Salih Jamal – Orpheus

Musik, Liebe, Tod.

Alte Geschichte in neuem Gewand, untermalt mit einem abwechslungsreichen Soundtrack.

Orpheus ist nach dem Verschwinden seiner geliebten Nienke gefangen in der Suche nach ihr, in seiner Trauer und seinem Selbsthass.

Der einzige Weg, einen kurzen Moment seinen plagenden Schatten zu entfliehen, ist der Alkohol und die Musik.

Nienke war Anwältin in der Firma des mächtigen Zeus, Orpheus‘ Großvaters. Eines Tages verschwindet sie spurlos. Dabei war sie an diesem Tag auf dem Weg zur Polizei, zu ihrem ehemaligen Chef, dem sie voll und ganz vertraute.

Sie hatte Unterlagen dabei, die die Welt von Zeus mit einem Streich hätte zerstören können. Diese Unterlagen zeigten eine Verbindung des Patriarchen zu einem lange zurückliegenden Mord an einer Frau.

Orpheus hatte geahnt, dass Nienke sich in Gefahr begab, konnte aber seine eigenen Ängste ihr zu helfen nicht überwinden und jetzt ist sie fort. Von nun an ist Orpheus auf der Suche und kommt dabei den Geheimnissen seiner eigenen Familie und der grausamen Wahrheit auf die Spur.

Salih Jamal nimmt sich einer großartigen Sage der griechischen Mythologie an und verpflanzt sie in die heutige Welt.

Dabei wird sie in eine größere Familientragödie oder Kriminalgeschichte eingesponnen und mit einem Soundtrack zur Handlung untermalt.

Gleichzeitig betreibt der Autor eine Seelenschau seines Protagonisten Orpheus, die der Lektüre eine weitere Ebene verleiht. Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen wird dies auf gerade einmal 260 Seiten verdichtet.

Salih Jamal schreibt in kurzen, prägnanten Sätzen, die trotzdem zu einem fließenden Rhythmus finden.

Ihm ist hier ein großartiges Werk gelungen, das man zusammen mit dem Soundtrack und einer Flasche Wein genießen sollte.

Ich bedanke mich herzlich bei Salih Jamal für das Rezensionsexemplar. Es war mir eine Freude in diese alte/neue Sage eintauchen zu dürfen.