möhrke! Die Interviewfragen bezogen sich auf das Buch „Klara & Delfi„.

5 Fragen an Nica Casement

Frederike ist auf der Flucht vor ihrer eigenen Vergangenheit und hofft auf ihrer Reise endlich davon loszukommen. Wie gelingt es Dir als Autorin dem uns allen so bekannten „Hamsterrad“ zu entkommen. Was ist deine Art der Flucht?

Schreiben! Da ich das nicht hauptberuflich verfolge, stellt das Schreiben an sich (das Drumherum weniger) eine hervorragende Auszeit vom Alltag dar. Deshalb würde ich auch nie autobiografisch schreiben oder mich nur auf ein Genre festlegen.

Lars entpuppt sich in seinem tiefsten Inneren doch noch als Mensch, der sich trotz seiner Verfehlungen nach Liebe und nach Geborgenheit sehnt. Als Leser schwankt man zwischen Mitleid und mit dem Drang diesen Jäger zu stoppen. Fehlt uns in der heutigen Zeit nicht allen ein wenig Menschlichkeit?

Ob sie uns fehlt, das weiß ich nicht genau. Ich denke aber, dass viele Menschen sie Konsum, Bequemlichkeit, Wohlstand oder Egoismus unterordnen – oder schlichtweg überfordert sind. Das gilt insbesondere, wenn Entscheidungsträger es an Konsequenz und Lösungswillen für die wichtigen Probleme der Welt fehlen lassen. Sicherlich entsteht dann bei vielen Menschen der Eindruck: „Was soll ich kleines Licht denn ausrichten, wenn die Mächtigen der Welt nichts tun?“ Meiner Meinung nach darf das jedoch nicht als Ausrede herhalten.

Der Roman folgt einer bestimmten „Spur“ durch Schweden. Ist es eine Deiner ehemaligen Reiserouten? .

Tatsächlich habe ich jeden der genannten Orte besucht (mit Ausnahme von Oslo, aber das liegt ja auch nicht Schweden). Daher habe ich auch eine zu den einzelnen Buchkapiteln passende Fotoserie auf meiner Homepage veröffentlicht. Genau dieselbe Reihenfolge oder Route hatte ich allerdings nicht.

Mit dem Norden verbinden wir Hygge, Besinnlichkeit und Ruhe. Aber auch sehr blutige Thriller und brutale Mordgeschichten. Wie passt das Deiner Meinung nach zusammen?

Einmal ohne Begleitung in einem dieser tiefen, dichten und endlosen Wälder stehen, vielleicht sogar kurz vor Sonnenuntergang – da kommen die finsteren Vorstellungen ganz von alleine!

Für einen anstehenden Tripp in den Norden darf in Deinem Gepäck niemals fehlen?

Warme Kleidung, eine (Wander-)Karte – aus Papier! -, ein Kompass und ein Messer.

Ich bedanke mich ganz herzlich bei Nina Casement für das Interview zu ihrem aktuellen Buch „Jagdsaison„.

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